Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Produktionsland : USA
Länge (Minuten) : 1 Stunde 32 Minuten
Thema : Mexikanische Revolution
Ort : Mexiko

Kurzbeschreibung


»Bandido« ist ein Western von Richard Fleischer. 1956 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Henry Brandon, José Torvay und Rodolfo Acosta.

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Besetzung


Regie : Richard Fleischer
Produktion : Robert L. Jacks
Drehbuch : Earl Felton
Kamera : Ernest Laszlo
Schnitt : Robert Golden
Filmmusik : Max Steiner
Darsteller :
Robert Mitchum Wilson
Ursula Thiess Lisa Kennedy
Gilbert Roland Colonel Escobar
Zachary Scott Kennedy
Rodolfo Acosta Sebastian
José Torvay Gonzales
Henry Brandon Gunther
Douglas Fowley McGhee



Ein amüsanter Tag
1916: Richard Wilson (Robert Mitchum), ein amerikanischer "Geschäftsmann", treibt sich seit einiger Zeit an der amerikanisch-mexikanischen Grenze herum, durchstreift die Städte, sieht sich um, belauscht Gespräche, kurz gesagt, er sucht nach einer passenden Gelegenheit. Einer Gelegenheit mit möglichst wenig Aufwand in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld zu verdienen. Denn es herrscht Krieg. Die mexikanische Revolution ist in vollem Gange und wo Krieg herrscht, gibt es immer auch Geld zu verdienen. So mancher Gringo hat sich hier schon eine goldene Nase verdient. Eine solche Situation birgt natürlich auch Gefahren für Leib und Leben. Doch Wilson spielt gern mit dem Feuer, ist mit ganzem Herzen bei der Sache und alles was mit Geschäften zu tun hat ist wichtig für ihn, alles andere nur nebensächlich. Er hat Glück. Eines Tages hört er in einem Lokal am Nachbartisch den Waffenhändler Kennedy (Zachary Scott) einen Deal mit den mexikanischen Regierungstruppen aushandeln und weiß sofort das sein großer Moment gekommen ist. Mit einem Taxi lässt er sich an die nahe gelegene Front bringen, wo er in einem Hotel Stellung bezieht und wartet bis er mit den Revolutionstruppen in Verbindung treten kann. Bald bekommt er tatsächlich Besuch von Colonel José Escobar (Gilbert Roland), der sehr an den feilgebotenen Informationen interessiert ist. Und das ist erst der Anfang von Richard Wilsons Mexiko-Abenteuer, bei dem der Zyniker mehr als einmal die Seiten wechseln wird und des öfteren in Lebensgefahr gerät. Aber mal ehrlich, alles andere wäre ja auch langweilig, oder?





Viva Revolucion!
Erster Auftritt für Robert Mitchum in seiner Paraderolle als zynischer Gringo in den Wirren der mexikanischen Revolution, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist, aber aufgrund der Umstände eine Wandlung zum hilfreichen Unterstützer der guten Sache macht. Eine Rolle die er noch öfter, unter anderem in THE WONDERFUL COUNTRY (Robert Parrish, 1959) und VILLA RIDES! (Buzz Kulik, 1968), spielen sollte. Unter der Regie von Richard Fleischer, der hiermit den ersten seiner drei Western inszenierte, läuft Mitchum zu absoluter Hochform auf und schafft mit Richard Wilson einen Charakter, der sein Image als Schauspieler nicht nur ausformuliert, sondern auch zur Schablone für viele weitere Rollen die folgen sollten werden ließ. Gilbert Roland gibt den Revolutions-Soldaten moralisch einwandfrei und von einer aufrichtigen immer der Sache loyalen Art, was sich in späteren Mexiko-Western ändern sollte, wo die Anführer immer auch auf den eigenen Vorteil bedacht waren. Doch so kurz nach VERA CRUZ (1954) lief alles noch etwas sauberer und klarer ab, wobei anzumerken ist, das hier gerade die Amerikaner ambivalent bleiben, währen die Revoluzzer deutlich positiver gezeichnet werden. Ein Umstand, der vor allem in den späteren Italo-Western mit politischem Hintergrund noch viel deutlicher ausformuliert wurde.
Nichtsdestotrotz ist BANDIDO selbstverständlich eine Steilvorlage für alles was in dieser Richtung kommen sollte und VERA CRUZ beinahe ebenbürtig. Aber nur beinahe, fällt VERA CRUZ doch deutlich komplexer aus. In BANDIDO geht von Anfang an die Post ab, es knallt und rummst an allen Ecken und Enden und man bekommt kaum Zeit zum innehalten. Rasant prescht der Film voran, wie der im Film überfallene Militärzug. Es dürfte übrigens eines der ersten Male sein, das man im Kino eine solche Szene mit derartigen Aufwand gesehen hat, gehörte sie doch später zum Standard-Repertoire eines jeden guten Revolutions-Western. Auch der Einsatz von Maschinengewehren, ebenfalls ein beliebtes Italo-Western-Gimmick, findet hier frühe Verwendung. Das einzige was man sich fragen muss ist, warum der Film in Deutschland früher "Granaten-Joe" hieß, wo Mitchums Charakter doch Richard Wilson heißt (wie lustigerweise auch der Regisseur seines Westerns DER EINZELGÄNGER). Aber egal, wer Western liebt und BANDIDO noch nicht gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen. Es lohnt sich. Versprochen!




Kurzkritiken


     
Einer der ersten Revolutions-Western mit Robert Mitchum in richtungweisender Rolle.




Linktipp: »1956« als Erscheinungsjahr haben auch