Literarisches Werk


Der Hilliker-Fluch

Der Hilliker-Fluch

-Meine Suche nach der Frau-
(The Hilliker Curse)

James Ellroy

 



Übersicht


Originalsprache : Englisch
Disziplin : Geschichte
Stichwort : Biographie
Thema : Erinnerung

Kurzbeschreibung


»Der Hilliker-Fluch« ist ein Sachbuch von James Ellroy. 2010 wurde das literarische Werk zuerst veröffentlicht.

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Return of the Demon Dog
Aah, ein neuer Ellroy. Zwar kein Roman, aber immerhin. Fünf Jahre ist es nun schon wieder her, das der dritte Teil der UNDERWORLD-USA-TRILOGIE "BLUT WILL FLIESSEN" veröffentlicht wurde. Sein bislang letzter Roman. Zwischen Teil Zwei und Drei lagen acht lange Jahre. Die Sucht nach mehr (Lese)-Stoff versickert im Langzeitgedächtnis. Doch das ist nun schlagartig vorbei. Das Neue ist da. Es kommt zurück. Als ob es nie weg gewesen wäre. Gleich nachdem ich die ersten Zeilen gelesen hatte, war es wieder da. Die Sucht hatte mich nicht verlassen, sie hat nur geschlafen. Kurze, stakkatoartig abgeschossene Sätze. Kein Wort zuviel, kein Ballast, kein Drumherum. Nur das Wesentliche. Das was zählt. Schonungslos offen. Bedingungslos ehrlich. My Dark and Bloody Grounds. Düstere Obsessionen gefangen in dunkler Einsamkeit. Der Blut-Poet kehrt das Innere nach außen. Keine Tabus. Keine Lügen. Keine Zurückhaltung. Ja, er kann es noch. Es ist wie damals. Schlaflose Nächte. Am Tage umtrieben von den rotierenden Innenwelten dieses Meisters der Selbstinszenierung. Einer Selbstinszenierung als Selbstschutz. Nur durch diese Offenheit, die seine Romane und Erzählungen so wahrhaftig macht, kann es überhaupt noch neue Werke geben. Das wird ein für allemal begreifbar. Das das Eine ohne das Andere nicht existieren kann. Was nach Lektüre seiner Romane längst vermutet werden durfte, wird hier zur Gewissheit. Deutlicher kann die Untrennbarkeit von Autor und Werk nicht mehr sein. In "DIE ROTHAARIGE", der 1995er Quasi-Autobiographie, konzentrierte sich Ellroy noch vorrangig auf die Ermordung seiner Mutter und die Suche nach dem Täter. Ermittlungsarbeit als Vergangenheits-Aufarbeitung also. Das geht nun nicht mehr. Er macht klar, das ihn sein Weg ins Nichts geführt hat. Von den turbulenten Erfolgsjahren danach abgelenkt, führte jede seiner Beziehungen in eine Katastrophe. Die persönliche Chronik des Scheiterns ist ein Seelenstriptease sondergleichen. Spannend wie ein Roman, sprachlich im selben Stil, handelt es sich dieses Mal um eine detektivische Reise ins Ich, um die kein, ich wiederhole: KEIN Ellroy-Leser einen Bogen machen sollte. The Importance of Being Lonely, seine geheime Festung der Einsamkeit, erklärt das Wesen dieses, nach meiner bescheidenen Meinung, wichtigsten amerikanischen Autoren der Gegenwart. Wenn man einmal Zeuge dieser verschwimmenden künstlerischen und persönlichen Metamorphose war, wird man nur noch mehr auf das gespannt sein, was als nächstes kommt. Nur hoffentlich nicht wieder erst nach acht Jahren.




Kurzkritiken


     



Übersetzung


Stephen Tree (2012)



Linktipp: »Biographie« als Stichwort haben auch