Übersicht

(76 Punkte)

Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Produktionsland : USA
Länge (Minuten) : 2 Stunden
 
Thema : Depression, Tanzen, Familienkonflikt, Liebesbeziehung
Ort : Philadelphia
 


Kurzbeschreibung


»Silver Linings« ist eine Filmkomödie von David O. Russell. 2012 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Cooper, Bradley, Lawrence, Jennifer und Niro, Robert De.


Regisseur : David O. Russell
Produzent : Bruce Cohen, Donna Gigliotti, Jonathan Gordon
Drehbuchautor : David O. Russell
Kameramann : Masanobu Takayanagi
Schnitter : Jay Cassidy, Crispin Struthers
Musiker : Danny Elfman
Darsteller : Bradley Cooper als Pat
Jennifer Lawrence als Tiffany
Robert De Niro als Pat Sr.
Jacki Weaver als Dolores
Chris Tucker als Danny
Anupam Kher als Dr. Cliff Patel
John Ortiz als Ronnie
Shea Whigham als Jake
Julia Stiles als Veronica
Brea Bee als Nikki
Paul Herman als Randy
Dash Mihok als Officer Keogh
Matthew Russell als Ricky D'Angelo



Ein Silberstreif am Horizont
Der manisch-depressive Pat (Bradley Cooper) kommt aus der Psychiatrie nach acht Monaten wieder nach Hause. Er zieht wieder bei seinen Eltern (Robert De Niro und Jacki Weaver) ein, nachdem ihn seine Frau mit einem Kollegen betrog, den Pat daraufhin Krankenhausreif geschlagen hatte. Jetzt will er sein Leben wieder auf die Reihe kriegen, scheitert aber immer wieder an seiner Persönlichkeitsstörung. Der unangepassten jungen Witwe Tiffany (Jennifer Lawrence) geht es ähnlich. Seit dem Tod ihres Mannes kommt auch sie nicht mehr klar, ist Tablettensüchtig. Die beiden lernen sich kennen und freunden sich bald an, wissen sie doch als Außenseiter der Gesellschaft, das sie sich nur gegenseitig helfen können. Dabei stehen sie sich jedoch häufig selbst im Weg, was immer wieder zu Missverständnissen führt. Die chaotischen Familienverhältnisse bei Pat kommen erschwerend hinzu. Da hat Tiffany eine Idee. Sie möchte das sie und Pat für einen Tanz-Wettbewerb trainieren. So hätten beide ein Ziel auf das sie hinarbeiten können, worauf sie sich konzentrieren können. Unerwartete Hilfe erhalten sie dabei von Pat's ehemaligen Mit-Patienten Danny (Chris Tucker). So langsam aber sicher zeichnet sich für das ungleiche Paar ein Silberstreif am Horizont ab.





Aus Liebe zum Spiel
David O. Russell bleibt seinem mit THE FIGHTER kultivierten Stil, ganz nah an den Protagonisten zu sein treu und liefert eine seiner bislang besten Arbeiten. Normalerweise liegen zwischen den Werken des als exzentrisch geltenden Filmemachers etwa drei bis fünf Jahre. Doch nun legt Russell nach seinem Oscar-Prämierten Erfolgs-Film THE FIGHTER (2010) direkt THE SILVER LININGS PLAYBOOK nach und was soll ich sagen, er übertrifft den Vorgänger um Längen. Sicherlich sind die Zutaten dieser Geschichte nicht ganz unähnlich, lag doch auch beim Vorgänger der Fokus auf den einzelnen Figuren bzw. dem Familien-Alltag und weniger beim Sport. Es liegt sicher nicht zuletzt an der Chemie zwischen den Akteuren. Waren Bradley Cooper und Robert de Niro, der hier nach längerer Zeit mal wieder in einer wirklich guten Rolle zu sehen ist, bereits in Neil LaBute's OHNE LIMIT (2011) ein eingespieltes Team, ist die Interaktion zwischen Cooper und Jennifer Lawrence als außergewöhnlich und beispielhaft zu bezeichnen. Das Spiel der beiden ist emotional und mitreißend, ganz ohne Kitsch und Oberflächlichkeiten, geradezu wahrhaftig, das mehr als einmal Momente von großer Anspannung entstehen, die sich nahezu komplett auf den Zuschauer überträgt. Der Film lebt von den Dialogen, die in einer Geschwindigkeit hin und her geschossen werden, das die ganze Aufmerksamkeit gefordert ist. Fernab jeglicher seichter Romantic-Comedy-Zerstreuungs-Unterhaltung schafft David O. Russell mit SILVER LININGS das seltene Kunststück einen leichten Film über schwere Themen zu servieren, dessen inhaltliche Komplexität mühelos einem Problem-Filmmelodrama a'la Hollywood zur Ehre gereicht hätte. Wer mit Russell's Filmen vertraut ist, wird hier sowohl die sympathische Verspleentheit von I ♥ HUCKABEES (2004), als auch die chaotischen Familienverhältnisse aus FLIRTING WITH DISASTER (1996) oder eben THE FIGHTER (2010) wieder finden. Wer den Dialog-Marathon durchhält, wird einem denkwürdigen Finale belohnt, bei dem so befreiend gelacht werden darf, wie seit LITTLE LISS SUNSHINE (2006) nicht mehr. Mit SILVER LININGS zeigt sich Hollywood von seiner besten Seite. Sehr zu empfehlen.




Kurzkritiken 3 (8.7/10)


     
David O. Russell bleibt seinem mit THE FIGHTER kultivierten Stil, ganz nah an den Protagonisten zu sein treu und liefert eine seiner bislang besten Arbeiten.

     
erfrischend