Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Produktionsland : Großbritannien, USA
Reihe : James Bond (Filmreihe)
Länge (Minuten) : 2 Stunden 23 Minuten
Thema : Spionage, Spionageabwehr, Geheimdienst, Terrorismus, Terroranschlag
Figur : Agent, Spion, Geheimagent, Terrorist
Ort : Großbritannien, London, Türkei, Istanbul, Shanghai, Macau, Schottland

Kurzbeschreibung


»Skyfall« ist ein Spionagefilm von Sam Mendes. 2012 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Tom Wu, Simon DeSilva und Milorad Kapor.

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Besetzung


Regie : Sam Mendes
Produktion : Michael G. Wilson, Barbara Broccoli
Drehbuch : John Logan, Neal Purvis, Robert Allison Wade
Kamera : Roger Deakins
Schnitt : Stuart Baird
Filmmusik : Thomas Newman
Darsteller :
Daniel Craig James Bond („007“)
Judi Dench „M“
Bérénice Marlohe Severine
Javier Bardem Raoul Silva
Ralph Fiennes Gareth Mallory
Naomie Harris Eve
Ben Whishaw „Q“
Helen McCrory Clair Dowar
Albert Finney Kincade
Rory Kinnear Bill Tanner
Ola Rapace Patrice
Tonia Sotiropoulou
Nichola Fynn
Santi Scinelli einen Londoner Pendler
Tom Wu
Simon DeSilva einen Pendler
Milorad Kapor einen Kapitän
Ben Loyd-Holmes einen Agenten
Duncan Meadows einen Isolationsmann
Mihai Arsene ein türkischer Arbeiter
Beatrice Curnew Susan Horrocks
Benjayx Murphy ein Whitehall- und Tube-Pendler
Mayo Oliver ein Feuerkämpfer
Glenn Webster Autofahrer
Alan Low Casino, Martini und Bar-Gast
Michael G. Wilson (Cameo)



Man lebt nur zweimal
Das Motto von SKYFALL ist getreu der Überschrift einem anderen James-Bond-Spektakel von 1967 entliehen. YOU ONLY LIVE TWICE mit dem großartigen Sean Connery in der Hauptrolle. Auch dieses Mal, und da verrate ich nicht zu viel, kommt der berühmteste Geheimagent der Welt in der Vor-Titelsequenz vermeintlich zu Tode, um anschließend seine Auferstehung zu feiern. Nur sind hier die Bedingungen andere.War damals Bonds Ableben Teil eines streng geheimen Plans des MI6, geschieht es hier eher unfreiwillig durch den Fehlschuss einer Kollegin (Naomi Harris) im direkten Auftrag von M (Judi Dench). Doch James Bond (Daniel Craig) hat nicht so viele Abenteuer überlebt, um hier noch vor dem Vorspann den Löffel abzugeben. M muss sich in London erklären während 007 irgendwo im nirgendwo seine Wunden leckt. Als ein Terror-Anschlag auf den MI6 viele Todesopfer fordert, kehrt Bond nach England zurück und setzt sich mit M in Verbindung. Es gilt herauszufinden wer diesen Anschlag verübt hat und warum. Doch dafür muss Bond erstmal einen Rundum-Check über sich ergehen lassen, um zu beweisen das er noch ganz der Alte ist. Nach abgeschlossener Überprüfung mit mehr oder weniger überzeugenden Ergebnissen erhält er seinen inoffiziellen Auftrag und wird dafür vom neuen Q (Ben Wishaw) mit den nötigen Gimmicks ausgestattet. Die Reise führt ihn unter anderem nach Shanghai, wo er über die verführererische Severine (Bérénice Marhole) auf die Spur eines gewissen Silva (Javier Bardem) gelockt wird, der gar schreckliches im Schilde führt.





