Frisch auf Kritikatur


»Der Aberlauben schlimmster ist, den seinen
Für den erträglichern zu halten.«
(Tempelherr / 4. Akt, 4. Szene)

»Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.«
(Faust / Vers 765)

»Der Aberglaub', in dem wir aufgewachsen,
Verliert, auch wenn wir ihn erkennen, darum
Doch seine Macht nicht über uns.«
(Tempelherr / 4. Akt, 4. Szene)

»Am Abend wird man klug
Für den vergangenen Tag,
Doch niemals klug genug
Für den, der kommen mag.«
(Vierzeilen)
Stichworte: Klugheit


»Je höher du wirst aufwärt gehn,
dein Blick wird immer allgemeiner;
stets einen größeren Teil wirst du vom Ganzen sehn,
doch alles Einzelne wird immer kleiner.«

»Der Erfolg ist offenbar,
Die Absicht aber niemals klar.
Drum wird man alle Menschengeschichten
Ewig nach dem Erfolge richten.«

»Für die langfristige kosmische Zukunft des Lebens […] wird das Verständnis für den Unterschied zwischen Bewusstsein und Unbewusstem ausschlaggebend sein. Falls Technik es dem intelligenten Leben ermöglicht, für die nächsten Jahrmilliarden überall in unserem Universum zu gedeihen, müssen wir sicher sein können, dass dieses Leben auch ein Bewusstsein hat und imstande ist, zu würdigen, was geschieht.«
von: Max Tegmark
Stichworte: Bewusstsein


»Meiner Meinung nach sind sowohl das ethische Problem als auch das Zielabstimmungsproblem entscheidend und müssen gelöst werden, bevor die erste Superintelligenz überhaupt entwickelt wird. Einerseits wäre das Aufschieben der Arbeit an ethischen Fragen bis nach der Konstruktion einer zielabgestimmten Superintelligenz unverantwortlich […]. Andererseits werden wir den Luxus, darüber zu streiten, welche Ziele wir auswählen sollten, nur dann haben, wenn wir zuvor das Zielabstimmungsproblem lösen.«
von: Max Tegmark
Stichworte: Zielabstimmung


»Der Raum, der so ruhig und schlicht aussah, war ein durch Generationen entwickeltes Heim […]. Am Ende besaß er nun ein eigenes Gesicht«

»Ich kann oft lange bei den Stockrosen sitzen und das Gewimmel der Bienen beobachten, die einen Augenblick außerhalb der wilden Blüten schweben und zögern und dann mit einem Summen, das alles erbeben läßt, sich hineinschwingen. Aber noch fesselnder ist es, das Kommen und Gehen von Leuten zu beobachten, die mit der ganzen heimlichen Anmut und Rätselhaftigkeit ihrer gleitenden, wohlgeformten Körper das komplizierte Netz ihrer Absichten weben und knüpfen.«
Stichworte: Wille




Zuletzt bewertet


»Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen: Wasser, mäßig genossen, ist unschädlich.«
Stichworte: Medizin


»Ich habe mich schon oft gefragt, weshalb ich Bücher für einen eventuellen Gebrauch in ferner Zukunft aufhebe - von meinen heutigen Lesestrecken weitab gelegene Titel, die ich vielleicht nur einmal gelesen habe und in vielen Jahren kein zweites Mal aufschlagen werde. Vielleicht nie. Aber, wie könnte ich mich beispielsweise vom Ruf der Wildnis trennen, ohne eine der wenigen Erinnerungen aus meiner Kindheit zu verlieren, oder von Zorba, mit dem ich die Tränen meiner Jugend verbinde, von Die fünfundzwanzigste Stunde und all den anderen, vor vielen Jahren in die obersten Schrankfächer abgeschobenen Bücher, die mir in schweigender Vollständigkeit die gegenseitig geschworene heilige Treue halten.
Häufig ist es schwerer, ein Buch loszuwerden, als es zu bekommen. Durch einen Pakt aus Bedürftigkeit und Vergessen sind sie an uns gebunden wie die Zeugen niemals wiederkehrender Augenblicke in unserem Leben. Solange sie da sind, können wir uns wenigstens einbilden, diese anzuhäufen. Ich kenne Leute, die jede Lektüre sorgfältig verbuchen, mit Tag, Monat und Jahr, sozusagen einen Kalender ihrer geistigen Erwerbungen führen. Andere schreiben ihren Namen auf die erste Seite und verleihen ein Buch erst, wenn sie den Empfänger mit Datum in ein Notizbuch eingetragen haben. Ich habe Bücher mit Stempeln wie in öffentlichen Bibliotheken gesehen und solche, in denen ein Kärtchen des Besitzers steckte. Niemand hat es gern, wenn ihm ein Buch abhanden kommt. Lieber verlegen wir einen Ring, eine Uhr oder unseren Schirm als ein Buch, das wir vielleicht nicht mehr lesen werden, das aber mit dem vertrauten Klang seines Titels ein altes, vielleicht verlorengegangenes Gefühl in uns wachruft.«
(Das Papierhaus)
von: Carlos Maria Dominguez


»Wo die Sonne der Kultur am tiefsten steht, werfen selbst Zwerge große Schatten.«
Stichworte: Kultur


»Leben ist die Kunst, taugliche Schlußfolgerungen aus unzureichenden Prämissen zu ziehen.«
Stichworte: Leben


»Wer eine Missetat im Sinn hat, findet überall einen Vorwand.«
(Male facere qui vult, nusquam non causam invenit.)

»In Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid.«
Stichworte: Neid


»Ironie ist die letzte Phase der Enttäuschung.«

»Tue nichts im Leben, das dich mit Angst erfüllt, wenn es dein Nachbar entdeckt.«
von: Epikur


»Es gibt nur ein Gut, das ich als wahrhaft kostbar, ja als unersetzlich betrachte, und das ist die Zeit. Wer über sie nach seinem Belieben verfügen kann, der ist glücklich, der ist reich.«
(Staatsrat del Teglia / 12. Kapitel)

»Reden lernt man durch reden.«
von: Cicero
Stichworte: Reden