Film


Die glorreichen Sieben

Die glorreichen Sieben

(The Magnificent Seven)

Antoine Fuqua

 



Übersicht

(32 Punkte)

Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Englisch
Stichwort : Remake
Produktionsland : USA
Remakevorlage : Die glorreichen Sieben
 
Thema : Banditen, Gold, Goldmine, Raubbau, Mord, Unterdrückung, Gewalt, Kampf, Rache, Gefecht
Figur : Söldner, Kopfgeldjäger, Spieler, Bandit, Trapper, Scharfschütze, Outlaw, Indianer, Killer
Ort : Dorf
 


Kurzbeschreibung


»Die glorreichen Sieben« ist ein Western von Antoine Fuqua. 2016 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Washington, Denzel, Pratt, Chris und Hawke, Ethan.


Regisseur : Antoine Fuqua
Produzent : Roger Birnbaum, Todd Black, Bruce Berman, Antoine Fuqua, Walter Mirisch
Drehbuchautor : John Lee Hancock, Nic Pizzolatto
Kameramann : Mauro Fiore
Schnitter : John Refoua
Musiker : James Horner
Darsteller : Denzel Washington als Sam Chisolm
Chris Pratt als Josh Farraday
Ethan Hawke als Goodnight Robicheaux
Vincent D'Onofrio als Jack Horne
Lee Byung-hun als Billy Rocks
Manuel Garcia-Rulfo als Vasquez
Martin Sensmeier als Red Harvest
Haley Bennett als Emma Cullen
Peter Sarsgaard als Bartholomew Bogue
Cam Gigandet als McCann
Matt Bomer als Matthew Cullen
Sean Bridgers als Fanning
William Lee Scott als Moody
Thomas Blake Jr. als Two Gun Kid
Clint James als Fenton
Luke Grimes als Teddy Q



Blutroter Morgen
New Mexico 1879: Kopfgeldjäger Sam Chisholm lässt sich nur zögerlich darauf ein, der jungen Witwe Emma Cullen Gehör zu schenken. Doch spätestens nachdem der Name Bartholomew Bogue gefallen ist, hat sie seine ganze Aufmerksamkeit. Dieser Großkapitalist, nach eigener Aussage, hat das Minenstädtchen Rose Creek tyrannisiert, um an die Bodenschätze der Region zu kommen und schreckt dabei auch vor Mord nicht zurück, wie Emma schmerzlich erfahren musste. Ihr Mann war einer der wenigen, die sich ihm in den Weg stellten und dafür mit dem Leben bezahlen mussten, was ein Ultimatum zur Folge hatte. Sollte nicht jeder Bewohner seinen Landbesitz für 20 Dollar an Bogue abtreten, droht die totale Vernichtung des Ortes. Drei Wochen Bedenkzeit gibt es. Wenig Zeit um Hilfe zu besorgen, die sie schließlich in Chisholm findet, der auch ein privates Interesse an einer Auseinandersetzung mit Bogue hat. Der Kopfjäger im Staatsdienst lässt sich auf die Sache ein und stellt in kürzester Zeit eine kleine, aber schlagkräftige Truppe von Außenseitern zusammen, mit denen er Siedlern zu Hilfe eilen will. Nach einer ersten Konfrontation mit einigen von Bogues Schergen, welche die sieben Aufrechten für sich entscheiden, wissen die Helfer, das sie noch eine Woche Zeit Zeit haben, sich auf die große, alles entscheidende Schlacht vorzubereiten. Denn Bogue naht mit einer bis an die Zähne bewaffneten Söldner-Armee, um Rose Creek ein für allemal dem Erdboden gleich zu machen. Im Morgengrauen des siebten Tages haben die glorreichen Sieben eine Verabredung mit dem Schicksal.





