Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Deutsch
Stichwort : Literaturverfilmung
Produktionsland : Deutschland
Länge (Minuten) : 1 Stunde 35 Minuten
 
Thema : Mord, Ermittlung, Einsamkeit, Liebe
Figur : Kommissar, Täterin
Ort : Berlin
Zeit : 1997
 


Kurzbeschreibung


»Solo für Klarinette« ist ein Filmdrama, Kriminalfilm und Thriller (Film) von Nico Hofmann. 1998 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Götz George, Corinna Harfouch und Tim Bergmann.


Regie : Nico Hofmann
Produktion : Regina Ziegler, Birgit Brandes
Drehbuch : Susanne Schneider
Kamera : Hans-Günther Bücking
Schnitt : Inge Behrens
Filmkomposition : Nikolaus Glowna
Darsteller : Götz George als Bernhard Kominka (Bernie)
Corinna Harfouch als Anna Weller
Tim Bergmann als Freddie Bahlo
Barbara Auer als Lydia Kominka
Barbara Rudnik als Johanna Steinmann
Christian Redl als Thomas Hecht
Nikolaus Paryla als Frieder Haug
Tobias Schenke als Theo Kominka
Katharina Thalbach als Louise Bethmann
Rita Russek als Frau
Joachim Dietmar Mues als Georg Steinmann
Saskia Vester als Coco
Heinrich Schafmeister als Pathologe
Daniela Ziegler als Dörthe
Miranda Leonhardt als Jolantha



Liebe ist kälter als der Tod
Bernie Kominka (Götz George) wird zu einem Tatort gerufen an dem ein grausamer Mord stattgefunden hat. Ihm fällt eine Frau auf, die sich vom Tatort entfernt. Er versucht die Verdächtige zu finden, verfolgt sie. Sie beginnt ihn zu faszinieren. Auf einem Ball der einsamen Herzen trifft er sie wieder. Anna (Corinna Harfouch) beginnt eine Affäre mit ihm, kann sich aber nicht komplett auf ihn einlassen. Zu zerbrochen ist sie innerlich, zu schwer trägt sie an ihrer Vergangenheit. Auch Bernie kommt aus einer kaputten Beziehung, ist wie gefangen in seiner Einsamkeit. Sie klammern sich für einen kurzen Moment aneinander, nicht ahnend das sie bereits auf den Abgrund zusteuern.





Berlin Noir
Götz George ist tot. Was ist da naheliegender, als sich einen seiner stärksten Kino-Auftritte noch einmal zu Gemüte zu führen? SOLO FÜR KLARINETTE, die bis heute letzte Kino-Regie-Arbeit von Nico Hofmann, damals sträflich unterschätzt, kann mit recht zu den besten deutschen Filmen der vergangenen 20 Jahre gezählt werden. Eine nachtschwarze Neo-Noir-Ballade die sich weniger um die Bluttat, denn um die verlorenen Seelen ihrer Protagonisten schert, die sich ganz der dunklen Atmosphäre des Großstadt-Molochs hin gibt, kein einziges mal getrübt von Postkarten-Ansichten oder Schönwetter-Dramaturgie. Hofmann macht uns ziemlich schnell klar, das er nicht an einer deutschen Neuauflage von BASIC INSTINCT (Paul Verhoeven, 1992) oder SEVEN (David Fincher, 1995) interessiert ist, wie es dem ihm damals zu unrecht vorgeworfen wurde. Sein Film steht ganz für sich, erinnert vom Ton her allenfalls an die Großtaten des französischen Film Polar, mit seinen dem Untergang geweihten Figuren. Dabei ziehen George und Harfouch alle Register ihres Könnens, werfen sich mit vollstem Körpereinsatz in ihre Rollen, als spielten sie miteinander um ihr Leben. Dabei werden ihre ganze innere Zerissenheit und ihre kalte Einsamkeit deutlich. Kino der Blicke, voller Nuancen, wahrhaftig bis zur Selbstzerfleischung. Das ist kein Wohlfühl-Kino, auch kein Sonntag-Abend-Tatort, sondern ein stilsicher inszeniertes Krimidrama ohne Zugeständnisse an den Massengeschmack, ein Monolith in der deutschen Film-Landschaft. Götz George war damals stets bestrebt Besonderes zu schaffen. Sei es zuvor mit seiner Jahrhundert-Darstellung des Mörders Fritz Haarmann im preisgekrönten DER TOTMACHER (Romuald Karmakar, 1995), oder nachher mit dem weitgehend verschmähten NICHTS ALS DIE WAHRHEIT (Roland Suso Richter, 1999), in dem er Josef Mengele so furchteinflößend darstellte. Sehr viel Erfolg hatte er mit diesen mutigen Auftritten wohl nicht, doch schuf er nachhaltiges Kino zum neu entdecken. Wenn nicht jetzt, wann dann?





     
Polizist vefällt Verdächtiger und steuert mit ihr gemeinsam auf den Abgrund zu. Atmosphärisch starkes Schauspieler-Kino mit Götz George in Hochform.