Übersicht


Originalsprache : Japanisch
Umfang : ca. 716 Seiten
 
Thema : Selbstfindung, Bibliothek
Figur : Junge
Ort : Japan
 
Besondere Liste : 1001 Bücher
Verlag : btb Verlag, DuMont Buchverlag
 


Kurzbeschreibung


»Kafka am Strand« ist ein Roman von Haruki Murakami. 2002 wurde das literarische Werk zuerst veröffentlicht.


Anspruch
Wissen
  6
4
    Liebe
Humor
  2
1
    Erotik
Spannung
  2
5
    Unterhaltung
Transzendenz
  3
2
   



Und immer wieder Misosuppe.
Zunächst ist ein interessanter Aufbau zu erwähnen, wobei die Kapitel, wie bei guten Krimiserien üblich, immer im spannendsten Moment aufhören. Damit wird durchaus Neugier aufgebaut und bis zum jeweils übernächsten Abschnitt erhalten. Dass die beiden Erzählstränge miteinander zu tun haben oder zu tun haben werden, ist keine Minute fraglich. Die Hoffnung, dass sich einem der Sinn des Textes erschließt, womöglich etwas mit dem eigenen Leben zu tun haben könnte, ist zumindest für mich von Anfang an umsonst.
Das nicht zuletzt, weil es mir misslang, die wenig ansprechende Sprache zu ignorieren, sondern auch, weil die philosophisch anmutenden Erörterungen mir völlig unverständlich blieben. Murakami scheint nicht nur keine Ahnung von den verschiedenen Themen, sondern auch schlecht recherchiert zu haben, ob er sich nun über Krieg, Philosophie, Botanik oder Tiefschlaf auslässt.
Erschwerend kam für mich noch die fast körperlich anstrengende Überwindung der längeren und häufigen Passagen hinzu, in denen sich der Autor über einfache Handlungen sekundiös auslässt, bei denen mir auch bei größter Zugewandtheit jeglicher Sinn entging. Zum Beispiel ist ein Satz wie: er beugte sich nach vorn, streckte die Hand aus, ergriff das Glas, führte es zum Mund, trank es zur Hälfte leer und stellte es wieder auf den Tisch, oder so ähnlich, für mich nicht nur frei jeglicher Poesie, sondern auch frei jeglichen relevanten Inhaltes. Selbst wenn ich das Buch im Nachhinein und mit Abstand betrachte, kann ich mir nicht vorstellen, welchen auch noch so kleinen Beitrag dieser Satz geleistet haben könnte.
Ungeduld empfand ich ebenso bei den immer wiederkehrenden Ausführungen über die Kleidungsstücke, die die Agierenden an und mit sich trugen. Ich weiß inzwischen, dass Mode und Marken in Japan eine noch bedeutendere Rolle spielen als in Deutschland, trotzdem bin ich froh, dass nicht in jedem Fall Größe, Farbe und Marke der Unterwäsche Erwähnung fanden.
Dass auch jegliche aufgenommene Mahlzeiten umfassend aufgezählt werden, auch wenn sie sich über Tage hinweg nicht unterscheiden, passt hervorragend zum Rest und verwundert nicht mehr.
Zu meinem Ärgernis ist das halbe Buch voll mit derlei irrelevantem Kleinkram. Könnte ich mir noch vorstellen, dass solcherlei breitgetretene Miniinformationen die Geschwindigkeit aus einem Text zu nehmen in der Lage sind, so ist hier doch entschieden zu viel des Guten getan worden, was ich schon an der Anzahl der Tiefschlafphasen erkennen kann, die ich diesem Buch zu verdanken habe.
Die andere Hälfe des Werkes füllt sich mit einer nicht uninteressanten, in jedem Fall phantasievollen Geschichte, die auch zwei, drei sprachlich bzw. inhaltlich nette Sätze aufweist. In diesem Teil jedoch hatte ich meine Probleme mit den, nennen wir sie mal Regiefehlern. Ein Beispiel: Während des Mordes stürzt der Ermordete erst zu Boden und zwei Zeilen später ergießt sich sein Blut über den Schreibtisch. Da stellt sich mir doch die Frage, wie er das macht… so von unten. Oder sind die Schreibtische in Japan ebenerdig? Das kann in der Tat auch nicht sein, da der Gemordete kurze Zeit zuvor im Stehen an ebendiesem Tisch lebende Katzen aufgeschlitzt hat.
Für mich bestand der Vorteil von „Kafka am Strand“ in der Tatsache, dass es nicht lustig sein sollte, ich also nicht nach dem Witz suchen musste, wie in anderen mir verschlossenen Werken.
Was für mich bleibt ist die Frage, die unsere Deutschlehrer und auch die unserer Eltern und Großeltern schon vor Zeiten gern stellten: Was wollte der Dichter uns damit sagen? Freilich, von Überflüssigem befreit, kann ich eine, und ich muss es wirklich nochmals betonen, sehr phantasievolle Geschichte erkennen, jedoch in keiner Weise deren Sinn. Er mag vergraben liegen unter dem ganzen überflüssigen und unverständlichen Fülltext, den wegzuschaufeln mir leider nicht gelang.





Kurzkritiken Kafka am Strand (Haruki Murakami) 6/10 6 1 9


     
Wenn auch zwischendrin etwas schleppend – es sind immerhin über 600 Seiten, die ihre Zeit brauchen – war dieser grandiose Roman in jeder Lesephase diese investierte Zeit wert. Von der Handlung her übrigens ein typischer Murakami, oft surrealistisch und fast geheimnisvoll, dann wieder über alle Massen sachlich und gegenwartsbezogen.
Bevor ich mich an einen seiner anderen Romane, den vielgepriesenen „Mister Aufziehvogel“ heranwage, dürstet es mich nach einem Sachbuch.

     
nachhaltig, bereichernd, eröffnend, spannend
Mein zweiter Murakami und ich bin wieder begeistert. Wer es lesen will, soll sich nicht von dem Verriss da oben abschrecken lassen, es ist ein wunderbares Buch für alle Träumer!

     
anstrengend
hab das buch, verschenke es weiter. bei interesse melden.

     
originell, unterhaltend, erheiternd

     
anstrengend

     
originell, unterhaltend




Kafka am Strand
Kafka am Strand
(Rufus Beck, Vera Teichmann)




Ursula Gräfe (2004)



Kafka am Strand
Kafka am Strand
(Haruki Murakami)

btb Verlag, 2006, 636 S., Kt.
14,00 €

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Kafka am Strand
Kafka am Strand
(Haruki Murakami)

DuMont Buchverlag, 2017, 636 S., Geb.
28,00 €

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Kafka am Strand
Kafka am Strand
(Haruki Murakami)

btb Verlag, 2009, 896 S., Geb.
12,00 €

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