Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Italienisch
Produktionsland : Italien
Länge (Minuten) : 1 Stunde 50 Minuten

Kurzbeschreibung


»Der Tod ritt dienstags« ist ein Western und Italowestern von Tonino Valerii. 1967 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. José Calvo, Ennio Balbo und Ferruccio Viotti.

Mitmachen / Fehler gefundenGern kannst Du bei Kritikatur mitmachen. Als kultureller Verein, Verlag, Buchhandlung oder als Nutzer angemeldet, bieten sich Dir vielfältige Möglichkeiten, sich zu präsentieren.

Auf dieser Seite befindet sich eine falsche Angabe oder es fehlt Information. Gib uns Bescheid, um hier nachzubessern.

Besetzung


Regie : Tonino Valerii
Produktion : Henryk Chrosicki
Drehbuch : Ernesto Gastaldi
Kamera : Enzo Serafin
Schnitt : Franco Fraticelli
Filmmusik : Riz Ortolani
Darsteller :
Lee Van Cleef Frank Talby
Giuliano Gemma Scott Mary
Walter Rilla Murph Allen
Christa Linder Gwen
Yvonne Sanson Vivian Skill
Lukas Ammann Richter Cutcher
Andrea Bosic Abel Murray
Giorgio Gargiullo Killer
Anna Orso Eileen
José Calvo Blind Bill
Ennio Balbo Turner
Ferruccio Viotti Sam Corbitt
Al Mulock Wild Jack
Hans-Otto Alberty Sam Corbitt
Benito Stefanelli Owen White
Ricardo Palacios Wirt der Cantina



Die Tage des Zorns...
...beginnen als Frank Talby (Lee van Cleef) in die Stadt kommt. Zunächst ahnt niemand was der Fremde will, doch verwundert es die meisten schon, das er sich ausgerechnet des wandelnden Fuß-Abtreters Scott (Giuliano Gemma) annimmt. Der weiß erst einmal nicht wie ihm geschieht, ist aber froh endlich jemanden gefunden zu haben, dem er nicht egal ist. So ist es denn auch nicht verwunderlich, das er bald zu Talbys größtem Fan wird. Der ist schließlich ein ganzer Kerl und nimmt sich einfach was er will. Mit dem Schießeisen kann er auch gut umgehen. Talby gibt sich Scott gegenüber abweisend und knochentrocken, weiß aber insgeheim schon längst, das er in dem jugendlichen Taugenichts einen gelehrigen Schüler gefunden hat, den er nach Lust und Laune manipulieren kann. Da Talby noch die eine oder andere Rechnung zu begleichen hat, macht er sich auf den Weg zum kassieren, immer mit Scott im Schlepptau. Der offenbart mit der Zeit manch verborgenes Talent und als der Zahltag näher rückt, sind die Verhältnisse längst nicht mehr so klar, wie zu Beginn der Partnerschaft. Talby muss sich gut überlegen, ob er in seinem Zauberlehrling nicht seinen Meister finden wird.





Quien sabe?
Entgegen so mancher euphorischer Kritiken zu diesem Film würde ich ein wenig Unmut auf mich ziehen indem ich den Film nicht als Meisterwerk deklariere. Wenn man den Italo-Western in Kategorien einteilen würde, wobei die drei Sergio's (Leone, Corbucci, Sollima) sowie einige wenige andere Regisseure zumindest mehrere Werke der ersten Stufe geschaffen haben, käme "I giorni dell'ira" von Tonino Valerii in die zweite Kategorie. Das liegt auch daran, das Valerii zwar gut bei seinem Meister Leone aufgepasst hat, jedoch nicht über dessen Talent verfügt. So bleibt sein bester Film dann auch MEIN NAME IST NOBODY bei dem der Großmeister in nicht nur einer Szene deutlich selbst Hand angelegt hat. Wie das so ist mit dem Einfluß der Mentoren. Der Mentoren-Western hingegen ist ein kleines Subgenre welches Perlen wie DA UOMO A UOMO oder im US-Western THE TIN STAR und NEVADA SMITH hervorgebracht hat, daneben aber auch viele schwächere Filme. DER TOD RITT DIENSTAGS gehört zwar zu den besseren Spaghetti-Western, bleibt aber trotzdem hinter den Erwartungen zurück. Das liegt nicht am Spiel der beiden Hauptdarsteller. Während Lee van Cleef hier fast so schön böse sein darf wie in "Il buono, il brutto, il cattivo", bietet der von Luchino Visconti entdeckte Giuliano Gemma hier eine seiner besten Vorstellungen im Genre. Seine Rolle ist vielschichtig und gut geschrieben und bietet dem Italiener die Möglichkeit seine ganze Bandbreite zu zeigen. Vom naiven Jüngling, der ständig das Opfer ist, bis zum harten unerbittlichen Revolvermann, der noch rechtzeitig sein Gewissen entdeckt. Auch die Nebendarsteller wissen zu überzeugen, vor allem der unvergessliche Al Mulock, der schon bei Leone sein eindrucksvolles Gesicht zeigen durfte. Die Musik von Riz Ortolani ist fetzig, die Action-Szenen können sich sehen lassen.
Die Schwächen sind bei diesem Film ebenso klar zu definieren wie die Stärken. So beginnt der Film doch recht holprig, um dann nach gut zwanzig Minuten seinen Rhythmus zu finden. Einige Szenen sind, wie in vielen anderen Italo-Western auch, schlampig inszeniert. Der Spannungsaufbau will erst gegen Mitte des Filmes richtig funktionieren, von einigen Logiklöchern und Ungereimtheiten bezüglich der Motivation einiger Figuren abgesehen. Zuweilen gibt es melodramatische Momente, die nicht so recht ins Bild passen wollen und dann und wann wurden die berühmten Vorbilder allzu deutlich kopiert. Insgesamt hätten dem Film einige Minuten weniger an den richtigen Stellen gut zu Gesicht gestanden. So bleibt ein meist kurzweiliger, am Anfang etwas schwerfälliger Western der härteren Gangart mit überzeugendem Hauptdarsteller-Duo, der besser als die meisten seiner Art ist, mit den Großtaten des Genres aber nicht mithalten kann. Und was das alles mit dienstags zu tun hat erklärt sich auch nicht wirklich. Vermutlich haben die deutschen Titelgeber den Film an einem Dienstag gesehen und es ist ihnen nichts besseres eingefallen.




Kurzkritiken


     
Überdurchschnittlich guter Italo-Western aus der Blütezeit des Genres, mit guten Schauspielerleistungen, aber beileibe kein Meisterwerk.




Linktipp: »Western« als Genre haben auch