Literarisches Werk


Nach Europa !

Nach Europa !

- Das junge Affrika auf dem Weg zum alten Kontinent -
(Le ruée vers l´Europe)

Stephen Smith

 



Übersicht

(1 Punkt)

Originalsprache : Französisch
Umfang : ca. 238 Seiten
 
Thema : Klimawandel, Flucht, Migration
 


Kurzbeschreibung


»Nach Europa !« ist ein Sachbuch von Stephen Smith. 2018 wurde das literarische Werk zuerst veröffentlicht.


Ein, was die Flut der Zahlen angeht, die der Auto hier präsentiert, auf den ersten Blick geradezu furchterregendes Buch, dessen Untertitel zudem noch den verspäteten Untergang des Abendlandes suggeriert.
Aber sicher ein sehr notwendiges Buch, auch wenn die Art und Weise, mit der Smith an die Thematik herangeht, bei vielen Kritikern umstritten ist. Einer von ihnen - meist hochkarätige Wissenschaftler, die mit der Materie vertraut sind - ist der heute an der Universität Bayreuth lehrender Historiker Joël Glasman, der zur politischen Geschichte West- und Zentralafrikas forscht. Er wirft Smith u.a vor, sich mit seinem Buch weit von einer vertretbaren Darstellung entfernt zu haben und bezichtigt ihn der statistischen Spinnerei und der poltischen Manipulation. Mit den vielen Zahlen und einer Flut von wissenschaftlichen Zitaten (namedropping) deklariere er seine Arbeit als wissenschaftliche Erkenntnis, die von der überwiegenden Zahl der Vertreter seiner Zunft nicht geteilt würden. Auch stößt sich Glasman an vielen Vokabeln, die Smith in seiner Untersuchung verwendet, die allesamt auf den Katastrophenmodus gerichtet seien. Zitat Glasman: „Afrika wird als ´Ozean des Elends` beschrieben, der eine ´gewaltige Migrationswelle` produzieren soll. Migranten werden ´aus den Dörfern in die Städte gespült`, während die nächste ´Flutwelle der Süd-Nord-Migration`, die, nun von den weniger entwickelten Regionen ausgehend, ´um den Globus schwappt`". Weiter `schreibt Glasman: "Es scheint, als diene der ständige Vergleich der Migration mit ´Strömen` und ´Flutwellen` vor allem dem Ziel, beim Leser das Gefühl des Ertrinkens auszulösen. Dies ist eine gängige Praxis in Texten über Migration: Die Metaphorik aus dem Bereich der Naturkatastrophen vermitteln einen Eindruck von Unvermeidbarkeit.
Bei allem Verständnis für die notwendige rhetorische Auseinandersetzung unter Fachleuten, scheint es mir als Leser viel wichtiger zu sein, dass dieses Thema überhaupt einmal in detaillierter Form angesprochen wird, denn eines ist bei aller Zahlenstreiterei bestimmt sicher: Die Bevölkerung Afrikas wächst in den nächste drei Jahrzehnten derart rapide, dass es, wenn nicht sofort und mit allen Kräften durch gezielte Aktionen gegengesteuert wird zum unvermeidlichen Kollaps kommen wird.. Für das „Wie ?“ gibt es viele Ansatzpunkte. Das gilt übrigens auch für die Veränderung des Klimas, das den gesamten Problemkomplex noch zusätzlich verstärkt