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Literarisches Werk


Der Überläufer

Siegfried Lenz

 



Übersicht


Originalsprache : Deutsch
Umfang : ca. 356 Seiten
 
Thema : Soldateneinzelschicksal
Ort : Ukraine
Zeit : Zweiter Weltkrieg
Zeit : Sommer 1944
 


Kurzbeschreibung


»Der Überläufer« ist ein Roman von Siegfried Lenz. 2016 wurde das literarische Werk zuerst veröffentlicht.


Im Sommer 1944, dem letzten Sommer des zweiten Weltkrieges – die Deutsche Wehrmacht befindet sich bereits auf dem Rückzug von der russischen Front – soll eine kleine Gruppe Soldaten unter Führung des Unteroffiziers Stehauf in einem Sumpfgebiet nahe Kiew in der Ukraine (wahrscheinlich die Pripjet Sümpfe) eine Bahnstrecke bewachen, um den über diese laufenden Nachschub vor Partisanen zu schützen.
Der Soldat Proska gerät auf dem Rückweg von einem Heimaturlaub mit dem Partisanenmädchen Wanda in Berührung, die später ein Kind von ihm bekommt. Zurück in seiner Einheit müssen er und seine Kameraden in der unerträglichen Hitze und Mückenplage der Sümpfe die Schikanen ihres Gruppenführers Stehauf ertragen. Nachdem er mehrmals mit seinem Kameraden und Freund Wolfgang Kürschner (genannt: das Milchbrötchen) das verbrecherische Tun der deutschen Naziklicke sowie die Unsinnigkeit ihrer Aufgabe und ihres Hierseins erörtert hatte, wird dieser auf einem Streifengang von den Partisanen aufgegriffen und ist zu ihnen übergelaufen. Als man auch ihn gefangen nimmt, bleibt ihm nur die Wahl zwischen Tod durch Erschießen und Kooperation mit dem Gegner, wobei er sich für das Letztere entscheidet.
Im weiteren Verlauf des Vorrückens der russischen Armee nach Westen gelangen Proska und ´Milchbrötchen` in heimatliche Gegenden und es kommt in dem Dorf, in dem Proskas Schwester verheiratet ist, zu einem unheilvollen Zusammentreffen mit deren Mann, seinem Schwager, bei dem dieser und sein Freund Milchbrötchen ihr Leben verlieren.
Nach Kriegsende sieht sich Proska als wichtiger Verbindungsmann zwischen den siegreichen Russen und der deutschen Bevölkerung. Als er die Methoden der Kommunisten durchschaut hat, verweigert er dem ihn führenden Oberst die Mitarbeit und flieht, um nicht selbst in Bedrängnis zu geraten, in den Westen. In einem Brief an die Schwester bekennt er sich schuldig am Tod des Schwagers.





Zwischen Pflicht und Gewissen
Unverhofft noch ein ´Lenz` und was für einer. In seinem Nachlass fand sich dieser 1951 entstandene Roman, den in dieser Form zu veröffentlichen, sich damals kein Verleger traute.
In den Nachkriegsjahren schien es wegen des politischen Klimas der Adenauerzeit nicht opportun, „Überläufer“ der Deutschen Wehrmacht zur Roten Armee angesichts der bedrohlichen Verhärtung zwischen den Westmächten und dem Ostblock zum Thema zu machen.
Welch ein Glück, dass dieses mit diesem Buch wieder einmal nachgeholt werden kann, denn gerade für die jüngere Generation sind die hier gezeigten Konflikte zwischen der sog. Pflichterfüllung und dem eigenen Gewissen eine sehr wichtige Hilfe für ihre politische Bildung.
Worum es geht, vgl. unter „Handlung“.





Linktipp: »2016« als Erscheinungsjahr haben auch