Zitate - Thema - Religion - (8)



»Aber unmöglich durfte die tägliche Erfahrung diesen Glauben bestärken: oder es war auf immer bei dem Volke, das diese Erfahrung hatte, auf immer um die Erkennung und Aufnahme der ihm noch ungeläufigen Wahrheit geschehen. Denn wenn der Fromme schlechterdings glücklich war, und es zu seinem Glücke doch wohl auch mit gehörte, daß seine Zufriedenheit keine schrecklichen Gedanken des Todes unterbrachen, daß er alt und lebenssatt starb: wie konnte er sich nach einem andern Leben sehnen? wie konnte er über etwas nachdenken, wornach er sich nicht sehnte? Wenn aber der Fromme darüber nicht nachdachte: wer sollte es denn? Der Bösewicht? der die Strafe seiner Missetat fühlte und, wenn er dieses Leben verwünschte, so gern auf jedes andere Leben Verzicht tat?«
(§ 30)

»Die Religion ist nicht wahr, weil die Evangelisten und Apostel sie lehrten, sondern sie lehrten sie, weil sie wahr ist«
(IX. Axiom)

»Die Religion stützt sich vor allem und hauptsächlich auf die Angst.«
Stichworte: Religion, Angst


»Es ist mir nie klargewesen, wie ein frommer Katholik dem andern ein Bajonett in den Leib jagen kann – fühlt er nicht, daß es die eklatanteste Religionsverletzung ist, die es gibt –?«

»Religion ist auch Partei; und wer / Sich drob auch noch so unparteiisch glaubt, / Hält, ohn' es selbst zu wissen, doch nur seiner / Die Stange.«
(Tempelherr / IV/1)

»Was die Kirche nicht verhindern kann, das segnet sie.«
Stichworte: Religion


»Wer erkannt hat, daß die Idee der Liebe der geistige Lichtstrahl ist, der aus der Unendlichkeit zu uns gelangt, der hört auf, von der Religion zu verlangen, daß sie ihm ein vollständiges Wissen von dem Übersinnlichen bietet.«

»Wir können uns nicht damit bescheiden, daß unser Leben regiert wird vom Zufall, das heißt, von uns unbekannten Gesetzen. Und da eine Erklärung, die der Vernunft genügte, nicht zu finden ist, so suchen wir jenseits der Vernunft, im Aberglauben, in der Mystik, in der Religion.«