Ein Bond mit Ladehemmung
Nichts ist wie es scheint im neuen BOND. Von Beginn an werden falsche Fährten gelegt, Fallen gestellt. Man ist lange Zeit im unklaren über das was der Film eigentlich erzählen will. So werden Erwartungen geschürt, die dann in einer einzigen Szene, auf die lange hingearbeitet wird, ihre Entsprechung finden. Der Auftritt von Silva, verkörpert durch den großen Javier Bardem. Sein Schurke ist anders als alle seine Vorgänger. Die Figur interessant, neuartig und mutig angelegt. Ein Auftritt, der das Warten lohnt. Eine geschlagene Stunde dauert es, bis mit dieser Szene die Erfüllung eines Versprechens angedeutet wird, das bereits mit CASINO ROYALE gegeben wurde. Nämlich das Versprechen der intelligenten, zukunftsorientierten Neuausrichtung der 007-Reihe, beginnend mit der Installation eines völlig neuartigen James Bond durch die Personalie Daniel Craig. Der britische Charakterdarsteller stellte die Figur auf den Kopf und gab ihr eine Ernsthaftigkeit und Brutalität zurück, die sie zuvor eigentlich nur in Ian Flemings Romanen hatte. Craig wirkte dabei in CASINO ROYALE, ebenso in QUANTUM, wie eine von der Leine gelassene britische Bulldogge, die von tiefer innerer Zerissenheit angetrieben wird. Eine Figur, die ihre dunkle Seite auslebt im Dienste der Königin. Welch spannende Prämisse.
Nun hat ein Regisseur das Ruder übernommen, der bereits für seinen ersten Spielfilm AMERICAN BEAUTY mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Hinter die Kamera wurde der ebenfalls OSCAR-Gekrönte Roger Deakins geholt und auch sonst protzt die Produktion mit großen Namen vor (z.B. Ralph Fiennes, Albert Finney) und hinter den Kulissen (z.B. Stuart Baird). Nach dem starken Auftakt CASINO ROYALE von Martin Campbell stieß EIN QUANTUM TROST von Marc Forster bei Kritik wie Publikum auf ein sehr gemisches Echo. Zu kurz, zu schnell, zu hektisch. Der Film bot eine breite Angriffsfläche. Die einen feierten ihn für sein Kompromisslosigkeit, für seine Verknappung altbekannter Versatzstücke, für seine Reduzierung auf das Wesentliche, welches nur noch zu erahnen war. Andere schlugen auf ihn ein für seinen vermeintlichen Verrat an der Serie, seine Andersartigkeit, nichts mehr mit DEM Bond gemein zu haben, den man doch kennt. Ich, der ich die Bond-Tradition schätze, gebe zu letzteren angehört zu haben. Nach mehrfacher Sichtung konnte ich mich jedoch relativieren und QUANTUM als Experiment ansehen, für das die Zeit vielleicht (noch) nicht reif war. Nachdem Mendes und sein Team kundgetan haben, sich von den Vorgängern lösen zu wollen, war ich erleichtert. Traditionelle Wege sollten zum 50sten Bond-Jubiläum beschritten werden. Womöglich ein Schritt in die richtige Richtung.
SKYFALL scheint tatsächlich wieder ein klassischer 007-Thriller zu sein. Der Retro-Look stimmt. Die Action-Szenen sind wuchtig. Die Bond-Regularien werden von A bis Z abgearbeitet. Doch drängt sich mit zunehmender Laufzeit der Eindruck auf, das hier alles getan wurde um niemandem ernsthaft weh zu tun. Der Eindruck, allen gefallen zu wollen. Ich glaube ja an die 007-Film-Weisheit: Ein Bond-Film ist wie sein Titel-Song. Bei CASINO ROYALE gab es eine nach vorn preschende Altenative-Rock-Nummer von Chris Cornell, passend zum Filmcharakter. In QUANTUM hörte man Alicia Keys und Jack White mit einem experimentellen Song und nun die unvermeidliche Adele mit einem äußerst lahmen Retro-Soul-Titel. Im Nachhinein betrachtet auch wieder passend. Denn wie der Song bleibt der Film, wie auch einige andere Filme von Regisseur Sam Mendes, ständig ein Versprechen. Ein Versprechen etwas auf größeres, das nie kommt, sich nie einstellt. Ein Bond mit Ladehemmung. Letztendlich ist auch der Film selbst nicht so, wie er zu sein scheint. Mindestes zwanzig Minuten zu lang, vor allem in der ersten Hälfte. Ein zu spät auftretender Bösewicht, der in gerade Mal in zwei Szenen sein außerordentliches Talent zeigen kann. Danach verliert sich die Geschichte in einer belanglosen Schema-F-Rache-Story, in der alles was vorher so komplex angerichtet wurde zerfällt. Bardems erster Auftritt bleibt dann auch der einsame Höhepunkt eines Filmes, dessen weitere Handlung an Banalität nicht zu überbieten ist. Zudem fällt Bond mit einigen chauvinistischen Witzchen wieder in alte Connery/Moore-Zeiten zurück, die man längst hinter sich geglaubt hatte und die zu Craig im übrigen überhaupt nicht passen.
Wer einen handelsüblichen Actionthriller a'la Hollywood erwartet, wird hervorragend bedient. Wer allerdings eine ernsthafte Fortführung der erfolgreichsten und langlebigsten Filmreihe der Kino-Geschichte erwartet, muss einmal mehr enttäuscht sein. So bleibt CASINO ROYALE auch weiterhin ein Versprechen, auf dessen Einlösung wir uns weiter gedulden müssen.
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Durchschnittliche 5 Punkte




Kurzkritiken


     
In der ersten Hälfte zu lang, in der zweiten zu belanglos. Immerhin umrahmen beide Hälften eine großartige Szene. Ein Bond mit Ladehemmung.




Linktipp: »USA« als Produktionsland haben auch