Film


Kein Requiem für San Bastardo

Kein Requiem für San Bastardo

(A Town Called Bastard)

Robert Parrish, Irving Lerner

 



Übersicht


Namensvariante : Eine Stadt nimmt Rache
Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Produktionsland : Großbritannien, Spanien
Länge (Minuten) : 1 Stunde 34 Minuten
Thema : Mexikanische Revolution
Ort : Mexiko

Kurzbeschreibung


»Kein Requiem für San Bastardo« ist ein Western von Robert Parrish und Irving Lerner. 1971 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Robert Shaw, Martin Landau und Stella Stevens.


Regie : Robert Parrish, Irving Lerner
Produktion : S. Benjamin Fisz
Drehbuch : Richard Aubrey, S. Benjamin Fisz
Kamera : Manuel Berenguer
Schnitt : Bert Bates
Filmmusik : Waldo de los Ríos
Darsteller :
Robert Shaw Priest
Martin Landau Colonel
Stella Stevens Alvira
Telly Savalas Don Carlos
Michael Craig Paco
Fernando Rey Farmer
Aldo Sambrell Colebra
Al Lettieri La Bomba
Antonio Mayans Manuel
Dudley Sutton Spectre
Maribel Hidalgo La Perla
Cass Martin José
Cris Huerta Gonzalez



Every Heart Is a Revolutionary Cell
Mexiko 1895: Revolutionäre Peónes (u.a. Robert Shaw, Martin Landau) erobern die Stadt San Bastardo und richten unter der reichen Bevölkerung ein Massaker an. Zehn Jahre später herrscht eine Bande unter Führung von Don Carlos (Telly Savalas) über die Stadt. Normales Leben findet hier nicht mehr statt. Einer der ehemaligen Revoluzzer ist mittlerweile der örtliche Priester (Shaw) und genießt aufgrund seines Amtes eine gewisse Freiheit. Eines Tages kommt eine Witwe (Stella Stevens) in Begleitung eines Mannes in die Stadt. Sie sucht ihren Mann Aguila, der einst die Bauernrevolte angeführt haben soll. Sie bietet Don Carlos ein stattliches Sümmchen, wenn er herausfindet was mit ihrem Mann geschehen ist, oder ob er womöglich noch lebt. Don Carlos beauftragt seine Männer (u.a. Al Lettieri, Aldo Sambrell) die Stadt zu durchsuchen, wenn nötig mit Gewalt nachzuhelfen, falls jemand nicht reden will. Bald darauf erscheinen Regierungstruppen, angeführt werden sie von einem Colonel. Der ist ein alter Bekannter (Landau), der für Macht und Reichtum die Seiten gewechselt hat. Auch er sucht Aguila. San Bastardo wird zur Hölle auf Erden.





Irgendwann in Mexiko
Im Gefolge des Italo-Western entstand dieser Film in Spanien als Teil einer Reihe von britischen Western-Produktionen Anfang der Siebziger Jahre neben Prestige-Projekten wie SHALAKO (Edward Dmytryk 1968), Exploitation-Krachern wie HANNIE CAULDER (Burt Kennedy 1971) oder der Vietnam-Parabel CHATOS LAND (Michael Winner 1972). Produzent Benjamin Fisz (BATTLE OF BRITAIN, Guy Hamilton 1969) hatte wohl ähnliches wie später Michael Winner im Sinne. Eine Parabel sollte es sein, ein metaphernreiches, mit allerlei Symbolik angereichertes Vexierspiel über die Revolution und ihr Wesen. Herausgekommen ist unter der professionellen Regie von Robert Parrish, der sich hier bereits das zweite Mal nach THE WONDERFUL COUNTRY (1959) mit dem Thema auseinandersetzte, ein zumindest interessanter Versuch eines psychologischen Western über die Möglichkeiten des Widerstandes gegen ein herrschendes System und damit einhergehend, unter Instrumentalisierung einer Legende, die Idee weiter zu tragen. Hier wird sich freilich ausgiebig am Zapata-Mythos bedient, der auch verschiedenen italienischen Polit-Western wie QUIEN SABE? (Damiano Damiani 1966) oder TEPEPA (Giulio Petroni 1969) einen fruchtbaren Nährboden lieferte. Doch während die genannten Beispiele als gelungen zu betrachten sind, scheitert A TOWN CALLED BASTARD an seinen hoch gesteckten Ansprüchen. Was nicht heißt, das der Film nicht sehenswert wäre. Man muss auch sagen, das es sicher schwierig war das Werk zu vermarkten, für einen Action-Western ist der Film nicht oberflächlig genug, hat zudem zu wenig Action. Für ein Polit-Drama haben die Dialoge zu wenig Tiefgang, sind inhaltlich nicht wirklich zu Ende gedacht, bleiben daher zu vage und unentschlossen. Was den Film jedoch trotzdem sehenswert macht, sind die schauspielerischen Leistungen der Star-Besetzung. Telly Savalas dominiert hier vor allem das erste Drittel, später teilen sich Robert Shaw und Martin Landau die Bühne, wobei Shaw seinem Charakter eher gerecht wird, während Landau zum Overacting neigt. Stella Stevens gilt als fehlbesetzt und das ist sie wohl auch, hat aber nicht die Vielzahl an Szenen, das es weiter ins Gewicht fallen würde. Positiv zu vermerken sind auch die Auftritte von Al Lettieri und Fernando Rey.





     
Interessanter Versuch eines psychologischen Polit-Western, der eher durch sein Personal sehenswert wird, inhaltlich aber als gescheitert angesehen werden muss.