Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Stichwort : Literaturverfilmung, Remake
Produktionsland : USA, Großbritannien, Schweden, Deutschland
Literaturvorlage : Verblendung
Länge (Minuten) : 2 Stunden 38 Minuten
Thema : Familie, Familiengeheimnis, Vermisstensuche, Politik, Korruption
Figur : Journalist, Hacker
Ort : Schweden

Kurzbeschreibung


»Verblendung« ist ein Kriminalfilm und Thriller (Film) von David Fincher. 2011 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Embeth Davidtz, Alan Dale und Arly Jover.

Mitmachen / Fehler gefundenGern kannst Du bei Kritikatur mitmachen. Als kultureller Verein, Verlag, Buchhandlung oder als Nutzer angemeldet, bieten sich Dir vielfältige Möglichkeiten, sich zu präsentieren.

Auf dieser Seite befindet sich eine falsche Angabe oder es fehlt Information. Gib uns Bescheid, um hier nachzubessern.

Besetzung


Regie : David Fincher
Produktion : Scott Rudin, Ceán Chaffin, Ole Søndberg, Søren Stærmose
Drehbuch : Steven Zaillian
Kamera : Jeff Cronenweth
Schnitt : Kirk Baxter, Angus Wall
Filmmusik : Trent Reznor, Atticus Ross
Darsteller :
Daniel Craig Mikael Blomkvist
Rooney Mara Lisbeth Salander
Christopher Plummer Henrik Vanger
Stellan Skarsgård Martin Vanger
Steven Berkoff Dirch Frode
Robin Wright Erika Berger
Yorick van Wageningen Bjurman
Joely Richardson Anita Vanger
Geraldine James Cecilia
Goran Višnjić Armansky
Julian Sands Junger Henrik
Gustaf Hammarsten Junger Harald
David Dencik Junger Morell
Arly Jover Liv
Alan Dale Detective Isaksson
Embeth Davidtz Annika
Joel Kinnaman Christer Malm


Literaturvorlage


Verblendung
Verblendung
(Stieg Larsson)
2 Kurzkritiken
1 Charakteristik



Alternative Umsetzungen der Literaturvorlage


Verblendung
Verblendung
(Niels Arden Oplev)





Der Journalist und die Kriegerin
Der gefallene Journalist Mikael Blomkvist (Daniel Craig) bekommt von dem Großindustriellen Henrik Vanger (Christopher Plummer) den Auftrag einen vierzig Jahre zurückliegenden ungelösten Mord aufzuklären und somit Licht in eines der düstersten Kapitel der Familiengeschichte zu bringen. Dafür erhält er Einsicht in die Unterlagen, welche Vanger in all den Jahren zusammentragen konnte. Vanger lässt Blomkvist unter dem Vorwand auf seinem Grundstück wohnen, dass der an dessen Biographie arbeitet, damit die anderen Familienmitglieder (u.a. Stellan Skarsgård) keinen Verdacht schöpfen. Die Gespräche mit den Angehörigen bringen Blomkvist kaum weiter. Auch der Polizist, der damals ermittelte, weiß keinen Rat. Je weiter sich Blomkvist in die Akten einarbeitet, desto besessener wird er von der jungen Harriet, jenem Mädchen das ermordet wurde.
Dann ist da noch Lisbeth Salander (Rooney Mara), eine Außenseiterein, eine Hackerin, ein Outlaw. Auch sie ist eine Gefallene. Auch sie wird von der Gesellschaft geächtet. Sie hat zwar Gönner, aber auch Feinde derer sie sich erwehren muss. Um zu überleben. Sie muss stets um alles kämpfen. Sie ist eine Kriegerin. Der Zufall führt sie mit Blomkvist zusammen. Sie erkennen einander. Von nun an kämpfen sie gemeinsam. Zwei Verlorene die sich aneinander klammern. Die sich ergänzen. Über ein Foto Harriets kommen sie auf die richtige Spur und stoßen dabei auf die dunkelsten Abgründe der menschlichen Natur. Diese sind ihnen nicht fremd, haben beide doch längst den Glauben an das Gute verloren. Genau das ist ihr Vorteil, ihre Chance. Denn nur jemand, den nichts mehr überraschen kann, der nichts mehr zu verlieren hat, kann den Kampf gegen das Böse gewinnen.





