Übersicht


Namensvariante : Die letzte Offensive
Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Stichwort : Prequel
Produktionsland : Großbritannien
Länge (Minuten) : 1 Stunde 53 Minuten
Thema : Kolonialkrieg, Zulu, Briten, Schlacht bei Isandhlwana
Ort : Südafrika
Zeit : 1879

Kurzbeschreibung


»Zulu Dawn« ist ein Historienfilm und Kriegsfilm von Douglas Hickox. 1979 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Paul Copley, David Bradley und Christopher Cazenove.

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Besetzung


Regie : Douglas Hickox
Produktion : Nate Kohn, James Faulkner
Drehbuch : Cy Endfield, Anthony Story
Kamera : Ousama Rawi
Schnitt : Malcolm Cooke
Filmmusik : Elmer Bernstein
Darsteller :
Burt Lancaster Colonel Durnford
Peter O'Toole Lord Chelmsford
Simon Ward Leutnant William Vereker
Denholm Elliott Colonel Pulleine
Bob Hoskins Colour-Sergeant-Major Williams
Simon Sabela König Cetshwayo
James Faulkner Leutnant Melvill
Peter Vaughan Q.S.M. Bloomfield
Christopher Cazenove Leutnant Coghill
David Bradley Pte. Williams
Paul Copley Cpl. Storey
Donald Pickering Major Russell



Isandhlwana
Südafrika, die Provinz Natal 1879: Lord Chelmsford (Peter O’Toole) und Sir Henry Bartle Frere (John Mills) planen eigenmächtig die Eroberung des angrenzenden Zulu-Reiches, ohne jedoch Rücksprache mit Queen Victoria zu halten. Durch einen Boten stellen sie dem Zulu-König Cetshwayo (Simon Sabela) ein kurze Frist seine Krieger zu entwaffnen, sonst werde man unverzüglich einmarschieren. Cetshwayo denkt gar nicht daran diese Frist einzuhalten, schließlich gibt es Friedensverträge mit der britischen Regierung. Er schickt den Boten mit entsprechender Antwort zurück, wohlwissend das der Zeitpunkt gekommen ist sich erneut gegen die Kolonialmacht behaupten zu müssen. Er sendet Späher aus, die den Grenzverlauf beobachten sollen und zieht im Hinterland alle verfügbaren Krieger zusammen. Während dessen stellt Lord Chelmsford gemeinsam mit Colonel Durnford (Burt Lancaster) und Colonel Pulleine (Denholm Elliott) ein aus verschiedenen Truppenverbänden bestehendes Heer zusammen. Die Expedition startet wie geplant, 1400 Mann überqueren die Grenze. Am Berg Isandhlwana errichten die Briten ihr Basislager, während Chelmsford mit dem Großteil seines Offiziersstabes weiter reitet um ein geeignetes Schlachtfeld zu finden. Eine Vorhut trifft unterdessen bei der Verfolgung einiger Viehhirten auf die 20000 Mann starke Hauptmacht der Zulus, welche umgehend zum Angriff übergeht. Beim Isandhlwana kommt es zur blutigen Entscheidungsschlacht.





Expansion um jeden Preis
Als die größte Niederlage eines Kolonialheeres sollte Isandhlwana in die Analen der Weltgeschichte eingehen. Nur mit Speeren bewaffnet überrannten die Zulu-Krieger eine moderne Armee, die aufgrund der grenzenlosen Selbstüberschätzung einiger Kommandeure nahezu komplett aufgerieben wurde. Da werden natürlich Erinnerungen an die Schlacht am Little Big Horn wenige Jahre früher wach, wo ein von blindem Ehrgeiz getriebener General George Armstrong Custer ähnlich scheitern durfte. Der letzte große Sieg der Indianer über die US-Armee. So ähnlich verhielt es sich auch bei den Zulu. Aus der gewonnenen Schlacht konnten sie, wie die Indianer, keinen nachhaltigen Nutzen ziehen, wurden später umso rücksichtsloser bekämpft und schließlich besiegt. Ein Zeichen setzen konnte sie aber allemal.
Douglas Hickox Film ZULU DAWN, der in Großbritannien pünktlich zum hundertsten Jahrestag der Schlacht in die Kinos kam, war allerding kein großer Erfolg beschieden. Trotz Star-Besetzung um Peter O'Toole und Burt Lancaster, es kämpfen und sterben unter anderem noch Bob Hoskins und Simon Ward, konnte das Werk die breite Masse nicht überzeugen. Vielleicht liegt es an der trockenen Darstellung einer Chronik der Ereignisse, die keinerlei Identifikationsmöglichkeiten mit den handelnden Personen zulässt. Niemand steht im Mittelpunkt, es gibt keinen übergeordneten Spannungsbogen und schon gar kein Pathos, bis auf einen kleinen Moment der Ehrenrettung. Cy Endfield's Vorgängerfilm ZULU (1964) war da noch deutlich stärker der Heldenverehrung anheim gefallen. Das Thema schien ihn allerdings nicht loszulassen. Während er in ZULU die Ereignisse kurz nach der Schlacht bei Isandhlwana in Rorke’s Drift Revue passieren ließ und damit ganz nebenbei Michael Caine zum Star machte, schrieb er ZULU DAWN erstmal in Romanform nieder, bevor er sich für eine Verfilmung einsetzte. Die trifft dann auch eher den Ton kritischer Darstellungen militärischen Versagens, wie in THE CHARGE OF THE LIGHT BRIGADE von Tony Richardson (1968), welches der Arroganz und Eitelkeit von zumeist adligen Befehlshabern zulasten geht. Andererseits kommt man so der Realität vermutlich am nächsten.
Filmisch betrachtet ist natürlich alles aus einem Guß, historisch akkurat, erstklassig gespielt. Vor allem der leider kürzlich verstorbene Peter O'Toole bietet mit seinem bornierten Lord Chelmsford einen eindrucksvollen Gegenentwurf zum idealistischen Lawrence von Arabien. Burt Lancaster kommt rollenbedingt etwas kurz, füllt erwartungsgemäß seine Szenen mit der ihm eigenen Präsenz. Sonst gehört die Bühne eindeutig den britischen Schauspielern, die das Ensemblestück mit ihrer ganzen Klasse adeln. Am nachhaltigsten wirken die von Elmer Bernsteins Soundtrack untermalten Bilder von Kameramann Ousama Rawi. An Originalschauplätzen gedreht, entfalten die Aufnahmen eine ungeheure Wucht ob der scheinbar grenzenlosen Weite des afrikanischen Kontinents. Spätestens wenn mehrere tausend Zulu-Krieger über die Ebenen schwärmen, kommt man aus dem staunen nicht mehr heraus und ist schier überwältigt von dieser archaischen Kraft, die gleichzeitig viel Schönheit in sich birgt.




Kurzkritiken


     
Bittere Chronik einer historischen Niederlage, die zudem kein gutes Haar an der britischen Kolonialpolitik lässt.




Linktipp: »Großbritannien« als Produktionsland haben auch