Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Produktionsland : Kanada
Länge (Minuten) : 1 Stunde 29 Minuten

Kurzbeschreibung


»Ferner Donner« ist ein Western von Claude Fournier. 1974 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. James O'Shea, Jack Creley und Francine Racette.

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Besetzung


Regie : Claude Fournier
Produktion : Marie-José Raymond
Drehbuch : George Malko
Kamera : Claude Fournier
Schnitt : Yves Langlois
Filmmusik : Georges Delerue
Darsteller :
Donald Sutherland Sgt. Dan Candy
Gordon Tootoosis Almighty Voice
Dan George Sounding Sky
Kevin McCarthy Sgt. Malcolm Grant
Jean Duceppe Inspector Brisebois
Francine Racette Emilie Grant
Jack Creley Arthur Ballentyne
James O'Shea Edouard
John Boylan Cpl. Harold Bellringer



Wendigo
Britisch-Kanada 1890: Die Mounties Dan Candy (Donald Sutherland) und Malcolm Grant (Kevin McCarthy) sind schon lange Partner bei der berittenen Gebirgspolizei North-West-Mounted-Police und längst Freunde. Dan Candy geht bei Grant's Familie ein und aus, verbringt viel Zeit mit dessen halbwüchsigem Sohn Edouard (James O'Shea) und ist fast zu einer Art Familien-Mitglied geworden. Er lebt seit seinem zwölften Lebensjahr in der Gegend, kennt jeden Stein und ist auch mit einigen Indianern befreundet. Er mag die Ureinwohner, respektiert ihre Lebensweise, hilft ihnen, wenn sie ihn brauchen. Eines Tages schlachtet der Cree-Indianer Almighty Voice (Gordon Tootoosis) eine wild grasende Kuh. Die zwei Sergeants erhalten den Auftrag ihn zu verhaften, weil er Eigentum der Queen beschädigt hat. Der Indianer argumentiert, das auf dem Tier kein Brandzeichen war, lässt sich aber unter Androhung von Waffengewalt seitens Grant verhaften und einsperren. Candy, der davon nichts hält, löst abends im Suff die Fesseln von Almighty Voice, verhilft ihm so zur Flucht. Als am nächsten Tag Grant die Verfolgung aufgenommen hat, reitet ihm der verkaterte Candy nach und findet nur noch die Leiche des Freundes. Erschossen. Für ihn ist klar, das es nur Almighty Voice gewesen sein kann. Von nun an kennt er nur noch ein Ziel. Den Indianer fangen und der Gerichtsbarkeit stellen, damit er für den Mord hängen soll. Aus der Jagd wird eine endlos scheinende Odyssee.





Der scharlachrote Reiter
Der Mountie-Western ist ein kleines Subgenre im großen Western-Pool. So streiften in der Filmgeschichte beispielsweise schon Tyrone Power in DER ROTE REITER (PONY SOLDIER, Joseph M. Newman 1952) und Robert Ryan in DIE ROTE SCHWADRON (THE CANADIANS, Burt Kennedy 1961) den roten Rock über. ALIEN THUNDER - FERNER DONNER, der in den USA auch unter dem Titel DAN CANDY`S LAW lief, aus dem Jahr 1974, basiert auf einer wahren Begebenheit, die der Regisseur und Kameramann Claude Fournier als naturalistische Ballade von ruhiger Gangart verfilmte. Sein Hauptaugenmerk liegt klar auf den gezeigten Lebensumständen in dieser überwältigenden Landschaft Kanadas, die der Regisseur stets in rechte Licht zu setzen weiß. Dabei gelingen ihm poetische Bilder, welche den lyrischen Charakter seiner melancholischen Erzählung eindrucksvoll unterstreichen. Im Mittelpunkt des Geschehens steht klar der von Donald Sutherland auf der Höhe seiner Kunst portraitierte Dan Candy, ein unglaublich sympathischer Charakter, der empathisch und liebevoll mit seinen Mitmenschen umgeht, bis ihn der vermeintliche Mord zu einem Getriebenen werden lässt, der kein anderes Ziel mehr kennt, als den Täter zur Strecke zu bringen. Was wirklich passiert ist, lässt Fournier bewusst offen. Ihm ist die Schilderung der Kettenreaktion, zu der Candy's Jagd schließlich führt, mit einer völlig überzogenen Reaktion der Polizei, wesentlich wichtiger. Dabei wird einmal mehr der radikale Umgang der Eroberer mit den unterworfenen Indianern thematisiert, die jeden auch noch so kleinen Widerspruch im Keim ersticken ließen.
In einer wichtigen Nebenrolle ist der unvergessene Indianer-Schauspieler Chief Dan George (THE OUTLAW JOSEY WALES, Clint Eastwood 1976) zu sehen. Donald Sutherland und Kevin McCarthy sollten sich vier Jahre später in Philip Kaufman`s Remake des Don-Siegel Klassikers INVASION OF THE BODY SNATCHERS wieder begegnen. ALIEN THUNDER war kein großer Erfolg beschieden, was angesichts der wenig publikumswirksamen Erzählweise des Filmes auch nicht verwunderlich ist. Western-Freunde und Komplettisten, oder auch einfach Leute die historisch verbürgten Geschichten etwas abgewinnen können, sollten schon einen Blick riskieren.




Kurzkritiken


     
Zu Unrecht vergessener, ambitionierter Mountie-Western nach wahren Begebenheiten, in dem Donald Sutherland eine starke Vorstellung bietet.




Linktipp: »Spielfilm« als Filmtyp haben auch