Frisch auf Kritikatur


»Pfui über diesen feigen Flecken, der jedem stolzen Globus ward zur Schmach! Wo sind sie hin, die Söhne, die ihrer Muttererde einstmals bloß entsprossen, um ungestüm ins Höchste aufzuschießen? Schau dieser Tage ich auf jenes Land, das früher eins der liebsten mir gewesen, hör ich bloß Winseln, Klagen, Sorgenweh – seh ich bloß Kriechgewächse, die am Boden duckend neidisch wachen, dass nirgends eine Eiche strebt empor.«
von: Thea Dorn
Stichworte: Deutschland


»Keine Ahnung, wofür das alles gut sein soll. Könnte auch grundlegender fragen: WHAT THE FUCK AM I DOING HERE??????????????????????«
von: Thea Dorn
Stichworte: Zweifel


»Welchen Unterschied macht's, ob du Jehova anrufst oder Jesus – oder meinethalben gar den Teufel? Was einzig zählt, ist, dass du glaubst. Im Herzensgrunde glaubst, dass jene Welt, wie wir sie mit unsren Sinnen ertappen, nichts als die Hülle ist, die's zu durchdringen gilt. Und wichtiger noch: Dass es nicht kalte, beliebig neu zu formende Materie ist, die hinter jener Hülle liegt, sondern das wirkliche, heilige Leben, welches erfahren zu dürfen das größte Geschenk«
von: Thea Dorn
Stichworte: Glaube


»[D]ie alten Regeln der Theorieentwicklung (sind) ein Auslaufmodell. Fünfhundert Theorien, um ein Signal zu erklären, das keines war, und 193 Modelle für das junge Universum beweisen überdeutlich, dass die heutigen Qualitätsstandards für die Bewertung unserer Theorien nicht mehr zu gebrauchen sind. Um künftig vielversprechende Experimente auszuwählen, brauchen wir neue Regeln.«
von: Sabine Hossenfelder
Stichworte: Wissenschaft


»Die Grenze zwischen Naturwissenschaft und Philosophie zu beachten [,] könnte meiner Ansicht nach dazu beitragen, dass Physiker Fakten und Glauben voneinander getrennt halten. Und ich sehe keinen großen Unterschied zwischen dem Glauben, die Natur sei schön, und dem Glauben, Gott sei gütig.«
von: Sabine Hossenfelder
Stichworte: Glaube


»[J]e stärker sich ein Themengebiet der experimentellen Überprüfung entzieht, desto bedeutungsvoller ist die ästhetische Attraktivität seiner Theorien.«
von: Sabine Hossenfelder
Stichworte: Ästhetik


»Freilich, 'das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind.' Und je feiner, subtiler, abstrakter und zugleich erhabener der Glaube, umso ängstlicher hascht der schwache, schwindelnde Menschengeist nach einer wunderbaren Stütze, und wäre sie noch so albern.«
von: Erwin Schrödinger
Stichworte: (Aber-)Glaube


»[E]s (empfiehlt) sich nicht, die Vorstellungen und Gedanken eines Menschen in seinen Kopf zu verlegen, denn damit ließe man neben vielen anderen auch die ganze Außenwelt in einem Teil ihrer selbst enthalten sein, was gewiß nicht angemessen wäre, selbst wenn es solcher Köpfe nur einen einzigen geben würde.«
von: Erwin Schrödinger
Stichworte: Wirklichkeit


»Bewußtsein ist ein Phänomen der Evolutionszone. Diese Welt erscheint sich selbst nur dort, wo und nur insofern als sie sich entwickelt, neue Formen gebiert. Stellen des Stillstands entgleiten dem Lichte des Bewußtseins, petrifizieren, erscheinen nur mehr mittelbar durch Wechselwirkung mit Stellen der Evolution.«
von: Erwin Schrödinger
Stichworte: Bewusstsein


»Eine chronologisch geordnete Lebensbeschreibung, mag nun der Schreiber derselbe sein wie der Beschriebene oder nicht, gehört, wenigstens für mich, zu den langweiligsten Dingen, weil doch in fast jedem Leben höchstens einzelne Erfahrungen oder Anmerkungen von Interesse sind, aber sehr selten die historische Aufeinanderfolge der beim Durchleben selbst wichtig scheinenden Begebenheiten.«
von: Erwin Schrödinger
Stichworte: Biographie




Zuletzt bewertet


»Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen: Wasser, mäßig genossen, ist unschädlich.«
Stichworte: Medizin


»Ich habe mich schon oft gefragt, weshalb ich Bücher für einen eventuellen Gebrauch in ferner Zukunft aufhebe - von meinen heutigen Lesestrecken weitab gelegene Titel, die ich vielleicht nur einmal gelesen habe und in vielen Jahren kein zweites Mal aufschlagen werde. Vielleicht nie. Aber, wie könnte ich mich beispielsweise vom Ruf der Wildnis trennen, ohne eine der wenigen Erinnerungen aus meiner Kindheit zu verlieren, oder von Zorba, mit dem ich die Tränen meiner Jugend verbinde, von Die fünfundzwanzigste Stunde und all den anderen, vor vielen Jahren in die obersten Schrankfächer abgeschobenen Bücher, die mir in schweigender Vollständigkeit die gegenseitig geschworene heilige Treue halten.
Häufig ist es schwerer, ein Buch loszuwerden, als es zu bekommen. Durch einen Pakt aus Bedürftigkeit und Vergessen sind sie an uns gebunden wie die Zeugen niemals wiederkehrender Augenblicke in unserem Leben. Solange sie da sind, können wir uns wenigstens einbilden, diese anzuhäufen. Ich kenne Leute, die jede Lektüre sorgfältig verbuchen, mit Tag, Monat und Jahr, sozusagen einen Kalender ihrer geistigen Erwerbungen führen. Andere schreiben ihren Namen auf die erste Seite und verleihen ein Buch erst, wenn sie den Empfänger mit Datum in ein Notizbuch eingetragen haben. Ich habe Bücher mit Stempeln wie in öffentlichen Bibliotheken gesehen und solche, in denen ein Kärtchen des Besitzers steckte. Niemand hat es gern, wenn ihm ein Buch abhanden kommt. Lieber verlegen wir einen Ring, eine Uhr oder unseren Schirm als ein Buch, das wir vielleicht nicht mehr lesen werden, das aber mit dem vertrauten Klang seines Titels ein altes, vielleicht verlorengegangenes Gefühl in uns wachruft.«
(Das Papierhaus)
von: Carlos Maria Dominguez


»Wo die Sonne der Kultur am tiefsten steht, werfen selbst Zwerge große Schatten.«
Stichworte: Kultur


»Leben ist die Kunst, taugliche Schlußfolgerungen aus unzureichenden Prämissen zu ziehen.«
Stichworte: Leben


»Wer eine Missetat im Sinn hat, findet überall einen Vorwand.«
(Male facere qui vult, nusquam non causam invenit.)

»In Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid.«
Stichworte: Neid


»Ironie ist die letzte Phase der Enttäuschung.«

»Tue nichts im Leben, das dich mit Angst erfüllt, wenn es dein Nachbar entdeckt.«
von: Epikur


»Es gibt nur ein Gut, das ich als wahrhaft kostbar, ja als unersetzlich betrachte, und das ist die Zeit. Wer über sie nach seinem Belieben verfügen kann, der ist glücklich, der ist reich.«
(Staatsrat del Teglia / 12. Kapitel)

»Reden lernt man durch reden.«
von: Cicero
Stichworte: Reden