Frisch auf Kritikatur


Nachts Blanca Die Zeit, die bleibt Kranke Pflege Heiliger Zorn


24. April 2019
20:00 Uhr    Hamburg    Thalia Theater (Hamburg)    Maria (Sebastian Nübling)
20:00 Uhr    Weimar    Deutsches Nationaltheater    Restleben (Sebastian Martin)
 
25. April 2019
19:30 Uhr    Eisenach    Landestheater Eisenach    Der Meister und Margarita (Alejandro Quintana)
19:00 Uhr    Hamburg    Thalia Theater (Hamburg)    Eine Familie (Antú Romero Nunes)
20:00 Uhr    Weimar    Deutsches Nationaltheater    Das Recht des Stärkeren (Jan Neumann)


Zuletzt verliehene Preise


Preisträger     Preis
Die Wurzeln des Lebens (Richard Powers)     Pulitzerpreis
Wolfszeit (Harald Jähner)     Preis der Leipziger Buchmesse
Schäfchen im Trockenen (Anke Stelling)     Preis der Leipziger Buchmesse
Husch Josten     Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung
Joachim Zelter     Preis der LiteraTour Nord



Ticker


Zärtlichkeit
Zärtlichkeit
(Marion Hänsel)
Der nahgebliebene Partner
Nach dem Skiunfall ihres Sohnes in den Savoyen fahren die geschieden und getrennt lebenden Eltern gemeinsam von Belgien in die Savoyen, um ihren Sohn und dessen Auto abzuholen. So erfahren die beiden Eltern, was in den Jahren der Trennung beim jeweilig anderen gleichgeblieben und was sich geändert hat. In dem Skiort lernen sie die Freundin ihres Sohnes kennen.


Zärtlichkeit
Zärtlichkeit
(Marion Hänsel)
     
Nüchterner Fernsehfilm ohne große Höhen und Tiefen, welcher dank seiner konsequent unprätentiösen Art eine Tiefenwirkung entfaltet.

Frenzy
Frenzy
(Alfred Hitchcock)
     
Wie oft bei Hitchcock bietet der Film einfach eine richtig gut Kriminalgeschichte, der Schurke ist gut besetzt, manche Szenen wie der Mord an Brenda Blaney sind aber, wie ich vermute, unfreiwillig komisch geraten. Das wäre Stanley Kubrick nicht passiert.

Der dritte Mann
Der dritte Mann
(Carol Reed)
     
Auf jeden Fall schaut sich der Film besser an als sich das Buch lesen läßt, besonders herausragend kann ich den Film dennoch nicht finden, den Eindruck vom Nachkriegswien halte ich für das Fesselndste und das war gewissermaßen auch ohne den Film vorhanden.

Ein möglichst intensives Leben
Ein möglichst intensives Leben
(Lion Feuchtwanger)
     
Wer Feuchtwangers Werke kennt, kommt nicht darum herum, auch seine Tagebücher zu lesen. Es lohnt sich allemal.

Night Moves
Night Moves
(Kelly Reichardt)
     
Der Film hat dank der Landschaft, der Musik und der guten Schauspieler durchaus Atmosphäre; schweigenden, missgelaunten jungen Männern schaue ich allerdings nur ungern knapp zwei Stunden zu und genau das bildet einen nicht unwesentlichen Teil des Films.

Sleepless Night – Nacht der Vergeltung
Sleepless Night – Nacht der Vergeltung
(Frederic Jardin)
     
Flotter, wendungsreicher Film mit angenehm unübertriebenen Actionelementen, unheroischen Protagonisten und einer Handlung wie an einem Faden.

