Film


Der Weg der Verdammten

Der Weg der Verdammten

(Buck and the Preacher)

Sidney Poitier

 



Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Produktionsland : USA
Länge (Minuten) : 1 Stunde 42 Minuten
 


Kurzbeschreibung


»Der Weg der Verdammten« ist ein Western von Sidney Poitier. 1972 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Sidney Poitier, Harry Belafonte und Ruby Dee.


Regie : Sidney Poitier
Produktion : Joel Gilckman
Drehbuch : Ernest Kinoy
Kamera : Alex Phillips Jr.
Schnitt : Pembroke J. Herring
Filmkomposition : Benny Carter, Sonny Terry, Brownie McGhee
Darsteller : Sidney Poitier als Buck
Harry Belafonte als The Preacher
Ruby Dee als Ruth
Cameron Mitchell als Deshay
Denny Miller als Floyd
Nita Talbot als Madame Esther
John Kelly als Sheriff
Tony Brubaker als Headman
Bobby Johnson als Man Who Is Shot
James McEachin als Kingston
Clarence Muse als Cudjo
Lynn Hamilton als Sarah
Doug Johnson als Sam
Errol John als Joshua



Unheilige Allianzen
Buck (Poitier), ehemaliger Unionssoldat, führt kurz nach dem Ende des Bürgerkrieges Trecks befreiter Sklaven, eben jene Exodusters, von Louisiana nach Colorado, wo freies Land darauf wartet besiedelt zu werden. Doch die Pflanzervereinigung von Louisiana hat etwas dagegen, das ihre wertvollen Arbeitskräfte einfach stiften gehen und beauftragen Männer, wie den skrupellosen Deshay (Cameron Mitchell), die Familien zurückzuholen, am besten mit Gewalt. So überfallen des Nachts Deshay und seine Bande von Nightriders immer wieder die ahnungslosen Ex-Sklaven, zerstören die Lager, töten das Vieh und verbrennen die Wagen um sie zu zwingen umzukehren und machen dabei auch vor Mord nicht halt. Auf Bucks Kopf wurde ein Kopfgeld ausgesetzt und nun sind die Jäger auch hinter ihm her. Doch ihm gelingt es zu fliehen. Als er in der Wüste, völlig erschöpft auf den Prediger Willis Oakes Rutherford (Belafonte) vom hohen und niederen Orden der heiligen Glaubenskirche trifft, klaut er ihm kurzerhand das Pferd, da seines keinen Schritt mehr gehen kann. Der ist darüber natürlich alles andere als amüsiert und erzählt bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit Deshay von seinem Missgeschick, der ihm daraufhin 500 Dollar bietet, wenn er Buck findet und ihm tot oder lebendig zuführt.
Wie es der Zufall so will begegnen sich "Buck and the Preacher" (O-Titel) bald beim nächsten Siedler-Treck wieder. Sie klären ihre Angelegenheiten und gehen nicht das letzte Mal auseinander. Auch dieser Treck wird überfallen und seiner gesamten Ersparnisse beraubt. Buck und Rutherford schliessen sich zusammen um die Kasse zurückzuholen. Doch kann Buck dem Prediger trauen?





Black Western Power
Nachdem er eher unfreiwillig den Job des Regisseurs von Joseph Sargent ("Streets of Laredo - Der letzte Ritt", 1995) wegen sogenannter kreativer Differenzen übernommen hatte, gab Sidney Poitier neben Produktion und Hauptrolle hier auch noch sein Regiedebüt, dem acht weitere Arbeiten folgen sollten. Er habe sich bereits als Kind gefragt, wo denn die Schwarzen in den alten Western, die er so gerne sah, geblieben seien. Also suchte er einen Stoff, den er mit seinem Freund Harry Belafonte umsetzen wollte und entschied sich letztendlich für die historisch verbürgte Geschichte der "Exodusters". Basierend auf einer Geschichte von Drake Walker, nach einem Drehbuch von Ernest Kinoy, fiel im Frühjahr 1971 die erste Klappe in der Nähe von Durango, Mexiko.
Sidney Poitier hat bei sich so manches Talent wachgekitzelt und uns ganz klar einen Gefallen getan mit seinem Debüt als Regisseur. Mit Führungsqualitäten bei der Interaktion der Schauspieler, den einfallsreichen Kameraeinstellungen bei den Außenaufnahmen und nicht zuletzt inszenatorischem Geschick bei den zahlreichen Actionszenen gibt er der Floskel "Black Power" hier ihre volle Berechtigung. In der Rolle des Buck gibt er der anfangs ähnlich extrem cool angelegten Figur wie sein Toller in "Duell in Diablo" (Ralph Nelson, 1966), im späteren Verlauf einiges an Sensibilität, ohne jedoch an Charisma einzubüßen. Und wo wir gerade beim Büßen sind, Gelegenheitsschauspieler Harry Belafonte ("White Man's Burden" Desmond Nakano, 1995 (Tip!) als windiger, nicht ganz freiwilliger Preacherman setzt dem ganzen die Krone auf. Mit Verve gibt er das Schlitzohr, dem man zwar nicht trauen aber auch nicht böse sein kann, denn wenn es darauf ankommt zeigt er Herz und davon viel. Sein Auftritt erinnerte mich an den vom scheinheiligen Priester David Warner in "The Ballad Of Cable Hogue" (Sam Peckinpah, 1970). Bei den Nebenrollen stechen Spike-Lee-Star Ruby Dee ("Do The Right Thing", 1989) als resolute Stand-by-your-Man-Amazone, sowie naturgemäß Cameron Mitchell ("Minnesota Clay", Sergio Corbucci, 1964) hervor. Alle anderen gehen, ohne weitere Akzente zu setzen, ebenfalls in Ordnung. Ein Großer Pluspunkt ist in jedem Fall der fantastische Blues-Soundtrack, gespielt von Sonny Terry und Brownie McGhee, komponiert von Benny Carter.
Trivia:
In "Silverado" (Lawrence Kasdan, 1985) betritt Danny Glover einen Saloon um ein Glas Whiskey zu trinken und tut dies, freilich nach einigen rassistisch motivierten Einwänden. In "Der Weg der Verdammten" muss sich Harry Belafonte die Flasche an der Hintertür kaufen. Na dann Prost!





     
In dieser Geschichte wird beidhändig scharf geschossen, es gibt so manchen wilden Ritt, es werden einige unheilige Allianzen geschmiedet und wieder gelöst (auch gewalttätig) und die Spannung steigt bis zur letzten Minute unaufhörlich.