Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Produktionsland : Südafrika, USA
Länge (Minuten) : 1 Stunde 36 Minuten
 
 
 


Kurzbeschreibung


»Der Todesmutige« ist ein Abenteuerfilm und Filmdrama von Cornel Wilde. 1966 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Cornel Wilde, Gert van der Berg und Ken Gampu.


Regisseur : Cornel Wilde
Produzent : Cornel Wilde, Sven Persson
Drehbuchautor : Clint Johnston, Don Peters
Kameramann : H. A. R. Thomson
Filmeditor : Roger Cherrill
Filmkomponist : Edwin Astley, Andrew Tracey, Cornel Wilde
Darsteller :
Cornel Wilde Jäger
Gert van der Berg 2ter Jäger
Ken Gampu Führer der Verfolger
Morrison Gampu Häuptling
Patrick Mynhardt Sklavenhändler
Bella Randles Kleines Mädchen



Run of the Arrow
Schwarz-Afrika um 1860: Eine Safari unter Leitung eines Jägers (Cornel Wilde; auch Regie) stösst auf ihrem Weg zu den Jagdgebieten auf einen einheimischen Stamm, dem der Safari-Finanzier (Gert van der Berg) die üblichen Gastgeschenke verweigert. Die Stammesbrüder ziehen zunächst ab, die Jagd kann stattfinden. Am nächsten Morgen überfallen die düpierten Krieger das Lager, töten einen Großteil der Safari-Teilnehmer und nehmen die Überlebenden gefangen, um sie in ihrem Dorf nach Stammesriten zu opfern. Einzig der Jäger soll den Pfeil-Lauf absolvieren bei dem er eine Pfeilschußweite Vorsprung erhält, bis ihn in diesem Rhythmus ein Krieger nach dem anderen folgen wird. Nackt und unbewaffnet läuft der Jäger los und die Verfolger auf seinen Fersen stellen nicht die einzige Gefahr in der Wildnis Afrikas dar.





The Naked Prey
Nicht von ungefähr erinnert die Story an einen Western, eine ähnliche erzählte Samuel Fuller bereits 1957 in seinem "Run of the Arrow". Und tatsächlich basiert die hier geschilderte Jagd auf den Erlebnissen eines Trappers unter Schwarzfuss-Indianern. Als für den Film keine Finanzierung in den USA zustande kam, wich man nach Südafrika aus, schrieb das Oscar-Nominierte Drehbuch auf hiesige Verhältnisse um und drehte on Location im Krüger-Nationalpark. Es sollte das Meisterstück des in Ungarn geborenen Hollywood-Stars werden, der sich in den 1960er Jahren vermehrt auch auf den Regiestuhl setzte. War seine vorherige Arbeit als Regisseur und Hauptdarsteller "Lancelot, der verwegene Ritter" (Lancelot and Guinevere 1963) noch eine durchwachsene Angelegenheit, sind hier alle qualitativen Schwankungen und erzählerischen Ungereimtheiten beseitigt. Wilde präsentiert sich körperlich in allerbester Verfassung. Seine damals bereits mehr als 50 Lenze sieht man ihm zu keiner Zeit an, drahtig und durchtrainiert bestreitet er, vom Anfang abgesehen, den nahezu kompletten Film nackt, die meiste Zeit nur mit einem Lendenschurz bekleidet und gibt derart völlig entblößt die Vorstellung seines Lebens. Wer hier gerne mal vergleichen möchte, darf den Oscar für Leonardo Di Caprio im ähnlich gelagerten THE REVENANT (Alejandro G. Iñárritu 2016) durchaus mit einem Fragezeichen versehen.
Hochkonzentriert, im Unterton durchaus kritisch wird hier nicht nur die zur Kolonialzeit und mancher Orts heute noch gängige Praxis der Großwildjagd aus sportlichen und finanziellen Interessen hinterfragt, mehr noch, die Verfahrensweise des Naturvolkes erscheint zwar archaisch und brutal, doch berechtigt. Spannungsgeladen inszeniert, lässt Cornel Wilde seinem Protagonisten wie auch dem Zuschauer kaum eine Verschnaufpause und hält das Level bis zur buchstäblich letzten Sekunde auf diesem Niveau. Ein vergessenes Meisterwerk.




Kurzkritiken Der Todesmutige (Cornel Wilde) 9/10 1 9 9


     
Ein Jäger flieht im Afrika des mittleren 19ten Jahrhunderts vor einem Eingeborenenstamm durch die Wildnis. Ein archaisches Meisterwerk.




Auszeichnungen

1967 wurden Clint Johnston und Don Peters in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch für den Oscar nominiert.


Gedreht wurde im Krüger-Nationalpark in Südafrika, im damaligen Rhodesien (heute Simbabwe) und im damaligen Betschuanaland (heute Botswana).

Das Drehbuch erzählte ursprünglich die Geschichte des Trappers John Colter, der von Blackfoot-Indianern angegriffen und gefangen genommen wurde. Sie ließen ihn (angeblich) um sein Leben laufen, wobei Colter ihnen entkommen konnte. Geringere Kosten und logistische Unterstützung, die von der südafrikanischen Regierung zugesichert wurden, führten dazu, dass das Drehbuch auf afrikanische Verhältnisse umgeschrieben wurde.