Der Typ ist da
Der Typ ist da
(Hanns-Josef Ortheil)
Anspruch
Wissen
  8
9
    Liebe
Humor
  9
5
    Erotik
Spannung
  5
8
    Unterhaltung
Transzendenz
  10
10
   
Der Typ ist da
Der Typ ist da
(Hanns-Josef Ortheil)
     
nachhaltig, bereichernd, unterhaltend, fesselnd, originell

Grosses weihnachtliches Morden
Grosses weihnachtliches Morden
(Péter Nádas)
     
Nachdem Nádas sich wiederholt zwei Dokumentationen angesehen hat, welche die Hinrichtung des rumänischen Staatspräsidenten und Despoten Nicolae Ceausescus und seiner Frau Elena in den Weihnachtstagen 1989 zeigen, resoniert er über moralische uns ästhetische Aspekte dieser Tat. Er versetzt sich in die Lage sowohl der Hinzurichtenden als auch der am Standgericht beteiligten Personen; deren Gefühlszustand und auch der des ungenannten Kameramannes, der das Spektakel filmt, bestimmen sein Selbstreflexion.

In der Körperwärme der Schriftlichkeit
In der Körperwärme der Schriftlichkeit
(Péter Nádas)
     
Ausgehend von ´Europa`, Tochter des Griechengottes Oceanos und einer der vier Frauen des Göttervaters Zeus, deren Kontinent gewordene Gestalt sich – wie er formuliert – seit ihren Anfängen aus der Dumpfheit des Analphabetentums vergeblich herauszuarbeiten bemüht, versucht Nádas eine Ortsbestimmung ganz anderer Art als er sie in seinem Essay ´Behutsame Ortsbestimmung` versucht. Er bezieht die Situation auf sich selbst und auf sein Schreiben, das auch erst einmal gelernt sein will, und, hat man einmal damit begonnen, nie enden wird. Auch in die Gepflogenheiten, seine Gedanken zu Papier zu bringen, gewährt der Autor Einblick. 5 ½ Seiten erkenntnisreiche Selbstbeobachtung.

Behutsame Ortsbestimmung
Behutsame Ortsbestimmung
(Péter Nádas)
     
Das Dorf mit seinen Wildbirnenbäumen, unter denen sich die Bewohner im Sommer abends versammeln, gilt Nádas als Wiege des Zusammenlebens. Von diesem soziologischen Mikrokosmos des ländlichen Raums ausgehend, zieht er seine Schlüsse für das bis heute bestimmende kollektive Bewusstsein der ungarischen Bevölkerung und blickt gleichzeitig zurück auf die geschichtliche Entwicklung Ungarns. Eine wirklich ´behutsame` Ortsbestimmung.

Leben 3.0
Leben 3.0
(Max Tegmark)
     
originell, nachhaltig, eröffnend, unterhaltend
Tegmark bietet mit „Leben 3.0“ eine prägnante wie weitsichtige Einführung in den KI-Diskurs – das wohl „wichtigste Gespräch unserer Zeit“. Dabei greift er auf fundierte Kenntnisse der internationalen KI-Forschung zurück und klärt die äußerst spannenden Fragen, wie Materie intelligent werden kann, wie Naturgesetze von sich aus Ziele hervorbringen und was Bewusstsein (wahrscheinlich) ist. Von diesen Basics ausgehend, stellt der Autor den aktuellen Stand der Entwicklung dar (Was kann KI bereits?) und erklärt grundlegende Prinzipien wie Deep Learning, Auto-Assoziativität, Feedforward-Netzwerke und rekursive Selbstverbesserung. Dabei ist die Forschung über die von Vernor Vinge 1993 postulierte „Singularität“, nach welcher im Falle einer Intelligenzexplosion keine Aussagen mehr über den weiteren Verlauf gemacht werden können, hinausgekommen, indem zumindest grobe Rahmenbedingungen und 'Meta-Regeln' eruierbar sind, welche Tegmark in zahlreichen Szenarien genauer unter die Lupe nimmt und dabei auch mit gängigen KI-Mythen aufräumt. Dennoch ist das Risikopotenzial gewaltig, was es bis zur „Singularität“ in Form ambitionierter KI-Sicherheitsforschung und gesellschaftspolitischer Vereinbarungen zu minieren gilt. Fazit: Ein wirklich anregendes Buch, das über die detaillierte Vermittlung des Gesamtzusammengangs (Leben – Technik – Mensch) die KI-Problematik in all ihren Facetten wahr- und ernst nimmt.