Verblendung Reloaded
Ein Hollywood-Remake für den Weltmarkt. Eine Argumentation die sich als Lüge entlarvt hat. Wenn auch nur teilweise. Es ist sicher richtig, dass mit einem Hochglanz-Remake eines erfolgreichen europäischen Filmes in der Welt nochmal ein größeres Publikum erreicht werden kann. Ebenso richtig ist das Wort Weltmarkt, welches in erster Linie das anstehende Geschäft ausdrückt. Eine Lizenz zum Geld drucken, zum Geld verdienen also. Wobei man erst einmal froh sein kann, dass die Produzenten keinen Debütanten aus der Werbebranche auf den Regiestuhl gesetzt haben, sondern einen Veteranen beider Metiers. David Fincher ist es denn auch zu verdanken, dass wir obgleich seit Sichtung des schwedischen Originals mit eher geringem Interesse ausgestattet, zumindest ein hochprofessionell inszeniertes, hervorragend aussehendes und nicht minder spannendes Produkt serviert bekommen, welches auch den sachkundigen Zuschauer entsprechend bei Laune zu halten vermag. Und das obwohl sich Fincher hier nicht allzuviel Mühe macht, dem Stoff andere Seiten abzugewinnen. Fast szenengetreu, mit demselben Dialogbuch versehen, kopiert er hier Bild für Bild mit dem einzigen Unterschied, dass hier alles etwas teuer erscheint. Was dem Film aber auch etwas von seinem im Original rohen Charme nimmt. So ergeben sich die Unterschiede und damit auch die Kritikpunkte durch die Besetzung.

War Mikael Nyqvist in der schwedischen Verfilmung eher ein müder abgekämpfter Idealist mit Bierbauch, ist Daniel Craig ein durchtrainierter cooler Hund, der es in manchen Szenen sogar mit dem großen Steve McQueen aufnehmen kann. Nicht nur einmal erinnerte mich seine Körpersprache an die von McQueen, beispielsweise in BULLITT. Das ändert den Charakter allerdings erheblich, wird aber durch die wirklich starke Performance Craigs gegenstandslos, der mir im Vergleich doch besser gefallen hat auch wenn mir die Nyqvist-Figur näher an der Realität schien. So kommen wir, dank der durch die Besetzung geschuldeten unterschiedlichen Gewichtung der Charaktere, auch direkt zum meiner Meinung nach größten Schwachpunkt des Filmes, nämlich der schon aus Finchers SOCIAL NETWORK bekannten Rooney Mara in der Rolle der Lisbeth Salander. Es ist absolut nachvollziehbar das Noomi Rapace die Rolle nicht noch einmal spielen wollte, ist sie doch aufgrund ihrer außergewöhnlichen Präsenz zu weit höherem berufen. Mir fällt keine Salander-Szene in diesem Remake ein, in der die Rapace nicht ausdrucksstärker und schlicht besser gewesen wäre als die Mara. Da helfen weder Schminke noch Tatoos, weder Punk-Attitüde noch Piercings. Sie wirkte auf mich immer verkleidet, gestellt, inszeniert. Da war nichts von der ausgestrahlten Natürlichkeit, der agressiven Dominanz, der bruchstückhaft aufblitzenden Verlorenheit der Original-Lisbeth, dieser mit Abstand eindrucksvollsten Frauenfigur im Kino der letzten Jahre. Ja, Rooney Mara ist anders und ja, sie ist auch eine gute Schauspielerin. Aber sie ist nicht Lisbeth Salander. Das ist Noomi Rapace und nur sie. Für immer.

Hat man als Zuschauer jedoch weder den Roman gelesen noch die schwedischen Filme gesehen, bekommt man einen rasanten Thriller von einem ehemals Großen seiner Zunft, mittlerweile leicht überschätzten Filmemacher zu sehen, der einer sichtlichen Auftragsarbeit seinen Stempel aufzudrücken vermag. Und das ist ja auch schon was.




Kurzkritiken


     
Auf Hochglanz poliertes Hollywood-Remake eines modernen Euro-Klassikers mit leichten besetzungstechnischen Abzügen.

     
Für mich weder besser noch schlechter als das schwedische Original.

     




Linktipp: »Remake« als Stichwort haben auch