Film


Dirty Harry

Dirty Harry

(Dirty Harry)

Don Siegel

 



Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Produktionsland : USA
Länge (Minuten) : 1 Stunde 40 Minuten
 
 
Besondere Liste : 1001 Filme
 


Kurzbeschreibung


»Dirty Harry« ist ein Polizeifilm von Don Siegel. 1971 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Clint Eastwood, Harry Guardino und Reni Santoni.


Regisseur : Don Siegel
Produzent : Robert Daley, Carl Pingitore, Don Siegel
Drehbuchautor : Harry Julian Fink, Rita M. Fink, Dean Riesner, John Milius
Kameramann : Bruce Surtees
Filmeditor : Carl Pingitore
Filmkomponist : Lalo Schifrin
Darsteller :
Clint Eastwood Insp. „Dirty Harry“ Callahan
Harry Guardino Lt. Al Bressler
Reni Santoni Insp. Chico Gonzales
John Vernon Bürgermeister
Andrew Robinson Scorpio
John Larch „Der Chef“
Josef Sommer Rothko



Die Handlung des Films basiert auf den Ereignissen um den „Zodiac-Killer“, der in den späten 1960er Jahren in San Francisco wahllos Menschen erschoss. Der „Zodiac Killer“ wurde nie gefasst.

Die Filmfigur des Callahan geht auf den echten Zodiac-Ermittler Dave Toschi zurück, der Detective beim SFPD war.

Zunächst sollte Frank Sinatra die Rolle des Harry Callahan spielen.[1] Als Sinatra wegen einer Handverletzung ausschied, waren Steve McQueen, Paul Newman und John Wayne für die Rolle im Gespräch. Schließlich wurde sie von Clint Eastwood übernommen. Die Rolle des Scorpio sollte zunächst von Audie Murphy gespielt werden, der dann aber bei einem Flugzeugabsturz verstarb. Bevor Don Siegel die Regie übernahm, waren auch Irvin Kershner und Sydney Pollack in der engeren Wahl.

Der Film sollte zunächst in Seattle gedreht werden, doch Siegel und Eastwood entschieden sich für San Francisco als Schauplatz. Clint Eastwood führte alle Stunts in dem Film selbst aus, darunter auch den riskanten Sprung von der Brücke auf das Dach des fahrenden Busses.

Dirty Harry erwies sich weltweit als Hit und wurde zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres 1971. Nachdem Clint Eastwood durch seine Western und Action-Filme bereits sehr populär geworden war, gelang ihm mit diesem Film der Durchbruch zum Hollywood-Superstar.

In der zynischen, illusionslosen Figur des Harry Callahan spiegelte sich der Zeitgeist der Vietnam- und Watergate-Ära wider. Das Misstrauen gegenüber den etablierten Institutionen wurde von Callahan in drastischer Weise artikuliert, indem er die bestehenden Gesetze als „crazy (verrückt)“ bezeichnete. Der Film thematisiert die Problematik des im amerikanischen Strafprozessrecht konsequent gehandhabten Beweisverwertungsverbotes für unrechtmäßig erlangte Beweismittel. Callahan bezeichnet die dahingehenden Gesetze als verrückt, weil sie dazu führen, dass erkannte Mörder unbehelligt bleiben, obwohl die identifizierte Tatwaffe bei ihnen gefunden wurde.

Doch während in den New-Hollywood-Filmen derselben Zeit die Gesellschaft aus einer linken Perspektive kritisiert wurde, vertrat Callahan in der Rolle des überlebensgroßen Revolvermannes eher konservative Ideale. Callahan „löste“ die Probleme mit seinem riesigen Revolver (ein Smith & Wesson Mod. 29 im Kaliber .44 Magnum) – „Die bläst einem den Kopf weg“; „Das ist eine .44-er Magnum, die stärkste Handfeuerwaffe der Welt.” (Callahan); „Wir drei… Smith, Wesson und ich.” (Dirty Harry kommt zurück).

In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass der Skorpion-Killer ein Hippie ist und der Film in der Flower-Power-Metropole San Francisco spielt. Die naheliegende Deutung ist, dass Dirty Harry auch ein – in bürgerlichen Kreisen – weit verbreitetes Unbehagen gegenüber der Gegenkultur der 1960er Jahre ausdrückt. Immer wieder gibt es im Film auch abfällige Bemerkungen zur Homosexualität.

Dirty Harry wurde kontrovers diskutiert und zum Beispiel von der einflussreichen Filmkritikerin Pauline Kael scharf angegriffen, da er ihrer Ansicht nach Selbstjustiz propagierte. Clint Eastwood wies diese Deutung zurück und ließ für die Fortsetzung Dirty Harry II – Callahan (1973) eine Handlung entwerfen, mit der er die Kritik an Dirty Harry entkräften wollte: Callahan bekämpft hier eine Gruppe von Polizisten, die Lynchjustiz praktizieren.

Die widersprüchliche Figur des Inspektors Callahan war für viele Zuschauerschichten attraktiv und wurde im Lauf der Jahre zu einem Kultcharakter des amerikanischen Kinos.

Der harte, zynische Grundton von Dirty Harry prägte den internationalen Kriminal- und Polizeifilm der 1970er Jahre. Einflüsse sind zum Beispiel in dem sehr erfolgreichen Selbstjustiz-Film Ein Mann sieht rot (1974) mit Charles Bronson oder in dem französischen Thriller Angst über der Stadt (1974) mit Jean-Paul Belmondo zu erkennen.

In jedem Dirty-Harry-Film wird während der ersten fünf Minuten eine Person ermordet. In jedem Film verhindert Callahan einen Raubüberfall.

Der bekannte Einzeiler „Go ahead, make my day!“ (in der deutschen Fassung „Mach schon, make my day!“, in etwa „Mach schon, versüß mir den Tag!“), mit dem Callahan seine Widersacher zu einer unüberlegten Aktion provozieren will und seine Verachtung für sie ausdrückt, wurde erst 1983 in Dirty Harry IV – Dirty Harry kommt zurück gesprochen. Ursprünglich stammt dieser Satz aus dem Film Vice Squad, der ein Jahr vorher gedreht wurde und in dem der Schauspieler Gary Swanson diese Worte spricht.

Die letzte Szene des Films nimmt auf das Ende von Fred Zinnemanns Western Zwölf Uhr mittags Bezug.

Der Begriff Dirty Harry findet auch im allgemeinen Sprachgebrauch Verwendung für die scheinbar effiziente Methode von Polizei oder Geheimdiensten, mittels Folter an Informationen zu gelangen.

Die Popularität der Dirty-Harry-Figur war in den 1970er und 1980er Jahren so groß, dass bis 1988 vier Fortsetzungen produziert wurden. Nach allgemeinem Tenor erreichte keine die Qualität des Originalfilms.

Dirty Harry II – Calahan (1973)
Dirty Harry III – Der Unerbittliche (1976)
Dirty Harry kommt zurück (1983)
Das Todesspiel (1988)