Zitate - Werk - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (Milan Kundera) - (7)



»Als sie das Haus der Mutter verließ, hatte sie, Närrin, geglaubt, sie sei ein für allemal Herrin ihres Privatlebens geworden. Das Reich der Mutter erstreckte sich jedoch über die ganze Welt und griff überall nach ihr. Nirgends würde Teresa sich ihm entziehen können.«


»Die meisten Menschen flüchten sich in die Zukunft, um ihrem Leiden zu entgehen. Sie stellen sich vor, dass es auf der Bahn der Zeit eine Linie gibt, jenseits derer das momentane Leiden aufhören wird. Doch Teresa sah keine solche Linie vor sich. Nur der Blick zurück konnte ihr Trost spenden.«


»Die Treue gibt unserem Leben eine Einheit, ohne die es in tausend flüchtige Eindrücke zersplittert.«
Stichworte: Treue


»Frau sein ist für Sabina ein Schicksal, das sie sich nicht selbt ausgesucht hat. Was man nicht selbt gewählt hat, kann nicht als Verdienst oder als Versagen verbucht werden. Sabina ist der Meinung, man müsse zum Schicksal, das einem beschieden ist, ein gutes Verhältnis entwickeln. Sich gegen die Tatsache aufzulehnen, als Frau geboren zu sein, kommt ihr ebenso töricht vor, wie sich etwas darauf einzubilden.«


»Man kann nie wissen, was man wollen soll, weil man nur ein Leben hat, das man weder mit früheren Leben vergleichen noch in späteren korrigieren kann.
Es ist unmöglich zu überprüfen, welche Entscheidung die richtige ist, weil es keine Vergleiche gibt. Man erlebt alles unmittelbar, zum ersten Mal und ohne Vorbereitung.«


»Wir alle halten es für undenkbar, dass die Liebe unseres Lebens etwas Leichtes, etwas Gewichtsloses sein könnte; wir stellen uns vor, dass unsere Liebe ist, was sie sein muss; dass ohne sie unser Leben nicht unser Leben wäre.«


»Zwischen Liebenden entstehen rasch Spielregeln, derer sie nicht bewusst sind, die aber dennoch gelten, und die sie nicht übertreten dürfen.«