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Literarisches Werk


Beschreibung eines Kampfes

- Novellen, Skizzen, Aphorismen aus dem Nachlass -

Franz Kafka

 



Übersicht


Originalsprache : Deutsch
Umfang : ca. 222 Seiten
 
Verlag : Fischer Taschenbuch
 


Kurzbeschreibung


»Beschreibung eines Kampfes« ist ein literarisches Werk von Franz Kafka.


Der 23-jährige Erzähler (Kafka wohl selbst) unternimmt mit einem gerade erst auf einer Gesellschaft kennengelernten Mann (der ´Bekannte`), der ihm von seiner Liebe und seinen Erlebnissen mit seinem Mädchen erzählen will, nur widerwillig einen abendlichen Spaziergang durch das winterliche Prag und versucht, den ihm mehr und mehr lästig fallenden Begleiter baldmöglichst los zu werden. Als dieser auf der eisigen Straße stürzt, lässt er ihn liegen und setzt seinen Weg allein fort.
An einen Fluss gelangt, wird er Zeuge, wie auf der gegenüberliegenden Seite ein buddha-ähnlicher beleibter Mann (der ´Dicke`) auf einer Sänfte thronend aus einem Dickicht herausgetragen wird und mit den vier nackten Trägern über das Wasser zu gelangen versucht, wobei diese ertrinken, er selbst aber flussabwärts auf dem Wasser treibend dem ihn am Ufer begleitenden Erzähler von seiner Begegnung und seinem Gespräch mit einem Mann berichtet, der ihm bei seinem täglichen Kirchgang durch sein demonstratives Betgebaren aufgefallen war (dem ´Beter`). Auch die Geschichte des Beters, die dieser dem Dicken erzählt hatte, wird dargelegt. Als der ´Dicke` plötzlich an einer Flussstelle von einem Wasserfall in die Tiefe gerissen wird und verschwindet, ist da unverhofft wieder der gestürzte ´Bekannte` neben dem Erzähler und beginnt wieder von seiner Liebe zu seinem Mädchen zu sprechen.
Die Handlung endet, als beide sich auf eine Bank setzen und der ´Bekannte` sich im Überschwang seiner Schilderungen ein Messer in den Arm rammt. Der Erzähler versucht vergeblich Hilfe herbeizuholen und verbindet die Wunde schließlich selbst.





Kafkas frühestens bekannt gewordenes Werk, an dem er jahrelang immer wieder gearbeitet haben soll, bevor er es seinem Freund Max Brod zur Kenntnis brachte, und dieser es 1936 veröffentlichte.
Ein äußerst schwieriger Text, an dessen Deutung sich viele versucht haben. Allein der Titel dieser von Kafka selbst als „Novelle“(?) bezeichneten Wortschöpfung führte zu den mannigfaltigsten Spekulationen und man fragte sich, wer hier gegen wen kämpft und welcher Kampf hier eigentlich beschrieben wird. Die Handlung (vgl. unter „Handlung“), wenn von einer solchen überhaupt die Rede sein kann, gibt dazu nicht viel her. Wenn man sich allerdings mit Kafkas Leben näher beschäftigt, neigt man, wie viele seiner Biographen und Interpreten seines Werkes der Meinung zu, hier bereits den lebenslangen Kampf mit sich selbst zu vermuten, der in nahezu allen seinen späteren Werken zum Ausdruck kommt. Seine Berührungsängste zum weiblichen Geschlecht finden in dem ´Bekannten`, mit dem er durch das nächtliche Prag läuft, seine treffende Personifizierung. Auch er zweifelt, dass seine Liebe nicht stark genug sei, um eine Frau an sich zu binden, ein Zweifel, der seine mangelnde Entschlusskraft in seinem späteren Verhältnis zu Felice Bauer kennzeichnet. „Sie müssen nicht getröstet werden, Sie werden doch geliebt“, lässt er durch seinen Ich-Erzähler dem ´Bekannten` sagen. Unabhängig davon sieht sein Biograph Reiner Stach in Kafkas Erstling durch die Figuren des ´Dicken` und des ´Beters` und letztlich auch des ´Betrunkenen` ein groteskes Marionettenspiel, in dem die Handlung urplötzlich in eine imaginäre Parallelwelt wechselt und dann wieder zurück in die Wirklichkeit springt. Sich noch näher mit der „Beschreibung“ zu beschäftigen, sollte man getrost den zahlreichen Literaturwissenschaftlern überlassen.




1 Treffer

»Was ist das für Volk! Denken sie auch oder schlurfen sie nur sinnlos über die Erde?«
Stichworte: Sinn, Volk





Beschreibung eines Kampfes
Beschreibung eines Kampfes
(Franz Kafka)

Fischer Taschenbuch, 2008, 229 S., Kt.
  
7,95 €




Linktipp: »Deutsch« als Originalsprache haben auch