Kritikatur - Das Kulturportal

Zitate - Werk - Haut und Knochen (Georges Hyvernaud) - (6)





»Ab einem gewissen Grad von Verelendung gibt man es auf, sich mit Gut und Böse auskennen zu wollen. Verboten, erlaubt, das bedeutet nichts mehr, Wörter, die zu einer anderen Sprache gehören, in eine andere Welt. Im Licht der Armut wirkt alles anders. Man sieht die Dinge mit anderen Augen.«
Stichworte: Armut

»Die Absurdität läßt sich nicht beweisen, nicht argumentativ belegen, die taugt nicht für Tagungen oder Artikel in Zeitschriften. Man spürt sie in seinem gesamten Wesen. Sie ist eine lebendige Offenbarung, die in bestimmten intensiven Momenten alle mit sich reißt.«

»Die Toten sind weder glücklich noch unglücklich: sie sind tot.«
Stichworte: Tote

»Im Theater sagt man nur das, was gesagt werden muß, macht man nur das, waas gemacht werden muß. Wohingegen man im Leben dauernd das Verkehrte sagt und alles schiefgeht, immer gibt es Kleinigkeiten, die nicht hinhauen, falsche Töne.«
Stichworte: Theater, Leben

»Pläne sind was für Reiche. Hat ein Armer seine Stulle verdrückt, sagt er sich, der Tag ist gerettet.«

»Seltsam: Sobald man anfängt zu schreiben, hat man das Bedürfnis zu lügen. Es überkommt einen. Das Bedürfnis, die Dinge vorteilhaft erscheinen zu lassen.«
Stichworte: Schreiben, Lüge