Literarisches Werk


Komödie in Moll

- Erzählunmg -

Hans Keilson

 



Übersicht


Originalsprache : Deutsch
Umfang : ca. 92 Seiten
 
Thema : Drittes Reich, Gestapo
Ort : Niederlande
 


Kurzbeschreibung


»Komödie in Moll« ist eine Erzählung von Hans Keilson. 1947 wurde das literarische Werk zuerst veröffentlicht.


Vom Helfer zum Gejagten
Die 1947 erstmals erschienene Erzählung spielt in den letzten Jahren des 2. Weltkrieges in Holland. Die Eheleute Wim und Marie haben sich dem Widerstand gegen die deutsche Besatzung angeschlossen und einen jüdischen Landsmann (Nico) im Obergeschoss ihres Hauses versteckt. Mehr als ein Jahr vergeht, man hat manche heikle Situation zu bestehen, ist sich aber auch menschlich nähergekommen, als Nico nach einer verschleppten Grippe schwer erkrankt und stirbt.
Wohin mit seiner Leiche (?), heißt es nun. Diese Frage lässt beide In ihrer Not im Einvernehmen mit ihrem gleichgesinnten Arzt auf die Idee kommen, den Toten in eine Decke gehüllt nachts in einem nahegelegenen Park unter einer Bank abzulegen, wo dieser dann am anderen Morgen von der Polizei gefunden wird. Prekär droht die Situation, dann noch zu werden, als Marie sich klar macht, dass Nicos Leichnam mit einem von Wims Schlafanzügen bekleidet ist, den sie dem hochgradig Fiebernden am Abend vor seinem Ableben zum Wechseln angezogen hat. Dieser Schlafanzug ist mit einer Wäschenummer versehen, über die man in der Wäscherei den Eigentümer ermitteln kann. Maries Schwester veranlasst sie daraufhin, aus Sicherheitsgründen ihr Heim zu verlassen, um sich selbst vor der Gestapo in Sicherheit zu bringen. Ergo: Die Unterschlupfgewährenden werden selbst verfolgt und müssen ihrerseits unterschlüpfen. Aber alles geht gut. Nach Kriegsende kehren sie in ihr Häuschen zurück, doch die Erinnerungen begleiten sie noch lange.

Den 1909 in Bad Freienwalde an der Oder geborenen und 2011 im Alter von 101 Jahren in Holland gestorbenen Schriftsteller, Arzt und Psychoanalytiker Hans Keilson werden von der heutigen Generation nur die wenigsten kennen. Bekannt wurde er vor allem durch seinen 1933 erschienenen Roman „Das Leben geht weiter“, der unter den Nationalsozialisten noch vor der Drucklegung verboten wurde. Keilson floh 1936 vor den Nazis in die Niederlande, wo er in Bussum nahe Amsterdam bis zu seinem Tod lebte.





Linktipp: »Deutsch« als Originalsprache haben auch