Film


Mad Circus

Mad Circus

- Eine Ballade von Liebe und Tod -
(Balada triste de trompeta)

Álex de la Iglesia

 



Übersicht

(38 Punkte)

Filmtyp : Spielfilm
Originalsprache : Spanisch
Produktionsland : Spanien, Frankreich
Länge (Minuten) : 1 Stunde 47 Minuten
 
Thema : Zirkus, Bürgerkrieg
Zeit : 1930er
 


Kurzbeschreibung


»Mad Circus« ist eine Filmkomödie von Álex de la Iglesia. 2010 ist der Film zuerst erschienen. In den Hauptrollen spielen u.a. Areces, Carlos, Torre, Antonio de la und Bang, Carolina.


Regisseur : Álex de la Iglesia
Produzent : Vérane Frédiani, Gerardo Herrero, Franck Ribière
Drehbuchautor : Álex de la Iglesia
Kameramann : Kiko de la Rica
Schnitter : Alejandro Lázaro
Musiker : Roque Baños
Darsteller : Carlos Areces als Javier
Antonio de la Torre als Sergio
Carolina Bang als Natalia
Manuel Tallafé als Ramiro
Alejandro Tejerías als Motorista-fantasma
Manuel Tejada als Jefe de pista
Enrique Villén als Andrés



BALADA TRISTE DE TROMPETA
"Räche Dich!" sind die Worte, die Javier's Vater seinem Sohn 1937 mit gibt, nachdem er von Franco's Faschisten interniert wurde. Der Zirkus-Clown war auf Seiten der Republikaner nur mit einer Machete bewaffnet in den Kampf gegen die Aufständigen gezogen und hatte die Niederlage als Einziger überlebt. Javier startet einen Befreiungsversuch indem er einen Anschlag auf das Arbeitslager unternimmt, in welchem sein Vater schuftet. Es gelingt nicht, der Vater stirbt, Javier entkommt. 25 Jahre später, Spanien steht noch immer unter Franco's Herrschaft, heuert der mittlerweile erwachsene Javier bei einem Wanderzirkus als trauriger Clown an. An der Seite des bei den Kindern beliebten lachenden Clowns Sergio muss er die ihm eigentlich in die Wiege gelegte Kunst erst erlernen. Dabei verliebt er sich in Sergio's Freundin Natalia, eine Artistin. Der selbstbewusste Sergio entpuppt sich schnell als brutaler Sadist und die umtriebige Natalia ist bald zwischen ihrem geliebten Peiniger und dem schüchternen, aber aufrichtigen Javier hin und her gerissen. Die Spannungen zwischen den Dreien steigern sich zu einem emotionalen und gewalttätigen Orkan, der alles mit sich fortreißt, was sich auch nur in der Nähe befindet. Bald kennt ganz Spanien die Geschichte des traurigen Clowns.





Manchmal ein Clown sein
Álex de la Iglesia, berüchtigt durch PERDITA DURANGO, berühmt für seine spanischen Grotesken wie AKTION MUTANTE oder EL DIA DE LA BESTIA, bringt sein vielseitiges Schaffen mit dem preisgekrönten BALADA TRISTE DE TROMPETA - MAD CIRCUS zu seinem vorläufigen Höhepunkt. Was soll man sagen, grandios ist noch untertrieben. Der vielseitige Filmemacher begibt sich auf ein weitgehend unbestelltes Feld und verpackt die Aufarbeitung der Geschichte seines Landes unter der faschistischen Diktatur Franco, in eine metaphernreiche Geschichte eines Wanderzirkus aus Sicht eines Clowns, der nicht fröhlich sein kann. Dabei steht der Zirkus für die Gesellschaft, Javier für die Republikaner, Sergio für die Faschisten und Natalie für Spanien. Sieger gibt es keine, nur Opfer. Die äußerst brutalen Gewaltszenen verdeutlichen die Grausamkeit beider Parteien, deren Antlitz sich beidseitig mit fortschreitendem sich hochschaukelndem Konflikt immer mehr zu einer hässlichen Fratze entstellen, welche Motivation wie Ursachen des ganzen vergessen machen.
Im kontroversen VIVA LA MUERTE - ES LEBE DER TOD von Regisseur Fernando Arrabal aus dem Jahr 1970, also etwa die Zeit in der BALADA hauptsächlich spielt, nutzte Arrabal noch surreale Mittel und Verfremdungen für die Darstellung der Gewalt. Iglesia hält voll drauf, bis zur Unerträglichkeit, so dass sich einem mehr als einmal der Magen umdreht. Er schockiert mit kurzen Einschüben heftigster Natur und treibt sein Figuren-Karussell in aberwitzigen Szenen zu absoluten Höchstleistungen. Vor allem das Hauptdarsteller-Trio Carlos Areces als Javier, Antonio de la Torre als Sergio und Carolina Bang als Natalia liefern eine schauspielerische Tour-de-Force bis zur Selbstaufgabe. Dabei leistet sich Iglesia immer wieder bizarre Einflälle, die den Wahnsinn auf die Spitze treiben, nur um am Ende in einer Hitchcock-Reminiszenz zu gipfeln, was er im herrlichen LA COMUNIDAD - ALLEIN UNTER NACHBARN schon einmal tat, die als Finale Furioso unvergessen bleiben wird.




Kurzkritiken 1 (10/10)


     
Polit-Groteske der krassen Art, voller bizarrer Ideen und großartigem Ensemble.