Hörspiel


Gespräch mit meiner Mutter

Gespräch mit meiner Mutter

André Herzberg (Text)
Götz Fritsch (Regie)

 



Übersicht


Stichwort : Originalhörspiel
Produktionsfirma : MDR, Deutschlandfunk Kultur
Literaturvorlage : Gespräch mit meiner Mutter
Länge (Minuten) : 55 Minuten

Kurzbeschreibung


»Gespräch mit meiner Mutter« ist ein Hörspiel. Es ist zuerst erschienen im Jahr 2011. Regie führte Götz Fritsch. Sprecher sind u.a. André Herzberg, Corinna Harfouch und Deborah Kaufmann.

Mitmachen / Fehler gefundenGern kannst Du bei Kritikatur mitmachen. Als kultureller Verein, Verlag, Buchhandlung oder als Nutzer angemeldet, bieten sich Dir vielfältige Möglichkeiten, sich zu präsentieren.

Auf dieser Seite befindet sich eine falsche Angabe oder es fehlt Information. Gib uns Bescheid, um hier nachzubessern.

Besetzung


Regie : Götz Fritsch
Komposition : André Herzberg
Sprecher :
André Herzberg André Herzberg
Corinna Harfouch Mutter
Deborah Kaufmann Großmutter
Peter Ambros Schwiegervater
Frank Sieckel Staatsanwaltschaft
Andreas Keller Firma Landsberger
Oliver Urbanski Sohn
Wolf-Dietrich Rammler Hilfsstaatsanwalt
Jörg Pose Stimme Bürokratie
Kathleen Morgeneyer Doris Wetterhahn


Literaturvorlage


Gespräch mit meiner Mutter
Gespräch mit meiner Mutter
(André Herzberg)




Inhalt


Was bleibt dem Sohn nach dem Tod seiner Mutter? Erinnerungen - und der sehnliche Wunsch nach einem Gespräch, für das es aber zu spät ist. A. H. alias André Herzberg, der als Pankow-Frontmann und Solosänger bekannt wurde, aber auch als Autor hervorgetreten ist, versucht es dennoch: Er erforscht die ungewöhnliche Biografie seiner Mutter, die aus einer Berliner jüdischen Familie stammte.
Was bleibt dem Sohn, nachdem er seine Mutter begraben hat, außer Ratlosigkeit? Erinnerungen natürlich: An Kindheit und Jugend, an Fürsorglichkeit und Bevormundung.
An die Zeit des Alters, der Krankheit, die letzten Tage. Und es gibt die vielen Hinterlassen-schaften: Kaderakten, Zeugnisse, Fotos, Briefe ... all das sind Anhaltspunkte für die Spurensuche, auf die sich A.H. alias André Herzberg nun begibt, um die Biografie seiner Mutter zu erforschen:
"Das Unfassbare, das ihr Schicksal war"
Er sucht nach den Wurzeln der jüdischen Berliner Familie, aus der seine Mutter stammt.
Er versucht, sich vorzustellen, wie sie als 17-Jährige vor den Nazis nach England emigriert und dann Briefe ihrer ins Vernichtungslager abtransportierten Mutter bekommt.
Schon im Ausland beginnt sie, für die Kommunistische Partei zu arbeiten. Die Motive der Tochter "aus kleinbürgerlichen Verhältnissen" klingen durch in einem Lebenslauf, den sie 1954 verfasst. Darin heißt es lapidar:
"Nach 4-jährigem Volksschulbesuch kam ich ins damalige 'Sophienlyzeum'. Diese Schule musste ich 1933 verlassen, da mir aufgrund meiner jüdischen Abstammung das Stipendium entzogen wurde. Von 1933 bis 1937 ging ich zur jüdischen Mittelschule, die ich mit dem Zeugnis der mittleren Reife verließ. Ich wäre gerne weiter zur Schule gegangen, aber meine Eltern waren auf meinen Verdienst angewiesen. Ich musste eine Arbeit als Kontoristin aufnehmen."
Aus dem Lebenslauf, geschrieben 1954
Dann - nach der Rückkehr in den Osten Deutschlands - schlägt sie eine Laufbahn als Staatsanwältin ein, mit drei Kindern und, wie man noch nicht sagte: alleinerziehend.
Dann - viele Jahre später und schon im Rentenalter - arbeitet sie beim Weltfriedensrat in Helsinki im Auftrag ihres Landes. Nach der politischen Wende von 1989 folgt dann der Bruch mit der PDS.
A.H. folgt den Spuren, all das liegt geordnet vor ihm, seine Mutter hat die Jahre der Rente genutzt, alles sauber hinterlassen: "das Unfassbare, das ihr Schicksal war".
A.H. durchleuchtet seine eigenen Erinnerungen, stößt dabei auf alte, nie ausgetragene Konflikte.
Was bleibt: Das dringende Bedürfnis nach einem Gespräch - einem Gespräch über all das, was ein Leben lang in der Luft lag und nie ausgesprochen wurde. Nach einem Gespräch, für das es zu spät ist, und das man trotzdem nachzuholen versucht.
"Zuletzt war ich mit ihr in einer Ausstellung über Juden in der DDR, es war wie immer, ihr entschiedenes Nein, so war das gar nicht, wenn ihr was nicht passt, war laut vor den Anschauungstafeln zu hören. Wie später auch im Krankenhaus, sie beherrscht mich ..."


Linktipp: »MDR« als Produktionsfirma haben auch