Übersicht


Originalsprache : Englisch
Umfang : ca. 185 Seiten
 
Thema : Uhrmacher, Erinnerung, Familie, Armut
Ort : Maine
 
Verlag : btb Verlag, Luchterhand Literaturverlag
 


Kurzbeschreibung


»Tinkers« ist ein Roman von Paul Harding. 2009 wurde das literarische Werk zuerst veröffentlicht.


Der Kesselflicker
George Washington Crosby stirbt. Die Familie hat sich in seinem Haus versammelt um ihn auf seiner letzten Reise zu begleiten. Immer wieder sitzt jemand anderes an seinem Sterbebett. Ob Ehefrau, Kinder oder Enkel, jeder versucht ihm näher zu kommen, mit ihm zusprechen. Doch George, der Uhrmacher war, kann sich nicht mehr äußern. Einzig seine Gedanken treiben ihn durch Episoden aus seinem Leben, lassen ihn vorgelesenes reflektieren, bringen ihn dazu, Dinge die noch zu erledigen wären, regeln zu wollen. Aber das kann er nicht mehr. Die letzten Tage seines Lebens gehen dahin und mit ihnen die Erinnerung an längst vergangenes und an seinen Vater Howard.

Howard war Kesselflicker, Sohn eines Predigers, ein fahrender Händler. Mit seiner Familie lebte er in Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in bitterer Armut. Immer mit dem Pferdewagen auf Reisen um wenigstens ein paar Pennies zu verdienen, mit denen er Frau und Kinder, darunter sein ältester Sohn George, ernähren kann. Ein hartes Leben voller Entbehrungen. Seine epileptischen Anfälle, die in stetig kleiner werdenden Abständen auftreten, kommen erschwerend hinzu. Oft findet er sich auf einer Wiese liegend wieder, kommt zu sich und kann sein Tagewerk kaum noch verrichten. Seine Frau ist ratlos. Sie versucht die Krankheit des Mannes vor ihren Kindern zu verheimlichen, was ihr nicht immer gelingt. Als sie einen Arzt hinzuzieht, gibt der ihr wenig Hoffnung. Sie trifft eine folgenschwere Entscheidung.





Letzte Worte
Paul Harding erzählt mit TINKERS die nicht nur die Geschichte seines Großvaters, sondern auch die seines Urgroßvaters. Eine Geschichte die nicht chronologisch erzählt ist, sondern wie die Erinnerungsfetzen des sterbenden Mannes in kleinen Abschnitten stattfindet, die sich erst nach und nach zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Unterbrochen werden diese Abschnitte immer wieder mit Einträgen aus den Büchern des Uhrmachers und des Kesselflickers, Einträge die deren jeweilige Gedankenwelt beeinflussen und widerspiegeln. TINKERS ist dabei wie ein langer Monolog aufgebaut. Der Rhythmus des Textes ergibt sich aus Harding's Beschreibungen und Formulierungen, die sehr naturalistisch, ganz in klassischer amerikanischer Tradition an Werke von Nathaniel Hawthorne oder auch Walt Withman's GRASHALME erinnern. Hat man diesen Rhythmus für sich erst einmal gefunden, bereiten die sich scheinbar wiegenden Sätze ein großes Lesevergnügen und erklären die Verleihung des renommierten Pulitzer-Preises an dieses faszinierende Werk.





     
Sprachlich faszinierende Familiengeschichte, welche sich dem Leser nur langsam erschließt, sich aber dann mit voller Kraft entfaltet.




Silvia Morawetz (2011)



Tinkers
Tinkers
(Paul Harding)

btb Verlag, 2013, 192 S., Kt.
8,99 €

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Tinkers
Tinkers
(Paul Harding)

Luchterhand Literaturverlag, 2011, 192 S., Geb.
19,99 €