Reisende in Blei
Diese Sieben der 2016er Version des beliebten Klassikers vom großen John Sturges aus dem Jahr 1960 mit seinen Stars Yul Brynner, Steve McQueen, Charles Bronson, James Coburn und Co., sind keine glattrasierten weißen Männer in sauberen Kleidern mehr. Nein, diese Sieben sind unrasierte dreckige Halunken, Spieler, Outlaws, Trapper, Scharfschützen und sonstige Halsabschneider, nicht nur einer von ihnen psychisch schwer angeschlagen, ethnisch wild durchmischt und gerade dadurch wohl glaubhafter in diesem Setting des größten Einwanderungslandes der Welt. Die Bösewichte sind keine mexikanischen Banditen mehr, ein solcher kämpft nun in den Reihen der Helden, vielmehr ist der Oberschurke nichts weniger als ein Wirtschaftsboss, ein Kapitalist, ein Industrieller, ein Amerikaner, der den Fortschritt predigt und dafür über Leichen geht. Seine Männer sind gekaufte Söldner, eine todbringende Privatarmee, mit der alles vernichtet wird was sich seinen Interessen in den Weg stellt. Was für eine Veränderung! Sie verschafft dem Film eine ungeahnte Aktualität, die einigen Klischeefallen zum Trotz bis zum bitteren Ende Bestand hat.

Man kann sich momentan wohl kaum einen geeigneteren Filmstar vorstellen, der in der Lage ist in Yul Brynners übergroße Fußstapfen zu treten, als den zweifachen Oscar-Gewinner Denzel Washington, der als Anführer der sieben Männer im Kampf gegen eine Übermacht an Feinden, die nötige Haltung und Selbstsicherheit, gepaart mit Charisma und Durchsetzungsvermögen ausstrahlt. Der Charakterkopf sorgt von Beginn an für die nötige Erdung des zuweilen übers Ziel hinaus schießenden Abenteuers, bewahrt die oft erzählte Geschichte vor dem Fall, gibt ihr Würde und Tiefe. Gut gewählt sind ebenso die Mitstreiter an seiner Seite, echte Typen, die auch ohne tiefere Psychologisierung als Menschen aus Haut und Haar bestehen, deren möglicher Verlust am Ende schmerzt. Besonders hervorzuheben sind dabei Ethan Hawkes Figur, sowie dessen Interaktion mit Byung-hun Lee, deren gemeinsame Geschichte einen eigenen Film tragen könnte. Chris Pratt überzeugt einmal mehr als ausgekochtes Schlitzohr, Vincent D'Onofrio gibt seinem Part skurrile Züge mit Erinnerungswert und die beiden Newcomer Manuel Garcia-Rulfo und Martin Sensmeier können ebenfalls überzeugen, auf den zweiten Blick sicherlich noch mehr als ohnehin schon.

Antoine Fuqua stattet sein routiniert inszeniertes Remake mit einer Menge eigener Akzente aus, durch die sein Werk für sich stehen kann, nicht ohne die berühmten Vorlagen des Stoffes hinreichend zu zitieren und damit zu würdigen. Der ausgeklügelte Showdown kommt mit einer Wucht daher, die man sich von einem dreckig-realistischen Western nur wünschen kann. Das ist auch das Stichwort, man sieht an allen Ecken und Enden das Bemühen um einen glaubhaften Look, der dem modernen Erzählstil nicht widerspricht, sondern ihn unterstützt. Es geht trotz der überlangen Laufzeit recht schnell zur Sache, rasant und ohne jede Länge entwickelt sich die, sich im Laufe des Filmes tonal verändernde, Geschichte von einer zunächst klassisch anmutenden Prämisse zu einer düstereren, vor allem im politischen Background doppelbödigen Kapitalismuskritik, bei der ganz zeitgemäße Themen verhandelt werden, wenn auch meist unter der Oberfläche. Das ganze ist in edle und unverbrauchte Bilder von Fuqua's Stammkameramann Mauro Fiore getaucht und von einem sehr passenden Soundtrack unterlegt, der letzten Arbeit des verunglückten Komponisten James Horner, welche von Simon Franglen vervollständigt wurde.





     
Sieben Söldner verteidigen todesmutig ein Dorf gegen einen tyrannischen Minenbesitzer und seine Privatarmee.
Wuchtig-kompromissloses, zudem recht eigenständiges Remake eines Klassikers mit leichten Schwächen.



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