Zitate - Werk - Nathan der Weise (Gotthold Ephraim Lessing) - (41)



»„Sein, sein Gott! für den er kämpft!“ / Wem eignet Gott? was ist das für ein Gott, / Der einem Menschen eignet? der für sich / Muß kämpfen lassen?«
(Recha / III/1)
Stichworte: Kreuzzug


»Alles, was / Ich sonst besitze, hat Natur und Glück / Mir zugeteilt. Dies Eigentum allein / Dank' ich der Tugend.«
(Nathan / I/1)
Stichworte: Tugend


»Am Ganges, / Am Ganges nur gibt’s Menschen.«
(Al-Hafi / II/9)
Stichworte: Hinduismus


»Begreifst du aber, / Wieviel andächtig schwärmen leichter als / Gut handeln ist?«
(Nathan / I/2)
Stichworte: Tat


»den Garaus ihm zu machen?«
(Klosterbruder / I/5)
Stichworte: Auftragsmord


»Denn dein „Sich Gott um so viel näher fühlen“, / Ist Unsinn oder Gotteslästerung«
(Nathan / I/2)
Stichworte: Eifer


»Denn gründen alle sich nicht auf Geschichte?«
(Nathan / III/7)
Stichworte: Religionen


»Der Aberglaub', in dem wir aufgewachsen,
Verliert, auch wenn wir ihn erkennen, darum
Doch seine Macht nicht über uns.«
(Tempelherr / 4. Akt, 4. Szene)
Stichworte: Aberglauben, Tradition


»Der Aberlauben schlimmster ist, den seinen
Für den erträglichern zu halten.«
(Tempelherr / 4. Akt, 4. Szene)
Stichworte: Überlegenheit


»Der Blick des Forschers fand / Nicht selten mehr, als er zu finden wünschte.«
(Tempelherr / II/7)
Stichworte: Forschen


»Der echte Ring / Vermutlich ging verloren.«
(Nathan / III/7)
Stichworte: Ursprung


»Der Kerl / Im Staat, ist nur dein Kleid.«
(Nathan / I/2)


»Der Stein war ein / Opal«
(Nathan / III/7)
Stichworte: Hinweis


»Der wahre Bettler ist / Doch einzig und allein der wahre König!«
(Nathan / II/9)
Stichworte: Würde


»Der Wunder höchstes ist, / Daß uns die wahren, echten Wunder so / Alltäglich werden können, werden sollen. / Ohn' dieses allgemeine Wunder, hätte / Ein Denkender wohl schwerlich Wunder je / Genannt, was Kindern bloß so heißen müßte, / Die gaffend nur das Ungewöhnlichste, / Das Neuste nur verfolgen.«
(Nathan / I/2)
Stichworte: Wunder


»Die Schale kann nur bitter sein: der Kern / Ist's sicher nicht.«
(Nathan / II/5)
Stichworte: Menschlichkeit


»Doch bin ich nur ein Jude. – Gelt, / Das willst du sagen?«
(Nathan / I/1)
Stichworte: Vorurteile


»Doch so viel tröstender / War mir die Lehre, daß Ergebenheit / In Gott von unserm Wähnen über Gott / So ganz und gar nicht abhängt.«
(Recha / III/1)
Stichworte: Animismus


»Du kennst die Christen nicht, willst sie nicht kennen. / Ihr Stolz ist: Christen sein; nicht Menschen.«
(Sittah / II/1)
Stichworte: Eifer


»Ein Mensch – ein Mensch, wie die Natur sie täglich / Gewährt«
(Nathan / I/2)
Stichworte: Mensch


»eine Tat / […], bei der / Ich nichts gedacht; die, wenn ich drüber denke, / Zum Rätsel von mir selbst mir wird. Zwar möcht / Ich sie nicht gern bereuen; / Ereignet so ein Fall sich wieder: Ihr / Seid schuld, wenn ich so rasch nicht handle; wenn / Ich mich vorher erkund', – und brennen lasse, / Was brennt«
(Tempelherr / I/6)
Stichworte: Intuition


»Er hat Verstand; er weiß / Zu leben; spielt gut Schach.«
(Al-Hafi / II/2)
Stichworte: Politicus


»Geschöpf? / Und wessen? – Doch des Sklaven nicht, der auf / Des Lebens öden Strand den Block geflößt, / Und sich davon gemacht? Des Künstlers doch / Wohl mehr, der in dem hingeworfnen Blocke / Die göttliche Gestalt sich dachte, die / Er dargestellt!«
(Tempelherr / V/3)

