Film


Stirb langsam - Ein guter Tag zum sterben

Stirb langsam - Ein guter Tag zum sterben

(A Good Day to Die Hard)

John Moore

 



Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Produktionsland : USA, Russland
Länge (Minuten) : 1 Stunde 37 Minuten
 


Kurzbeschreibung


»Stirb langsam - Ein guter Tag zum sterben« ist ein Actionfilm von John Moore. 2012 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Bruce Willis, Sebastian Koch und Mary Elizabeth Winstead.


Regie : John Moore
Produktion : Bruce Willis, Tom Karnowski, Jason Keller
Drehbuch : Skip Woods
Kamera : Jonathan Sela
Schnitt : Dan Zimmerman
Filmkomposition : Marco Beltrami
Darsteller : Bruce Willis als John McClane
Sebastian Koch als Komorov
Mary Elizabeth Winstead als Lucy McClane
Jai Courtney als Jack McClane
Patrick Stewart als Russian General
Yuliya Snigir als Irina
Cole Hauser als Collins
Nikolett Barabas als Anna Peterova



Russland ist ein schönes Land, hahahahaha
John McClane (Bruce Willis), der New Yorker Cop hört, seinem Sohn Jack (Jai Courtney) soll in Moskau der Prozeß gemacht werden. Ein guter Vater hilft seinem Sohn. Also fliegt John nach Russland. Kaum am Gerichtshof angekommen, wird er in eine wilde Verfolgungsjagd verwickelt. Ziel der Verfolger sind ausgerechnet Johns Sohn und ein Häftling namens Komorov (Sebastian Koch). Dieser Komorov, ein russischer Oligarch, besitzt angeblich eine Akte mit geheimen Informationen über den amtierenden Innenminister des Landes. Informationen die so brisant sind, das die CIA Komorov dafür außer Landes schaffen will. Es stellt sich heraus das Jack McClane für die CIA arbeitet und den Auftrag durchführen soll. Dummerweise funkt ihm nun sein Vater dazwischen und bald sieht es so aus, als würde der Plan scheitern. Zu viele Schergen sind dem Trio auf den Fersen, zu wenig Hilfe bekommen sie auf ihrer Flucht durch ein fremdes Land. Doch ein McClane lässt sich nicht unterkriegen. Und zwei erst recht nicht. Als das Trio in eine Falle der bestens informierten und ausgestatteten Verfolger gerät, dämmert ihnen langsam, das es hier um mehr geht als sie geglaubt hatten. Das Spiel wird nach anderen Regeln gespielt. Nach russischen Regeln. Aber John McClane konnte sich schon immer gut anpassen. Notfalls ändert er halt die Regeln.





Treffer! Versenkt!
Dabei fängt alles ganz gut an. Man wird gleich in die sich rasant entwickelnde Handlung geworfen. Keine Atempause trübt die Spannung. Es rummst an allen Ecken und Enden. Ein Film in seinem Metier auf dem richtigen Weg. Sollte man meinen. Sam Fuller soll mal gesagt haben: Wenn die Story nicht viel hergibt, sorge wenigstens dafür das Bewegung drin ist. Das gelingt John Moore, Genre-Routinier und Spezialist für ordentliche Remakes, über weite Strecken sehr gut. Wenn dann allerdings Pausen für zwischenmenschliches gemacht werden und man zum nachdenken über das geschehene, gesehene und gesagte kommt, schleichen sich erste Zweifel über den Verlauf der Geschichte ein. Zu viele Logik-Patzer, zu hohle Plattitüden in den Dialogen, zu willkürlich wird von einer Action-Szene zur nächsten gehetzt. Bis zur Mitte dieses mit neunzig Minuten kürzesten aller DIE-HARD-Filme stört das ganz im Sinne Fullers jedoch nicht weiter. Als dann aber ein Plot-Twist die Story in eine Richtung schiesst, bei der man sich fragen muss, ob die Drehbuch-Autoren noch alle beisammen haben und wir dann auch noch völlig an den Haaren herbeigezogene Erklärungen für unglaubliches serviert kriegen, hofft man nur noch das alles schnell zu Ende geht. Stirb langsam ist am Ende der Fahnenstange angekommen. Nach diesem Film lernt man den heftig kritisierten vierten Teil neu schätzen, traf er doch zumindest den Geist der klassischen Trilogie. Etwas das dem aktuellen Film schlussendlich völlig abgeht.

Den geringsten Vorwurf muss man Sebastian Koch machen. Der deutsche Schauspiel-Star zieht sich beachtlich aus der Affaire, reißt die meisten seiner Szenen an sich. Seine Figur ist ebenso glaubwürdig wie seine Motivation. Jai Courtney zeigt eher körperliche den schauspielerische Präsenz, macht seinen Job insgesamt gut auch wenn es ihm an Charisma fehlt. Bruce Willis zieht routiniert sein Ding durch, hat aber mit einigen echt beknackten Dialogen zu kämpfen die der Figur Altersweisheit und Tiefe geben sollen, im Endeffekt leider nur dämlich wirken. Auch wirkt sein Macho-Gehabe in manchen Szenen nur noch aufgesetzt. Das Alter macht auch vor ihm nicht halt. Wo vormals feine Ironie gepflegt wurde, gibt es hier nur den nächsten abgedroschenen Spruch. Die Nebenfiguren sind solide gespielt, doch kann sich laut Drehbuch niemand profilieren, zu beschränkt und eingegrenzt sind sie angelegt. Der Film dreht sich ganz um das Hauptdarsteller-Trio. Die Ausgangslage der Story ist an und für sich nicht schlecht gewählt aber man hätte deutlich mehr daraus machen können. So bleibt nun eine Rambazamba-Zerstörungs-Orgie, welche einer der langlebigsten Kino-Reihen nach fünfundzwanzig Jahren endgültig den Todesstoß versetzt. Langsam sterben war gestern.





     
Sebastian Koch ist gut, Jay Courtney blass und Bruce Willis alt. Stirb langsam 5 fängt gut an und lässt dann stark nach. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht. Es ist Zeit in Rente zu gehen.