Film


Die schönste Soirée meines Lebens

Die schönste Soirée meines Lebens

(La piu bella serata della mia vita)

Ettore Scola

 



Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Italienisch
Stichwort : Literaturverfilmung
Produktionsland : Italien, Frankreich
Literaturvorlage : Die Panne
Länge (Minuten) : 1 Stunde 46 Minuten
 
Thema : Prozess, Schuld
 


Kurzbeschreibung


»Die schönste Soirée meines Lebens« ist eine Satire (Film) von Ettore Scola. 1972 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Alberto Sordi, Michel Simon und Charles Vanel.


Regie : Ettore Scola
Produktion : Dino De Laurentiis
Drehbuch : Sergio Amidei, Ettore Scola
Kamera : Claudio Cirillo
Schnitt : Raimondo Crociani
Filmkomposition : Armando Trovajoli
Darsteller : Alberto Sordi als Alfredo Rossi
Michel Simon als Staatsanwalt Zorn
Charles Vanel als Richter Lutz
Claude Dauphin als Gerichtsschreiber Bouisson
Pierre Brasseur als Graf De La Brunetière
Janet Agren als Simonetta
Giuseppe Maffioli als Pilet


Literaturvorlage


Die Panne
Die Panne
(Friedrich Dürrenmatt)
Erzählung
5 Kurzkritiken




Die Panne
Alfredo Rossi, Handelsvertreter, bepackt mit einem Koffer Schwarzgeld, ist in der Schweiz unterwegs und gerade auf dem Weg nach Hause, als ihm eine offenherzige Motorrad-Fahrerin über den Weg läuft, der er als verdienter Schürzenjäger nicht widerstehen kann. Er folgt ihr in seinem schnellen Schlitten durch die Berglandschaft, bis sein Fahrzeug auf einer Brücke zum erliegen kommt. Die Schöne ist weg, er mutterseelenallein. Bis ein Kutscher des Weges kommt und ihn zum nächsten Telefon in ein Berg-Schloss mit nimmt. Hier trifft sich alljährlich und gerade wieder eine Gruppe von ehemaligen Justizbeamten zum Jagdschmaus, die ihn umgehend zum Abendmahl einladen mit der Bitte an einem Spiel teilzunehmen, welches sie regelmäßig veranstalten. Sie führen einen fiktiven Gerichts-Prozess zur allgemeinen Erheiterung, genauer, sie spielen historische Prozesse nach. Alfredo lässt sich nach anfänglicher Lustlosigkeit überzeugen mitzumachen als ihm klar wird, das er hier ohnehin die Nacht verbringen muss. Als man sich zum Menü begibt, bemerkt er nicht einmal das das Verfahren längst begonnen hat, geschweige denn, das es tatsächlich um ihn geht.





Justiz
Der italienische Meisterregisseur Ettore Scola macht aus Friedrich Dürrenmatt's Erzählung ein wahres Kunstwerk voller Anspielungen auf die Fassade der gutbürgerlichen Gesellschaft, hinter deren Oberfläche sich, ganz im Sinne des Autor's, ein gar durchlässiges Geflecht aus Scheinmoral und Böswilligkeit befindet, welches nur noch von der gnadenlos vorgeführten Dummheit des "normalen" Bürgers übertroffen wird. Die Justitiare im Ruhestand sind besetzt mit der alten Garde des französischen Films, Michel Simon als Staatsanwalt Zorn, Charles Vanel als Richter Lutz, Claude Dauphin als Gerichtsschreiber Bouisson und Pierre Brasseur als Graf De La Brunetière, den Handelsvertreter spielt der italienische Komiker Alberto Sordi, der seine unsympathisch angelegte Figur dermaßen überzeichnet, das man irgendwann nur noch Mitleid mit ihm empfinden muss. Im Schloß hängt schonmal ein Dürrenmatt-Portrait an der Wand, was umgehend kommentiert wird und auch sonst wird gerne mal mit der filmischen Realität gebrochen. Versiert vermischt Scola die Genres, startet klamottig, wird dann zur komödiantische Krimikomödie, nur um dann in eine schauerliche Horrorgroteske zu münden ohne den immer wieder propagierten lauten Witz zu vernachlässigen, der durch die Hauptfigur über die gesamte Laufzeit vorherrscht. In seiner Anlage dem Werk Luis Buñuel's nicht unähnlich, wirkt Scolas Film noch moderner und verrückter, obgleich er gerade in den langen Dialogszenen während des Abendmahls höchste Aufmerksamkeit einfordert. Eine Aufmerksamkeit die aufzubringen sich lohnt.





     
Eine Verfilmung von Friedrich Dürrenmatt's Meistererzählung DIE PANNE als groteske Parabel mit bösem Witz und bitterem Clou.



»Die schönste Soirée meines Lebens« als Adaption in literarischen Werken


Die Panne