Übersicht


Namensvariante : Nacht in der Prärie
Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Stichwort : Western Noir
Produktionsland : USA
Filmtechnik : Schwarzweißfilm
Länge (Minuten) : 1 Stunde 28 Minuten

Kurzbeschreibung


»Gun Man« ist ein Western von Robert Wise. 1948 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Clifton Young, Tom Tyler und George A. Cooper.

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Besetzung


Regie : Robert Wise
Produktion : Sid Rogell, Theron Warth
Drehbuch : Lillie Hayward
Kamera : Nicholas Musuraca
Schnitt : Samuel E. Beetley
Filmmusik : Roy Webb
Darsteller :
Robert Mitchum Jim Garry
Barbara Bel Geddes Amy Lufton
Robert Preston Tate Riling
Walter Brennan Kris Barden
Phyllis Thaxter Carol Lufton
Frank Faylen Jake Pindalest
Tom Tully John Lufton
Charles McGraw Milo Sweet
Clifton Young Joe Shotten
Tom Tyler Frank Reardon
George A. Cooper Fred Barden
Tom Keene Ted Elser
Bud Osborne Cap Willis
Zon Murray Nels Titterton
Robert Bray Bart Daniels



Mann ohne Heimat
Der Reiter kommt aus dem Nirgendwo durch den Regen, während sich langsam die Dunkelheit über das unwegsame Land legt. Er schlägt ein Lager für die Nacht in der Prärie auf, mehr schlecht als recht gewählt und bettet sich zur Ruhe. Diese Ruhe ist nur von kurzer Dauer. Denn bald beginnt die Erde zu beben und die Erkenntnis donnernde Hufe zu hören, weicht schnell der Gewissheit das sein Leben in diesem Moment bereits in höchster Gefahr ist. Ein kurzerhand erklommener Baum vermag selbiges zu retten, sein Hab und Gut freilich nicht. Eine Rinder-Stampede macht den Besitzenden zum Besitzlosen, der gerade dabei ist seine neue Lebenssituation zu verarbeiten, als er erneut Besuch erhält. Dieses Mal ist der Besuch menschlicher Natur. Es ist ein Cowboy, der den Mann nach kurzer Befragung in das eigene Lager zu einer willkommenen Tasse heißem Kaffee einlädt. Doch die Willkommenschaft wird bald neuerlicher Prüfung unterzogen. Der Besitzer der entfesselten Herde befindet sich in einem Konflikt um Weideland mit Siedlern und ist begierig zu erfahren auf welcher Seite Neuankömmling Jim Garry zu stehen gedenkt. Der hält sich zunächst bedeckt, einerseits um die unangenehme Situation nicht überzustrapazieren, andererseits weil er längst Kenntnis von einem möglichen Konflikt hat, folgte er schließlich dem Ruf eines alten Freundes, der zufällig an der Spitze der Siedler steht. Da die Wahrheit natürlich viele Gesichter hat, gerät Jim Garry bald in einen anderen Konflikt. Nämlich den mit sich selbst. Und dieser bringt eine Entscheidung zwischen Loyalität und Gewissen mit sich.





Nacht in der Prärie
Sieht man sich die Karriere von Robert Mitchum zur Entstehungszeit des Filmes an, ist es erst sein zweiter Western (lässt man Auftritte in Zane-Grey-Serials mal außen vor) nach PURSUED – VERFOLGT (1947), dem berühmten Noir-Western von Raoul Walsh. NOIR ist denn auch ein Stichwort welches für diesen Film gerne bemüht wird. Das ist nur bedingt richtig. Vielmehr wird in vielen Szenen, vergleicht man die Bildkompositionen mit denen von Wise's Schnittarbeit an diversen Filmen von Orson Welles deutlich, die auch das NICHT(!)-Genre des Film Noir zumindest beeinflusste. Eine ausgefeilte Licht-Schatten-Dramaturgie mit starken Kontrasten, einer meisterhaften Schnitt-Technik und einer aktzentuierten Raumgestaltung, überdeutlich zu sehen in der Saloon-Szene mit Mitchum und Robert Preston, zeugt von perfektem Handwerk ganz im Dienste des Filmes, für welches Wise so gerühmt wird. Der unbedingte Stilwille überträgt sich durch die anhaltende Unwetter-Atmosphäre und eine düstere Schwere, die ganz dem Seelenleben des Protagonisten entspricht, der als buchstäblich Entwurzelter auf der Suche nach seiner Identität ist, der einen Reifeprozess durchmacht, der auch vom Zuschauer verlangt wird. Schon der Grundkonflikt zwischen Siedlern und Viehzüchtern unterscheidet sich von üblichen Genre-Schemata. Er wird in sein Gegenteil verkehrt indem hier in erster Linie letztere die Leidtragenden sind, während die Siedler ihre Interessen mit Waffengewalt durchzusetzen versuchen. Das alles dargestellt mit einer Authentizität und einem Bildrealismus, den man in anderen Filmen des Genres oft vergeblich sucht. Robert Mitchum liefert mit seiner Darstellung die Blaupause für sein kommendes Image als großer Melancholiker. Er strahlt eine tiefe Traurigkeit aus, welche sich über den gesamten Film legt und die von Walter Brennan's unglücklichem Farmer nur noch vertieft wird. Einzig das Ende kommt etwas zu zügig und bleibt der einzige kleine Schönheitsfehler an diesem meisterhaften Western von Robert Wise.




Kurzkritiken


     
Düsterer Western Noir mit Robert Mitchum in prägender Rolle unter der Regie des vielseitigen Robert Wise, dessen scharfe Präzision den Unterschied zu vergleichbaren Filmen des Genres schafft.




Linktipp: »1948« als Erscheinungsjahr haben auch