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Zitate - Thema - Aberglaube - (23)





»Furcht vor einer unsichtbaren Gewalt, die vom Geist erdichtet oder auf Grund öffentlich zugelassener Erzählungen eingebildet ist, ist Religion, sind sie nicht zugelassen, Aberglaube.«
Stichworte: Aberglaube

»... der Aberglaube ersinnt eher die verrücktesten und plumpsten Hirngespinste, als daß er Ruhe gibt. Diese Hirngespinste werden später durch die Zeit und die Leichtgläubigkeit der Völker geheiligt ...«
Stichworte: Aberglaube

»... der Aberglaube ist überall eine notwendige Folge außergewöhnlicher Naturerscheinungen, deren Gründe unbekannt sind.«
Stichworte: Aberglaube

»... man fürchtet ein bekanntes oder unbekanntes mächtiges Wesen, der Starke sucht es zu bekämpfen, der Schwache zu vermeiden, beide wünschen es loszuwerden und fühlen sich glücklich, wenn sie es auf kurze Zeit beseitigt haben ...«

»... nur deshalb fesselt die Furcht die Gemüter der Menschen,
weil sie Erscheinungen seh'n auf Erden und droben am Himmel,
deren bewegende Gründe sie nicht zu durchschauen vermögen.«
Dichtung der Antike in klassischen und neuen Übersetzungen in 11 Bdn., Band X, Weimar 1959, S. 17
von: Lukrez
Stichworte: Aberglaube

»Aberglaube - das heißt bestimmte Formen, die für bestimmte Personen in bestimmter Situation angenehm und bequem sind.«
An N. P. Wagner, 25.3.1890

»Aus dieser Unkenntnis, wie Träume und andere starke Vorstellungen von Visionen und Empfindungen zu unterscheiden sind, ist der größte Teil der Religion der Heiden in der Vergangenheit entstanden, die Satyrn, Faune, Nymphen und dergleichen verehrten, und ebenso heute die Meinung, die primitive Leute von Feen, Geistern, Kobolden und der Macht der Hexen haben.«
Stichworte: Aberglaube

»Das ist die ausbündige Narrheit dieser Welt, daß ... wir die Schuld unsrer Unfälle auf Sonne, Mond und Sterne schieben, als wenn wir Schurken wären durch Notwendigkeit, Narren durch himmlische Einwirkung, Schelme, Diebe und Verräter durch die Übermacht der Sphären, Trunkenbolde, Lügner und Ehebrecher durch erzwungene Abhängigkeit von planetarischem Einfluß ...«

»Das Volk im Mittelalter hat immer, wenn es irgendwo große Geistesmacht sah, dergleichen einem Teufelsbündnis zugeschrieben ...«
Stichworte: Aberglaube

»Der Abergläubische ist für den Schurken, was der Sklave für den Tyrannen ist. Ja mehr noch: der Abergläubische wird vom Fanatiker beherrscht und wird selbst zum Fanatiker.«
Philosophisches Wörterbuch
Stichworte: Aberglaube

»Der Aberglaube gehört zum Wesen des Menschen und flüchtet sich, wenn man ihn ganz und gar zu verdrängen denkt, in die wunderlichsten Ecken und Winkel, von wo er auf einmal, wenn er einigermaßen sicher zu sein glaubt, wieder hervortritt.«

»Der Aberglaube gemeiner Leute rührt von ihrem frühen und allzu eifrigen Unterricht in der Religion her. Sie hören von Geheimnissen, Wundern, Wirkungen des Teufels und halten es für sehr wahrscheinlich, daß dergleichen Sachen überall in allen Dingen geschehen könnten.«

»Der Aberglaube ist die Poesie des Lebens; deswegen schadet's dem Dichter nicht, abergläubisch zu sein.«
3. Abteilung

»Die Welt ist itzo viel zu klug, als daß sie sich von alten Weibern sollte furchtsam machen oder betrügen lassen. Die Künste der sogenannten Hexen, haben die Probe der gesunden Vernunft nicht auszuhalten vermocht; und derjenige Zauberer müste eine neue Art von Betrügereyen ersinnen, der sich heute zu Tage in Ansehen setzen wollte.«

»Es gibt sehr viele Leute, die glauben - aber aus Aberglauben.«
(Il y en a beaucoup qui croient, mais par superstition.)
4. Buch
Stichworte: Glauben, Aberglaube

»Ganz gewiß hat es auf dieser Welt niemals Hexen und Hexenmeister gegeben; aber ebenso unleugbar haben zu allen Zeiten Leute an Betrüger geglaubt, die das Talent besaßen, als Zauberer aufzutreten.«
von: Casanova, Giacomo
Stichworte: Aberglaube

»Kurz, je weniger Aberglaube, desto weniger Fanatismus, und je weniger Fanatismus, desto weniger Unheil.«
Stichworte: Aberglaube, Fanatismus

»Nun ist die Wissenschaft selber bei weitem nicht so frei von Aberglauben, wie sie vorgibt. Wo ihr Wissen nicht ausreicht, da produziert sich ihr Glaube, und das ist immer ein Aberglaube.«

»O! Laß
Des Aberglaubens nächtliche Gespenster
Nicht deines hellen Geistes Meister werden!«

»Tagtäglich tut irgendein Phänomen uns unsere Unwissenheit dar, und ich glaube, dies ist der Grund, warum wir so selten einen Gelehrten finden, dessen Geist von jedem Aberglauben frei ist.«
von: Casanova, Giacomo
Stichworte: Aberglaube

»Wenn die Unwissenheit unsre Einfalt, unsre Unschuld und alle Genüsse der friedlichen Natur sichert, so öffnet sie dagegen allen Greueln des Aberglaubens die Tore ...«
An Wilhelmine von Zenge, 15.8.1801

»Wer zum Denken nicht den Mut hat, der flüchtet in das Unbegreifbare und verkommt in Bewußtlosigkeit.«
Stichworte: Aberglaube

»Wir können uns nicht damit bescheiden, daß unser Leben regiert wird vom Zufall, das heißt, von uns unbekannten Gesetzen. Und da eine Erklärung, die der Vernunft genügte, nicht zu finden ist, so suchen wir jenseits der Vernunft, im Aberglauben, in der Mystik, in der Religion.«