Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Stichwort : Literaturverfilmung
Produktionsland : USA
Literaturvorlage : Irgendwann gibt jeder auf
 
Thema : Gangstersyndikat, Rache, Überfall, Verrat, Mafia
Figur : Gangster, Immobilienmakler
Ort : Miami
 


Kurzbeschreibung


»Parker« ist ein Kriminalfilm von Taylor Hackford. 2012 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Jason Statham, Jennifer Lopez und Nick Nolte.


Regie : Taylor Hackford
Produktion : Taylor Hackford, Les Alexander, Steve Chasman
Drehbuch : John J. McLaughlin, Donald E. Westlake
Kamera : J. Michael Muro
Schnitt : Paul Murphy
Filmkomposition : David Buckley
Darsteller : Jason Statham als Parker
Jennifer Lopez als Leslie
Nick Nolte
Michael Chiklis als Melander
Clifton Collins Jr. als Ross
Wendell Pierce
Sala Baker als Ernesto
Patti LuPone
Emma Booth
Daniel Bernhardt als Kroll
Kirk Baltz als Bobby
Carlos Carrasco als Norte


Literaturvorlage


Irgendwann gibt jeder auf
Irgendwann gibt jeder auf
(Donald E. Westlake)
Roman




Irgendwann gibt jeder auf
Parker (Jason Statham) ist ein harter Hund. Ein Mann mit Prinzipien. Einer der zu seinem Wort steht. Von Hurley (Nick Nolte), dem Vater seiner Freundin (Emma Booth), bekommt er den Job vermittelt gemeinsam mit vier anderen Typen (u.a. Michael Chiklis) bei einem Volksfest die ganz große Kasse zu machen. Einer, Hardwicke (Michah Hauptman), schlägt aus der Reihe, hält sich nicht an den Plan. Das findet Parker gar nicht gut, lässt es jedoch durchgehen. Nach getaner Arbeit will er seinen Anteil und die Typen hinter sich lassen. Das gelingt ihm nur mit einer Kugel im Rücken und von der Beute hat er auch nichts. Doch ein Mann geht seinen Weg. Von jetzt an setzt er alles daran, seinen Anteil zu bekommen und mit den Kerlen abzurechnen. Das wird nicht einfach, stellt sich doch heraus das Hardwicke der Neffe eines Chicagoer Mafia-Bosses ist. Davon lässt sich einer wie Parker nicht beeindrucken. Im sonnigen Palm Beach, wo die Bande bereits ihren nächsten Coup plant, kommt er ihnen auf die Schliche und bereitet seine Rache vor. Von Leslie Rodgers (Jennifer Lopez), einer attraktiven Immobilien-Maklerin erhält er unerwartete, wenn auch nicht ganz uneigennützige Unterstützung. Der Killer (Daniel Bernhardt) den die Mafia auf ihn angesetzt hat ist bald Parkers geringstes Problem. Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Schließlich geht es ums Prinzip.





Flashfire
Nach dem größten Triumph seiner Karriere mit RAY (2004) und dem verhältnismässig kleinen Film LOVE RANCH (2010), der Zusammenarbeit mit seiner Frau Helen Mirren, meldet sich der Oscar-Prämierte Regisseur Taylor Hackford nun mit einem knallharten Thriller zurück, der auf den ersten Blick nicht so recht in sein Oeuvre passen will. Zwischen seinen Regie-Arbeiten liegen oft mehrere Jahre und normalerweise beschäftigt er sich durchaus mit "größeren" Themen. Nun ein Star-Vehikel für Jason Statham? Der Eindruck täuscht. Fern ab von den immer gleichen Rollen-Modellen passt Statham perfekt durch seine Physis und sein Image zum Charakter Parker, einer Figur die seit den Sechziger Jahren von Donald E. Westlake unter dem Pseudonym Richard Stark in nunmehr über zwanzig Romanen etabliert wurde. Verfilmt wurden ebenfalls einige davon, wobei die bekanntesten POINT BLANK (John Boorman, 1967) und PAYBACK (Brian Helgeland, 1999) sein dürften, in denen Lee Marvin bzw, Mel Gibson in die berühmte Rolle schlüpften.

