Zufallsartikel


Frisch auf Kritikatur


»Wie ich Ihnen in diesen Vorlesungen mit Vergnügen immer wieder demonstrieren konnte, war der Preis für eine solch genaue Theorie die Aushöhlung des gesunden Menschenverstands. Wir müssen uns wohl oder übel damit abfinden, daß sich die Natur in höchst bizarren Verhaltensweisen gefällt: daß sich Wahrscheinlichkeiten erhöhen und aufheben, daß Licht von allen Teilen eines Spiegels reflektiert wird, daß sich Licht nicht nur geradlinig ausbreitet, daß sich Photonen schneller oder langsamer bewegen als mit der herkömmlichen Lichtgeschwindigkeit, daß Elektronen in der Zeit zurücklaufen können, daß Photonen in ein Positron-Elektron-Paar zerfallen und so fort. Nur so können wir einen Blick hinter die Kulissen werfen und erahnen, was in den meisten Fällen wirklich vor sich geht.«
von: Richard P. Feynman
aus: QED
Stichworte: Natur


»Malen wird nicht zu einer reproduzierbaren Anwendung von Intelligenz, sondern bleibt eine Form der Projektion von Erfahrungen in die Gestalt neuer Erfahrungen.«
von: Mihai Nadin
aus: Mind
Stichworte: Kreativität


»[W]ir (sollten) abbildhafte, nicht abbildhafte und kommunikative Aspekte vereinen und diese umfassenderen Erklärungen zu einem Teil unseres neuen praktischen Wissens machen.«
von: Mihai Nadin
aus: Mind
Stichworte: Abbildung


»"Wie alle Kinder ihrer Generation nahm sie das Leben hin wie eine Ansammlung von Zufällen, eine Wundertüte, aus der man sich nahm, was man kriegen konnte, ohne, dass etwas sicher war.“ (Gwen).«
(Gwen / letzte Seite)

»„Ich möchte nicht so alt werde. Ein alter Mann ist etwas Ekelhaftes“.
„Es war nicht Angst oder Furcht. Es war ein Nichts, das er nur zu gut kannte, Es war alles ein Nichts und der Mensch war auch ein Nichts. …. er wusste, es war alles nada y pues nada y pues nada.“«

»„Sie plünderten ihn gänzlich aus. Zuerst waren die Vögel da, dann ich, dann die Griechen, und selbst die Vögel kriegten mehr aus ihm raus als ich.“«
(letzter Satz)

»Jedes ausgetauschte Wort, jede gedruckte Zeile stellt eine Verbindung zwischen zwei Partnern her und nivelliert die Beziehung, die vorher durch ein Informationsgefälle, also durch größere Organisation gekennzeichnet war. Statt Anthropologie sollte es 'Entropologie' heißen, der Name einer Disziplin, die sich damit beschäftigt, den Prozeß der Desintegration in seinen ausgeprägtesten Erscheinungsformen zu untersuchen.«

»Die Welt hat ohne den Menschen begonnen, und sie wird ohne ihn enden. Die Institutionen, die Sitten und Gebräuche, die ich mein Leben lang gesammelt und zu verstehen versucht habe, sind die vergänglichen Blüten einer Schöpfung, der gegenüber sie keinen Sinn besitzen, es sei denn vielleicht den, daß sie es der Menschheit erlauben, ihre Rolle in dieser Schöpfung zu spielen.«

»Die Beziehung ist die kleinste Analyseeinheit, und die Beziehung handelt auf jeder Ebene von signifikanter Andersartigkeit.«
von: Donna Haraway
Stichworte: Beziehung


»Das Maschinelle und das Textuelle wohnen dem Organischen auf unwiderrufliche Weise inne – und umgekehrt.«
von: Donna Haraway
Stichworte: Art




Zuletzt bewertet


»Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen: Wasser, mäßig genossen, ist unschädlich.«
Stichworte: Medizin


»Ich habe mich schon oft gefragt, weshalb ich Bücher für einen eventuellen Gebrauch in ferner Zukunft aufhebe - von meinen heutigen Lesestrecken weitab gelegene Titel, die ich vielleicht nur einmal gelesen habe und in vielen Jahren kein zweites Mal aufschlagen werde. Vielleicht nie. Aber, wie könnte ich mich beispielsweise vom Ruf der Wildnis trennen, ohne eine der wenigen Erinnerungen aus meiner Kindheit zu verlieren, oder von Zorba, mit dem ich die Tränen meiner Jugend verbinde, von Die fünfundzwanzigste Stunde und all den anderen, vor vielen Jahren in die obersten Schrankfächer abgeschobenen Bücher, die mir in schweigender Vollständigkeit die gegenseitig geschworene heilige Treue halten.
Häufig ist es schwerer, ein Buch loszuwerden, als es zu bekommen. Durch einen Pakt aus Bedürftigkeit und Vergessen sind sie an uns gebunden wie die Zeugen niemals wiederkehrender Augenblicke in unserem Leben. Solange sie da sind, können wir uns wenigstens einbilden, diese anzuhäufen. Ich kenne Leute, die jede Lektüre sorgfältig verbuchen, mit Tag, Monat und Jahr, sozusagen einen Kalender ihrer geistigen Erwerbungen führen. Andere schreiben ihren Namen auf die erste Seite und verleihen ein Buch erst, wenn sie den Empfänger mit Datum in ein Notizbuch eingetragen haben. Ich habe Bücher mit Stempeln wie in öffentlichen Bibliotheken gesehen und solche, in denen ein Kärtchen des Besitzers steckte. Niemand hat es gern, wenn ihm ein Buch abhanden kommt. Lieber verlegen wir einen Ring, eine Uhr oder unseren Schirm als ein Buch, das wir vielleicht nicht mehr lesen werden, das aber mit dem vertrauten Klang seines Titels ein altes, vielleicht verlorengegangenes Gefühl in uns wachruft.«
(Das Papierhaus)
von: Carlos Maria Dominguez


»Wo die Sonne der Kultur am tiefsten steht, werfen selbst Zwerge große Schatten.«
Stichworte: Kultur


»Leben ist die Kunst, taugliche Schlußfolgerungen aus unzureichenden Prämissen zu ziehen.«
Stichworte: Leben


»Wer eine Missetat im Sinn hat, findet überall einen Vorwand.«
(Male facere qui vult, nusquam non causam invenit.)

»In Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid.«
Stichworte: Neid


»Ironie ist die letzte Phase der Enttäuschung.«

»Tue nichts im Leben, das dich mit Angst erfüllt, wenn es dein Nachbar entdeckt.«
von: Epikur


»Es gibt nur ein Gut, das ich als wahrhaft kostbar, ja als unersetzlich betrachte, und das ist die Zeit. Wer über sie nach seinem Belieben verfügen kann, der ist glücklich, der ist reich.«
(Staatsrat del Teglia / 12. Kapitel)

»Reden lernt man durch reden.«
von: Cicero
Stichworte: Reden