Literarisches Werk


Wir wollten nichts - Wir wollten alles

Wir wollten nichts - Wir wollten alles

(Dig og mig ved daggry)

Sanne Munk Jensen, Sanne Munk Jensen

 



Übersicht


Originalsprache : Dänisch
Stichwort : Jugendbuch, Postmortale Erzählperspektive
 
Thema : Drogen, Erwachsenwerden, Gewalt, Erste Liebe, Selbstmord, Abhängigkeit, Flucht
Figur : Drogendealer, Junges Paar
Ort : Dänemark
 
Verlag : Oetinger
 


Kurzbeschreibung


»Wir wollten nichts - Wir wollten alles« ist ein Roman von Sanne Munk Jensen und Sanne Munk Jensen. 2013 wurde das literarische Werk zuerst veröffentlicht.


Zuckererwatteparadies im Regen
Der Roman reiht sich ein in zuletzt immer härter werdende Jugendgeschichten. Es wird fleißig gestorben, umgebracht, mit dem Tod gespielt beziehungsweise der Tod verarbeitet. Hier beginnt alles mit einem Doppelselbstmord, nachfolgend wird die Geschichte dazu erzählt. Diese kann zweifelsohne fesseln und sogar verstören. Der Schreibstil ist flüssig, die Abwechslung zwischen post- und praemortaler Erzählperspektive sorgt für Abwechslung und trotz des Wissens um den Ausgang für Spannung. Allerdings kann man sich durchaus fragen, ob die tödliche Konsequenz insbesondere für das Mädchen so zwingend ist und nicht überdramatisiert. Auch hätten ihre Eltern noch ein wenig mehr als Antipoden ausgearbeitet werdenn können, um ihre bedingungslose Folgsamkeit zu ihrem Freund begreiflich werden zu lassen. So weht ein vielleicht etwas zu starker Wind des Naiven durch den Roman. Schnell und unkompliziert Geld verdienen mit Drogen verticken, gehört da natürlich auch dazu.
Trotzdessen ist "Wir wollten nichts - Wir wollten alles" insgesamt beachtlich und eine aufwühlende Lektüre.





     




Ulrich Sonnenberg (2015)



Wir wollten nichts. Wir wollten alles
Wir wollten nichts. Wir wollten alles
(Sanne Munk Jensen)

Oetinger, 2015, 336 S., Geb.
16,99 €