Jason Statham zeigt unter Hackfords versierter Regie eine seiner stärksten Vorstellungen. Sein Parker ist ein analoger Anti-Held in einer digitalen Welt, der sein Ding bis zum Ende durchzieht und dabei ordentlich Federn lässt. Er ist nicht der Über-Gangster, der cleverer ist als die Anderen, aber durch seine verbissene Zielstrebigkeit erreicht er seine Ziele und ist dafür bereit alles zu opfern, sogar sein Leben. Denn so ein Leben, wie er es führt kann nur funktionieren wenn man sich treu bleibt. Deshalb sind ihm seine Prinzipien so wichtig. Nur wer sich an die eigenen, sich selbst gesetzten Maßstäbe hält, kann in einer Welt wie der seinen überleben. Dabei ist Statham nicht so stoisch wie Lee Marvin und weniger humorvoll als Mel Gibson, wenn er sich auch hin und wieder ein Lächeln abringen kann. Er verkörpert die Figur würdig und ich kann mir gut vorstellen weitere Abenteuer mit ihm zu erleben. Schließlich ist Statham der erste Darsteller, der auf Wunsch Westlakes gleich für mehrere Auftritte unterschrieben hat, weshalb die Figur auch erstmals so heißen darf wie in den Romanen, nämlich Parker.

Der Look des Filmes ist wirklich atemberaubend. Florida erstrahlt in hellstem Glanz, die Aufnahmen der Digital-Kamera J. Michael Muro's sind wirklich großartig. Man bekommt ein Gefühl für den Schauplatz, man „sieht“ Palm Beach großflächig, spürt das dortige Lebensgefühl regelrecht. Das ist ungemein wohltuend wenn man weiß das kaum noch Filme an Original-Schauplätzen gedreht werden und der Zuschauer zumeist mit kurzen Postkarten-Aufnahmen abgespeist wird. Zudem ist die Kamera immer ganz nah an den Personen, so das vor allem in den mit äußerster Brutalität ausgeführten Zweikämpfen, es sind einige, jedes Geräusch spürbar wird. Wenn es weh tut, dann richtig. Das ist hart, zynisch und brutal und erscheint stellenweise etwas sadistisch, ist aber tatsächlich von einer rohen Direktheit, die einem die zwingende Rücksichtslosigkeit der handelnden Verbrecher, und das sind sie alle, absolut realistisch vor Augen führt.

Der Film ist ganz auf Statham zugeschnitten, in den Nebenrollen perfekt gecastet und gespielt. Nick Nolte als alter, verlebter Gauner ist ganz in seinem Element. Jennifer Lopez als alternde Latina gewohnt sympatisch, wobei anzumerken ist, das Hackford uns eine aufgesetzt wirkende Liebesbeziehung zwischen Parker und Leslie dankenswerterweise erspart. Die „böseren“ Gangster werden von einem charismatischen Michael Chiklis (The Shield) angeführt und durch weitere Genre-Erfahrene Darsteller wie Clifton Collins jr. (Crank 2) und Wendell Pierce (The Wire) ergänzt. Der Schweizer Daniel Bernhardt (Matrix Reloaded) hat einen schlagkräftigen Auftritt als Killer und die loyale Freundin Parkers wird von der Australierin Emma Booth (The Boys Are Back) gespielt.

Taylor Hackford geht mit seinem geradlinigen klassischen Gangsterfilm keineswegs den Weg des geringsten Widerstandes. Unterschwellig gibt es eine Menge Kapitalismus-Kritik, Gedanken die ein im Untergrund lebender Protagonist geradezu herausfordert. So durchorganisiert Parkers Alltag abläuft, so oft ist er auch auf die Hilfe von ganz normalen Menschen angewiesen. Und die helfen ihm weil sie erkennen das er einer von ihnen sein könnte und sich zwar gegen das System, nicht aber gegen die Gesellschaft stellt. Insgeheim macht er das was viele gerne würden, indem er sich nur da bedient wo es auch etwas zu holen gibt. Solche sind meistens versichert und haben selten eine weiße Weste. So empfindet man am Ende fast so etwas wie Sympathie für diesen Outlaw.

Man kann den Film aber auch einfach als harten Action-Krimi genießen und kommt trotzdem voll auf seine Kosten.





     
Oscar-Preisträger Taylor Hackfords kompromissloses Thriller-Comeback nach einem Roman von Richard Stark bietet düstere Charaktere im sonnigen Florida und macht keine Gefangenen.



»Parker« als in literarischen Werken


Irgendwann gibt jeder auf