Übersicht


Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Französisch
Stichwort : Film polar
Produktionsland : Frankreich
Länge (Minuten) : 1 Stunde 40 Minuten
 
Thema : Vergangenheitsbewältigung, Sozialer Abstieg, Kriminalität, Diebstahl, Mord, Rache, Erlösung, Todeswunsch, Nacht
Figur : Tankwart, Ex-Polizist, Kleinkrimineller, Punkerin, Drogendealer
Ort : Paris
 


Kurzbeschreibung


»Am Rande der Nacht« ist ein Filmdrama, Kriminalfilm und Thriller (Film) von Claude Berri. 1983 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Coluche, Richard Anconina und Agnès Soral.


Regie : Claude Berri
Produktion : Pierre Grunstein
Drehbuch : Claude Berri, Alain Page
Kamera : Bruno Nuytten
Schnitt : Hervé de Luze
Filmkomposition : Charlélie Couture
Darsteller : Coluche als Lambert
Richard Anconina als Youssef Bensoussan
Agnès Soral als Lola
Mahmoud Zemmouri als Rachid
Philippe Léotard als Inspektor Bauer
Albert Dray als Sylvio
Ben Smail als Mahmoud



Adieu Hampelmann
Lambert (Coluche) fristet sein Dasein als Tankwart der Nachtschicht im Pariser Armenviertel Pantin. Wenn er nicht arbeitet, eigentlich auch dann, betrinkt er sich, um seine Vergangenheit zu vernebeln. Eines Nachts deckt er den Kleinganoven Youssef Bensoussan (Richard Anconina), der gerade ein Moped gestohlen hat, vor der Polizei. Die beiden freunden sich in der Folge an. Als Youssef sich in Lola (Agnès Soral), verliebt und seine kriminellen Aktivitäten gefährlicher werden, bittet er Lambert um Rat. Doch auch dieser kann ihn nicht vor den Gangstern retten, die er betrogen hatte. Youssef flieht vor ihnen zu Lamberts Tankstelle und wird dort ermordet, während Lambert hilflos zusehen muss. Jetzt folgt er nur noch seiner Todessehnsucht um Youssef zu rächen. Nicht mal Lola oder der Polizist Inspektor Bauer (Philippe Léotard) können ihn davon abhalten, seinen Weg bis zum Ende zu gehen.





Pantin Polar
Claude Berri (Wasser der Hügel, 1986) schuf mit "Tchao pantin" einen tieftraurigen Film polar, der dem kalten Realismus seiner Inszenierung eine herzerwärmende Liebe zu seinen Charakteren entgegenstellt, welche die Tragödie nur noch größer werden lässt. Nicht nur den Begleitumständen der Produktion ist es geschuldet, das der vielfach preisgekrönte Film zum Klassiker werden konnte, der nach seiner Restaurierung 2014 nun in neuer Klarheit und Schärfe erstrahlen kann. Da ist die authentische Schilderung der Lebensumstände im Pariser Migrantenviertel, der viel zu frühe Unfalltod des in Frankreich sehr beliebten Hauptdarstellers Coluche, der hier seine erste dramatische Rolle spielte und dafür prompt mit dem französischen Filmpreis Cesar ausgezeichnet wurde, die elektrisierende Darstellung des damaligen Newcomers Richard Anconina, der ebenfalls prämiert wurde und später in Olivier Marchal`s Debüt GANGSTERS (2002) die Seiten wechseln durfte, oder die wunderbare Agnès Soral, die es schnell vermag ihrem zunächst schwierigen Charakter Lola größtmögliche Sympathiewerte zu verleihen. Coluche, hierzulande am ehesten bekannt durch seine Rolle als Sohn von Louis De Funes in "Brust oder Keule" (L’aile ou la cuisse, Claude Zidi 1976), wirkt absolut glaubwürdig als übergewichtiger Tankwart mit seinen hängenden Schultern und dem watschelnden Gang, der die ganze Tristesse seines Lebens ausdrückt und bleibt es als mit brutalen Methoden vorgehender Rächer nicht weniger. Wenn wir gegen Ende des Filmes seine Lebensgeschichte erfahren, wird uns die ganze Tragweite seiner Handlungen ebenso bewusst, wie die Größe der Darstellung des beliebten Komikers. Leider konnte er seine Karriere nicht fortsetzen. Es wäre wünschenswert gewesen.





     
Bittere Nachtballade mit großen Schauspielern über die tragische Freundschaft eines Tankwartes mit einem Kleinganoven. Meisterhaft.




Auszeichnungen

Am Rande der Nacht gewann 1984 fünf Césars: in den Kategorien Bester Hauptdarsteller (Coluche), Bester Nebendarsteller (Richard Anconina), Bester Nachwuchsdarsteller (Richard Anconina), Beste Kamera (Bruno Nuytten) und Bester Ton (Jean Labussière, Gérard Lamps). Zudem war er für sieben weitere Césars nominiert: in den Kategorien Bester Film (Claude Berri), Beste Nebendarstellern (Agnès Soral), Beste Nachwuchsdarstellerin (Agnès Soral), Beste Regie (Claude Berri), Bestes adaptiertes Drehbuch (Claude Berri), Beste Filmmusik (Charlélie Couture) und Bestes Szenenbild (Alexandre Trauner).