Literarisches Werk


Appaloosa

(Appaloosa)

Robert B. Parker

 



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Originalsprache : Englisch
Genre : Wildwestroman
 
Thema : Mord, Beziehung, Sheriff, Marshall
Ort : Kleinstadt
 


Kurzbeschreibung


»Appaloosa« ist ein Roman von Robert B. Parker. 2005 wurde das literarische Werk zuerst veröffentlicht.


Ein vitales Luder
Everett Hitch und Virgil Cole kommen nach Appaloosa. Der Grund dafür ist einfach. Rancher Bragg hat den örtlichen Sheriff und seinen Deputy erschossen. Die Stadt ist nun gesetzlos. Hitch und Cole reiten seit fünfzehn Jahren zusammen. Sie sind ein eingespieltes Team. Sie ziehen von Stadt zu Stadt. Immer dorthin wo Dinge, die aus der Bahn geraten sind, geradegerückt werden müssen. Der Gemeinderat der kleinen Stadt hat die beiden engagiert damit sie für Recht und Ordnung sorgen. Das haben sie schon oft getan. Das können sie. Doch in Appaloosa liegen die Dinge ein wenig anders. Nicht nur das Bragg ein paar Profis engagiert, die Hitch und Cole das Fürchten lehren sollen. Nein, hier kommt auch eine Frau ins Spiel. Allie French kommt nämlich genau einen Tag nach den beiden an. Als Frau von zweifelhaftem Ruf braucht sie Freunde. Die findet sie in Hitch und Cole. Vor allem Cole geht ihr sogleich auf den Leim. Obwohl der nach der Devise "Gefühle bringen dich um." lebt. Bei Allie hingegen weiß er nicht wie ihm geschieht. Hitch hat da schon eher den Durchblick. Erkannte er in Allie doch sofort ihr einnehmenden Wesen. Vor allem bei Männern. So ist sie denn auch der Grund warum in Appaloosa nicht alles nach Plan läuft. Durch Cole's Hinwendung zu ihr, wird er angreifbar. Bragg nutzt das gnadenlos aus. Einzig Hitch macht das, was er immer macht. Er beobachtet still und handelt immer dann, wenn es nötig ist. Der Mann setzt Prioritäten. Auch dann, wenn es ihn mehr kosten wird als er geglaubt hatte.





Kein Grund zur Eile
In den USA bereits 2005 erschienen, zudem 2008 hervorragend verfilmt von und mit Ed Harris, schafft es Robert B. Parkers Auftakt zur dreiteiligen Hitch-und-Cole-Reihe nun posthum nach Parkers Tod 2010 endlich auch in den deutschen Sprachraum, dank einer Veröffentlichung des europa verlag zürich in einer Übersetzung von Emanuel Bergmann, der mühelos den lakonisch knappen Ton des Raymond-Chandler-Nachfolgers Parker trifft. Dabei gelingt dem Autor auf ca. 200 schlanken Seiten ein dichter Western von seltener Klarheit. In wohlfeil formulierter Prosa, ohnehin Parkers Markenzeichen, entstehen teilweise lyrische Momente in der sonst Ballastfreien zunächst klassisch anmutenden Geschichte, die jedoch immer wieder von durchscheinenden ethischen Überlegungen gebrochen wird. Hier wird auch die Bedeutung der in der Verfilmung stark kritisierten Figur der Allie French endlich vollends klar. Sie ist der eigentliche Motor der Handlung, der Auslöser der persönlichen Wandlungen der Hauptfiguren. So kann man nach Lektüre der Vorlage nun Reneé Zellwegers Darstellung vollends rehabilitieren. Sie traf Allie's Charakter auf den Punkt und war eindeutig die richtige Wahl für die Besetzung. Natürlich spielte Parker auch in diesem Roman seine größte Stärke aus. Wie bereits in seinen Spenser-Romanen regiert hier der Wortwitz in den Dialogen zwischen Hitch und Cole das es eine Freude ist. Und nicht nur da. Aus Hitch's Sicht erzählt wird auch der Leser zum eher stillen Beobachter des Geschehens, das trotz seiner ruhigen unaufgeregten Erzählweise so manche überraschende Wendung nimmt und dabei immer nachvollziehbar und glaubwürdig bleibt.





     
leicht bekömmlich, witzig und doch tiefsinnig - unaufgeregter Western in klarer Sprache

     




Appaloosa
Appaloosa
(Ed Harris)
Western
1 Handlung
1 Kritik
2 Kurzkritiken




Emanuel Bergmann (2012)



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