»Ich bliebe Rechas Vater / Doch gar zu gern! – Zwar kann ich's denn nicht bleiben, / Auch wenn ich aufhör', es zu heißen? – Ihr, / Ihr selbst werd' ich's doch immer auch noch heißen, / Wenn sie erkennt, wie gern ich's wäre.«
(Nathan / IV/7)
Stichworte: Vaterschaft


»Ich geh'; und geh' vergnügter, als ich kam. / Verzeihe mir der Herr. / Wir Klosterleute / Sind schuldig, unsern Obern zu gehorchen.«
(Klosterbruder / I/5)
Stichworte: Zwickmühle


»Ich mag / Nicht fein sein; mag nicht überreden; mag / Mein Näschen nicht in alles stecken; mag / Mein Händchen nicht in allem haben.«
(Klosterbruder / IV/1)
Stichworte: Charakter


»Ich weiß ein Fenster, / Aus dem wir sie bemerken können.«
(Daja / II/4)
Stichworte: Neugier


»Ihr / Setzt Eure Worte sehr – sehr gut – sehr spitz – / Ich bin betreten«
(Tempelherr / II/5)
Stichworte: Rhetorik


»Ihr seid ein Christ!- Bei Gott, Ihr seid ein Christ! Ein beßrer Christ ward nie!«
(Klosterbruder zum Juden Nathan)
Stichworte: Christentum


»Ihr traft mich mit dem Kinde zu Darun. / Ihr wißt wohl aber nicht, daß wenig Tage / Zuvor, in Gath die Christen alle Juden / Mit Weib und Kind ermordet hatten; wißt / Wohl nicht, daß unter diesen meine Frau / Mit sieben hoffnungsvollen Söhnen sich / Befunden, die in meines Bruders Hause, / Zu dem ich sie geflüchtet, insgesamt / Verbrennen müssen.«
(Nathan / IV/7)
Stichworte: Pogrom


»Jawohl: das Blut, das Blut allein / Macht lange noch den Vater nicht! macht kaum / Den Vater eines Tieres! gibt zum höchsten / Das erste Recht, sich diesen Namen zu / Erwerben!«
(Saladin / V/)
Stichworte: Vaterschaft


»Laßt lächelnd wenigstens ihr einen Wahn, / In dem sich Jud' und Christ und Muselmann / Vereinigen; – so einen süßen Wahn!«
(Daja / I/1)
Stichworte: Toleranz


»Macht dann / Der süße Wahn der süßern Wahrheit Platz: – / Denn, Daja, glaube mir; dem Menschen ist / Ein Mensch noch immer lieber, als ein Engel«
(Nathan / I/1)
Stichworte: Toleranz


»Religion ist auch Partei; und wer / Sich drob auch noch so unparteiisch glaubt, / Hält, ohn' es selbst zu wissen, doch nur seiner / Die Stange.«
(Tempelherr / IV/1)
Stichworte: Religion


»Sei keinem Juden, keinem Muselmanne / Zum Trotz ein Christ!«
(Saladin / IV/4)


»Stolz! und nichts als Stolz! Der Topf / Von Eisen will mit einer silbern Zange / Gern aus der Glut gehoben sein, um selbst / Ein Topf von Silber sich zu dünken. – Pah!«
(Nathan / I/2)
Stichworte: Stolz


»Und wenn sich dann der Steine Kräfte / Bei euern Kindes-Kindeskindern äußern: / So lad' ich über tausend tausend Jahre, / Sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird / Ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen / Als ich; und sprechen.«
(Nathan / III/7)


»Unter stummer Wiederholung allseitiger Umarmungen fällt der Vorhang.«
(Regieanweisung / V/8)
Stichworte: Finale


»Was auch in deinem Innern vorgeht, ist / Natur und Unschuld. Laß es keine Sorge / Dir machen. Mir, mir macht es keine.«
(Nathan / II/4)
Stichworte: Unschuld


»Was heißt denn Volk? Sind Christ und Jude eher Christ und Jude, als Mensch? Ah! Wenn ich einen mehr in Euch gefunden hätte, dem es genügt, ein Mensch zu heißen!«
(Nathan zum Tempelherrrn)

»Was ich tat, das tat ich! / Doch bin ich auch nicht der, der alles, was / Er tat, als wohlgetan verteid'gen möchte. / Was sollt' ich eines Fehls mich schämen? Hab / Ich nicht den festen Vorsatz ihn zu bessern? / Und weiß ich etwa nicht, wie weit mit dem / Es Menschen bringen können?«
(Tempelherr / V/5)
Stichworte: Vorsatz