Der Beweis des Jahrhunderts
Der Beweis des Jahrhunderts
(Masha Gessen)
     
unterhaltend, melancholisch
Masha Gessen, bekannt unter anderem durch ihre Putin-Biographie, geht in „Der Beweis des Jahrhunderts“ dem Leben des Mathematikers Grigori Perelman nach, welcher 2002 eines der sogenannten „Millennium-Probleme“ löste, sich seitdem komplett aus der Öffentlichkeit zurückzog und sogar auf das Preisgeld von einer Million Dollar verzichtete. Da fragt man sich natürlich: Wer ist dieses Genie, das die Poincaré-Vermutung – eines der größten topologischen Rätsel aller Zeiten, an dem sich Generationen von Mathematikern die Zähen ausbissen – löste? Diese Frage versucht die Journalistin zu beantworten, ohne je mit Perelman gesprochen zu haben, indem sie Freunde, Kollegen, Lehrer interviewt und dieses Material im Kontext der sowjetischen Mathematik-Geschichte verortet. Damit erhält man a) eine interessante Meta-Geschichte über Mathematikerleben in der Sowjetunion (vor allem, was institutionelle Strukturen anbelangt), b) eine Rekonstruktion dessen, was man über Perelman weiß (im Sinne einer Quellensammlung) und c) eine kohärente Interpretation des 'Innenlebens'. Fazit: Die ersten beiden Punkte rechtfertigen das Buch durchaus, die Rekonstruktion des Innenlebens hingegen hätte meines Erachtens etwas offener gestaltet werden können, ohne sich dabei auf DIE EINE – zuweilen indiskrete – Version einzuschießen.

Das Licht
Das Licht
(T. C. Boyle)
     
seicht, unterhaltend, eröffnend

Das Licht
Das Licht
(T. C. Boyle)
Das Cover schreit, aber der Text bleibt ganz ruhig
Zu ruhig, zu nüchtern, zu unproblematisch. Umschlaggestaltung und Titel lassen mehr erhoffen.
Der Haupthandlung stellt Boyle ein dickes "Vorspiel" über den "Bycicle Day" voran. Aus Sicht der Sekretärin des Chemikers Albert, dem Entdecker von LSD, wird über dessen Forschungsarbeit und Selbstversuch berichtet. Die Hintergründe der Drogensynthese sind zwar durchaus nicht uninteressant, und sollen wohl einfach das: neugierig...Weiterlesen


Adel verpflichtet
Adel verpflichtet
(Robert Hamer)
     
Elegant wird man mit einer angenehmen Erzählerstimme durch einen gut konstruierten und dabei standeskritischen Geschichte geführt. Auch die Schauspieler wissen zu gefallen und die teils sehr noblen Kostüme erinnern variantenreich an den Pomp alter Zeiten.

Babel
Babel
(Kenah Cusanit)
Ein Leckerbissen für Spezialisten
Ein Tag im Jahr 1913, auf dem Grabungsgelände des legendären Babylon, in den Gedanken des deutschen Archäologen, Architekten und Kunsthistorikers Robert Koldewey. Man ahnt es schon: Mit Koldewey hat Cusanit den richtigen Mann gefunden, um mehr als einen archäologischen Roman zu schreiben.
Koldeweys und Cusanits Gedanken schweifen weit - von den alten Persern, Assyrern und Babyloniern, zu Herodot und Kaiser Wilhelm, von alten Tontafeln über...Weiterlesen


Babel
Babel
(Kenah Cusanit)
     
anspruchsvoll, originell, bereichernd, eröffnend, erheiternd, fesselnd



Die neusten Ereignisse


Hilden Hijinen     Neue Person
Jan Vancaille     Neue Person
Ernst Szebedits     Neue Person
Michèlle Hubinon     Neue Person
Zärtlichkeit     Handlung hinzugefügt