Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Produktionsland : Australien, Tasmanien
Länge (Minuten) : 1 Stunde 40 Minuten
 
 
 


Kurzbeschreibung


»The Hunter« ist ein Filmdrama von Daniel Nettheim. 2011 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Willem Dafoe, Frances O'Connor und Sam Neill.


Regisseur : Daniel Nettheim
Produzent : Anita Sheehan, Vincent Sheehan, Liz Watts, Paul Wiegard
Drehbuchautor : Julia Leigh, Alice Addison, Wain Fimeri
Kameramann : Robert Humphreys
Filmeditor : Roland Gallois
Filmkomponist : Andrew Lancaster, Michael Lira, Matteo Zingales
Darsteller :
Willem Dafoe Martin David
Frances O'Connor Lucy Armstrong
Sam Neill Jack Mindy
Morgana Davies Sass
Finn Woodlock Bike
Jacek Koman Middleman
Callan Mulvey Rival Hunter
John Brumpton Publican
Dan Wyllie Pool Player
Sullivan Stapleton Doug
Jamie Timony Free
Dan Spielman Simon
Maia Thomas Shakti
Marc Watson-Paul Jarrah



Der Jäger
Der professionelle Jäger Martin David (Willem Dafoe) fliegt im Auftrag eines BioTech-Konzerns nach Tasmanien. Hier soll er, nachdem sich Hinweise auf ein lebendes Exemplar des eigentlich ausgestorbenen Tasmanischen Tigers verdichten, das Tier suchen und erlegen, um anschließend die Erbinformation sicher zu stellen und für Forschungszwecke zu überführen. Unterkunft findet er bei der Familie eines vor einem Jahr verschwundenen Umwelt-Aktivisten, der ebenfalls nach dem Tier gesucht hatte. Dessen Frau Lucy (Frances O'Connor) steckt seitdem in einer tiefen Depression und ist nicht ansprechbar, während ihre beiden halbwüchsigen Kinder versuchen den Alltag allein zu meistern. In seiner Tarnung als Wissenschaftler gerät Martin mit den Mitarbeitern einer Holzfabrik aneinander, die ihn einer Gruppe von Naturschützern zurechnen, durch die sie ihre Existenzgrundlage bedroht sehen. Unterstützung erhält er von dem Einheimischen Jack (Sam Neill), der die Gegend kennt wie kein Zweiter und zudem die Familie des Aktivisten seit dessen verschwinden unterstützt. Bald stösst Martin auf Ungereimtheiten und beginnt seinen Auftrag zu hinterfragen, sieht er sich doch zunehmend in der Ausübung behindert. Unterdessen kommt er auf seinen Expeditionen dem mythischen Geschöpf scheinbar immer näher.





Boxen in Bäumen
Mit seinem zweiten Spielfilm gelingt dem australischen Fernseh-Regisseur Daniel Nettheim ein besonderes Werk. Reduziert und ohne jegliche künstliche Dramatik spielt er nach einfachsten Regeln seine Naturethische Parabel durch und kann sich dabei ganz auf seine beiden Trümpfe verlassen. Der erste dieser Trümpfe ist Willem Dafoe, der dem nicht als Identifikationsfigur angelegten Wirtschafts-Söldner bei aller anfänglichen Ambivalenz mit seiner ruhigen Professionalität eine Tiefe verleiht, die seine Wandlung vom rein geschäftlich kalkulierenden Einzelgänger zum verantwortungsbewussten und empathiefähigen Menschen und Ersatzvater absolut glaubhaft und nachvollziehbar macht. Der zweite Trumpf ist die überwältigende Kulisse der tasmanischen Landschaft, die man so noch nie in einem Film bewundern konnte. Durch die hervorragend komponierten Digital-Aufnahmen von Kameramann Robert Humphreys erfährt man eine Nähe zur Natur, die in einem Spielfilm selten erreicht wird. Besonders schön ist eine Szene, in der die Kinder auf die Lautsprecherboxen starren, die ihr Vater einst in den Bäumen befestigt hatte und aus denen nun klassische Musik dringt, nachdem Martin sie mit Strom versorgt hat. So fasziniert können nur Kinderaugen schauen. Das naturalistische Grundthema wird zudem subtil und unterschwellig aufbereitet und verzichtet dabei erfreulicherweise gänzlich auf den plakativ erhobenen Zeigefinger. Vielmehr überträgt sich die Aussage durch die Geschichte in Verbindung mit den Bildern, so das, bei aller entstehenden Spannung, der vordergründige Gedanke unterhalten zu werden am Ende der Erkenntnis weicht, etwas wirklich gehaltvolles gesehen zu haben, das einen noch lange beschäftigt.




Kurzkritiken The Hunter (Daniel Nettheim) 9/10 1 9 9


     
Existenzialistisches Drama, das ohne erhobenen Zeigefinger ethische und philosophische Fragen aufwirft und durch beeindruckende Naturpanoramen des unverbrauchten Schauplatzes Tasmanien zu begeistern weiß. Dafoe ist schlicht brilliant in einem Film, der lange nachhallt.