Übersicht


Epoche : Expressionismus
Originalsprache : Deutsch
Umfang : ca. 112 Seiten
 
Thema : Verwandlung, Einsamkeit, Ungeziefer
 
Besondere Liste : Meyers Kleines Lexikon - Literatur, Das Buch der 1000 Bücher, Deutsche Literatur auf einen Blick
Verlag : Aufbau-Verlag, Diogenes Verlag, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag, Fischer Taschenbuch, Hamburger Lesehefte Verlag, Insel Verlag, Manesse Verlag, S. Fischer Verlag, Suhrkamp Verlag, Vitalis
Produktreihe : Hamburger Lesehefte
 


Kurzbeschreibung


»Die Verwandlung« ist eine Erzählung von Franz Kafka. 1912 wurde das literarische Werk zuerst veröffentlicht.


Anspruch
Wissen
  6
1
    Liebe
Humor
  2
1
    Erotik
Spannung
  1
7
    Unterhaltung
Transzendenz
  6
8
   


Figuren


Gregor Samsa
Der Vater
Die Mutter
Die Schwester
Der Prokurist
Die drei Zimmerherren
Die Bedienerin



Kafkas „Verwandlung“ gilt als die berühmteste Erzählung des 20. Jahrhunderts. Entsprechend viele, teils sehr gegensätzliche Interpretationen und Deutungen dieser abstrakt grausigen Geschichte, denen eigentlich keine weiteren mehr hinzugefügt werden können, finden sich im Literaturbetrieb.
Wirft man einen Blick in dieses Meinungskonglomerat, weiss man kaum, wo man sich selbst einordnen soll. Eine AMAZON-Rezension vom Juni 2005, die mit einem regelrechten Seufzer beginnt, scheint mir eine der passendsten zu sein. Dort heißt es:
„Was in aller Welt hat das denn nun wieder zu bedeuten? Da wacht einer namens Gregor Samsa morgens auf und hat sich in ein riesiges Insekt verwandelt. Und der arme Leser soll sich einen Reim darauf machen. Gibt es eine Meinung, eine Intention, die der Autor auf gerissene Art und Weise irgendwo zwischen den Zeilen versteckt hat?“ …… und der Rezensent zieht das Fazit: „Eine Herausforderung an den Leser! Eine richtige Interpretation gibt es nicht. Vielmehr sagt die jeweilige Interpretation vielmehr über den Leser, als über das Werk aus. Lesen als Selbsterfahrung!!!“ Zitat Ende.
Was veranlasste Kafka, diese Geschichte niederzuschreiben? Dem Briefwechsel mit seiner Freundin Felice Bauer ist zu entnehmen, dass er auf den Gedanken kam, als er eines Sonntagsmorgens, es war der 17. November 1912, im Bett liegend keine Lust verspürte aufzustehen. Auf dem Rücken liegend, Decke und Wände anstarrend fühlte er sich, auch weil er mit seinem gerade im Entstehen begriffenen Roman „Der Verschollene“ nicht so richtig weiter kam, völlig hilflos und seiner eigenen Ohnmacht ausgeliefert.
Dabei muss man sich seine für ihn wenig befriedigende Stellung innerhalb der Familie vor Augen halten und sein zum Dauerzustand gewordenes schlechtes Verhältnis zum Vater. In dieser Situation entschloss er sich, seinem Frust abzuhelfen und sich mit Papier und Stift Erleichterung zu verschaffen.
Warum er sich als Verwandlungsobjekt der Tiermetapher, speziell der eines Käfers (Ungeziefer!), bediente, bleibt letztlich reine Spekulation. Eine über sein Manuskriptblatt spazierende Küchenschabe als Denkanstoß (so eine Deutung) scheint zu simpel und reichlich unrealistisch; da liegen die Familienprobleme doch näher, speziell hinsichtlich seines Vaters, der alle Welt mit dem Mensch/Tier-Vergleich entstammenden Schimpfworten traktierte. So schreibt jedenfalls Stach im ersten Band seiner Kafka-Biographie (Die Jahre der Entscheidungen), mit der ich mich gerade befasse. Die ungeschickte Köchin war ein „Vieh“, sein schwindsüchtiger Ladengehilfe ein „kranker Hund“ und der am Esstisch kleckernde Sohn (also Kafka höchstversöhnlich) ein „Schwein“. Auch mit Sprüchen wie: „Wer sich mit Hunden zu Bett legt, der steht mit Wanzen auf“ gehörte zum Repertoire von Vater Hermann Kafka. Kein Wunder also, dass der geniale, aber schwache Sohn all das verarbeiten musste.
Interessant ist, dass manche Leser in der „Verwandlung“ nicht so sehr die Mutation Gregors zum Rieseninsekt sehen; ihrer Meinung nach bezieht sich der Titel der Erzählung vielmehr auf die Schwester (Grete), die maßgeblich seinen Tod mit verursacht hat und dadurch selbst in seine Rolle als für die Familie verantwortliche Person hineinschlüpfen konnte. Denn nach Gregors Tod fiel auch den Eltern an ihrer Tochter auf, dass „… sie in der letzten Zeit trotz aller Plage, die ihre Wangen bleich gemacht hatte, zu einem schönen und üppigen Mädchen aufgeblüht war“ und „….daß es nun Zeit sein werde, auch einen braven Mann für sie zu suchen“.
Diese vom Umfang her knapp bemessene Erzählung wird jeder Kafka-Freund immer wieder lesen wollen.


Endzeitstimmung ab Seite 5
Die Moral überschattet die Geschichte zu früh, so dass das Ende bereits am Anfang ins Sichtfeld gerät. Nichts ist schlimmer.




Kurzkritiken 10 (8/10)


     
originell, nachhaltig, melancholisch, erschütternd
Die Melancholie eines Kafkas habe ich noch nie wieder irgendwo so erreicht gelesen.

     
originell, nachhaltig, raffiniert
einfach nicht mein schreibstil, aber kafkas werke sind einfach pflicht!

     
anspruchsvoll, nachhaltig, melancholisch
Schnell zu lesen, lange zum Nachdenken

     
belehrend, deprimierend

     
originell, spannend, melancholisch, erheiternd, ergreifend

     
nachhaltig, deprimierend, ergreifend

     
nachhaltig, fesselnd, deprimierend, ergreifend

     
nachhaltig, bereichernd, fesselnd

     
nachhaltig, melancholisch

     
originell, deprimierend








Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt. Er lag auf seinem panzerartig harten Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch, auf dessen Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen Niedergleiten bereit, kaum noch erhalten konnte. Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang kläglich dünnen Beine flimmerten



Die Verwandlung
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Die Verwandlung
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Die Verwandlung
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Die schönsten Erzählungen
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Die Verwandlung
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